Kategorien
Gesundheit Natur Philosophie poesie schreiben selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung Träume veränderung

Raus aus meinem Kopf

Es war Sonntag und es war Zeit einen Kassasturz zu machen – was war die letzten sieben Tage in ihrem Leben passiert und wie war es bloß dazu gekommen, dass sie dieses energieloses Häufchen Elend wurde? Je intensiver sie versuchte darüber nachzudenken, desto blockierter wurde sie innerlich, als würde ihr Gehirn die Vorhänge zuziehen und die Rollläden herunterlassen. „Der Zugang ist aktuell nicht gestattet.“

Der Montag läutete die Woche ein, tja und was hatte sie denn erwartet, wie er ausging? Am Morgen war sie bereits genervt, als die Bahn wieder einmal Verspätung hatte. Auf der Arbeit graute ihr es vor all den Terminen, die der vollbepackte Kalender mit ihr teilte. Die Stimmung und vor allem, die Gedanken, die sie an diesem Tag begleiteten, sie waren trüb und der Satz „Das wird heute ein stressiger und anstrengender Tag“ begleitete sie durch den Tag.

Das Tempo, das sie bereits am Montag gefahren war, nahm sie auch in ihren Dienstag mit. Von Stunde zu Stunde wurde sie genervter, Pausen machte sie kaum, da sie schneller Schluss machen wollte. Das leckere Mittagessen mit den Arbeitskollegen ließ sie aus, sie holte sich später ein Brötchen, das sie am Computer zu sich nahm. Um 18 Uhr machte sie Schluss, es kam dann doch wieder etwas dazwischen, weshalb sie länger blieb.

Am Mittwoch freute sie sich darauf eine Freundin nach der Arbeit zu treffen, doch es schwang auch Druck und Stress mit, da sie sich bereits zu einer fixen Zeit verabredet hatten. Als sie zum Treffen aufbrach, checkte sie parallel noch die Bahnzeiten für später, dass sie noch früh genug zu Hause ankam.

Am Donnerstag waren ihre Energiereserven bereits sehr niedrig und sie quälte sich aus dem Bett. „Heute wird’s wieder anstrengend, ich kann das Wochenende kaum erwarten“. Tja, wie soll es anders sein, der Tag wurde anstrengend, genau wie sie es sich am Morgen prophezeit hatte.

Der Freitag startete damit, dass sie ihren Kaffee über den Computer schüttete, laut fluchend hing sie dem Gedanken nach, dass es heute wohl kaum noch besser werden würde. Sie war auf einer Geburtstagsfeier eingeladen, die sie am Abend absagte, sie hatte kaum mehr Energie dafür und wollte sich auch nicht mit Menschen umgeben, die voller positiver Energie sprühten. Sie bestellte sich Essen und ging nach dem Netflix Film ins Bett.

Nach einer Stunde mehr Schlaf als üblich stieg sie ein wenig erholter aus dem Bett und freute sich auf den Samstag, doch der würde ihr später noch beweisen, dass es ein Tag war voller Verpflichtungen – Wäsche, Einkauf und Wohnung auf Vordermann bringen, aber zumindest gab es einen Lichtblick am Nachmittag, da sie sich mit ihren Freunden verabredet hatte. Sie merkte, dass es ihr zunehmend schwerer viel den Gesprächen zu folgen und Spaß zu haben. Sie brach recht früh auf, da sie sehr müde wurde und sich nach ihrem Bett sehnte.

Da saß sie nun am Sonntag auf ihrem Balkon – die Oktober-Sonne schien ihr ins Gesicht und sie versuchte sich einen Reim aus der Woche zu bilden. „Was in meinem Leben stimmt nicht? Warum ist der Alltag nur so anstrengend?“ Sie hoffte noch immer, dass ihr Hirn die Rollläden nach oben bewegen würde und sie zu den Erkenntnissen kam, auf die sie hoffte. Sie hielt für etliche Atemzüge inne, dachte dabei an nichts und lauschte nur den Stimmen der Kinder am Spielplatz und dem leisen Vogelgezwitscher. Das erste Mal in dieser Woche fühlte sie sich wohl und ruhig und gelassen. Und in diesem Moment, in dem sie nichts erwartete oder vorausplante, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen – Was, wenn sie es war, die ihr eigenes Leben langsam aber sicher mit ihren Gedanken vergiftete. Fast so als gäbe es eine Seite an ihr, die dunkel, böse uns selbstzerstörerisch war.

Wenn sie alles laufen ließ, wie jetzt – ohne ihr aktives Zutun – dann konnte es mit ihr am Steuer doch eigentlich nur besser werden, schlussfolgerte sie. Das wäre ja dann fast so, als wäre sie die Regisseurin ihres Lebens und könnte notwendige Wendungen selbst herbeiführen. Und plötzlich konnte es für sie nicht mehr klarer werden – Es war immer nur sie selbst gewesen, die sich blockiert und eine Gedankenwelt geschaffen hatte, die ihr Leben langsam aber sicher vergiftete.

„Die Seele hat die Farbe deiner Gedanken.“ Mark Aurel

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: Pixabay/ElisaRiva

Kategorien
Allgemein Gesundheit heimat Natur Philosophie selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung Träume veränderung

Bist du bereit für dein Farbenspiel?

Auf die Farbenvielfalt des Herbst freue ich mich immer wie ein kleines Kind, das sich auf Weihnachten freut und geduldig auf das Christkind wartet, und sich nichts sehnlicher wünscht, als dass sein Wunsch erfüllt wird. Der Sommer und all seine Intensität und die Aktivität gehen langsam zu Ende. Wir verabschieden uns von lauen Sommerabenden, Festen, die wir feierten, der starken Sonne auf unserer Haut und den Cocktails, die wir mit freien Köpfen am Strand genossen haben. Wir heißen die Zeit willkommen, die uns in unser Inneres lockt und fordert, dass wir beginnen uns mit uns selbst zu beschäftigen. Sie fordert uns regelrecht dazu auf, uns selbst zu einem Projekt von oberster Priorität zu nominieren.

So sehr ich mich darauf gefreut habe, so sehr war ich in diesem Jahr enttäuscht, als ich merkte, dass ich noch nicht bereit war für den Umschwung, die Aktivität fallen zu lassen und mich mit meinem Innersten zu beschäftigen und die Wundpflaster von halb verschlossenen Wunden abzureißen. Für mich gab es kaum einen Übergang und nun fühle ich mich überfordert und unwohl. Wie gelingt es mir nun diesen Reflexionsprozess doch anzustoßen und passieren zu lassen?

Ich möchte mich selbst nicht überfordern und mir auch keinen zu motivierten Plan vornehmen, der mich dann letztendlich nur noch weiter stresst. Daher werde ich mich nur auf zwei Hebel konzentrieren, die ich aktuell noch zu wenig betätige und die in meinem Leben einiges positiv verändern könnten.

  1. Unsere Gedankenwelt ist der Rahmen, in dem wir uns Tag ein Tag aus bewegen. Denken wir täglich negativ, verwachsen wir langsam aber sicher mit unseren Gedanken und erbauen uns ein trostloses und düsteres Leben. Wir werden auch danach agieren und auch das ausstrahlen, was wir denken.
  2. Mehr bei mir zu sein und aufzuhören mich und mein Leben mit anderen zu vergleichen. Ich möchte endlich lernen zu akzeptieren, dass jeder Mensch sein Tempo hat und einzigartig ist und demnach auch einzigartige Beziehungen lebt. Vergleichen wir uns ständig mit Freunden, Bekannten oder gar Fremden zieht uns das runter, da wir in Gedanken dabei sind unser Leben klein zu reden. Zudem ignorieren wir die Positivität und Dankbarkeit und konzentrieren uns nur mehr darauf, was wir aktuell in unserem Leben noch nicht begrüßen dürfen.

Wusstet ihr, dass die Blätter sich im Herbst verfärben, weil die Sonne weniger strahlt und so das Grün aus dem Blatt verschwindet und als Resultat darauf die anderen Farben mehr strahlen dürfen? Forme ich diese Information nun in eine Metapher, kann das für mich und meine Situation nun folgendes bedeuten: Auch wenn unser Gehirn viel zu oft in Katastrophen denkt und sich in Negativität viel zu lange badet, ist es unsere Chance aktiv die Perspektive zu wechseln und somit eine Vielfalt an prächtigen und intensiven Farben zu entwickeln, die bereits lange in uns schlummerten und geduldig auf ihren Auftritt gewartet haben.

Alles Liebe,

eure Rox

Foto Credit: Photo by Jeremy Thomas on Unsplash

Kategorien
Gesundheit Natur Philosophie poesie schreiben selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung Träume veränderung

Samstags-Gedanke


Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.

Francis Picabia

Foto Credit: Photo by eberhard 🖐 grossgasteiger on Unsplash

Kategorien
Allgemein Gesundheit heimat Laufen Natur poesie Selbstliebe Träume veränderung

Plötzlich bebt die Erde

Ich konnte es nicht fassen, wie lange sich diese 60 Sekunden ausdehnten. Die Zeit blieb in meiner Welt kurz stehen, mein Herz klopfte wie wild und ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Stressreaktion auf Hochtouren! Kampf oder Flucht war somit die Frage? Mir war nach flüchten zu mute, möglich war es mir jedoch nicht. Nach dieser Minute tickte die Weltuhr zwar weiter, für mich existierte aber in der Blase, in der ich mich zu diesem Zeitpunkt befand, keine Uhrzeit. Ich wollte die Zeit zurückdrehen, zu dem Moment, in dem alles in Ordnung war. Ich fühlte wie der Stuhl unter mir zu beben begann. Rund um mich herum zitterte und bebte alles. Der Boden unter meinen Füßen brach weg.
Und so entfernte ich mich immer weiter von der Realität – bis zu dem Zeitpunkt, in dem ich angesprochen wurde, und gezwungen war gesellschaftlich mitzuspielen – „Es geht dir gut, lass dir bloß nichts anmerken und antworte höflich“.

Jede und jeder von uns hat diese niederschmetternden, ja „bebenden“ Situationen schon im Leben erlebt. Für mich kam es letzte Woche sehr unerwartet – nichts kündigt so eine Veränderung an und plötzlich steht sie vor dir und du sollst sie nett grüßen und zum Tee herein bitten? Wollte ich das im ersten Moment? Natürlich nicht! Am besten die Tür vor der Nase zuknallen und Vorhänge zuziehen.
Verschiedene Phasen werden in so einer Situation durchlaufen und meine erste Reaktion war Schock, dicht gefolgt von Trauer und Selbstmitleid.

Natürlich gibt es für die Heilung kein Geheimrezept und in vielen Situationen wird genau dieser Prozess Monate oder Jahre dauern. Gewisse einschneidende Erlebnisse wird man auch sein Leben lang nicht vergessen können, was nicht bedeutet, dass man es nicht verdauen und verarbeiten kann.

Aktuell helfen mir positive Gedanken und der Fokus auf die schönen kleinen Dinge im Alltag. Einen Fuß vor den anderen und in kleinen Schritten wieder meinen Weg aufnehmen. Dankbarkeit ist natürlich im ersten Moment ein konträrer Gedanke – „Warum sollte ich auch noch Danke sagen?“ aber oft hilft es mir aktiv eine andere Perspektive einzunehmen und mich zu fragen, ob es denn auch etwas sehr dick vergrabenes Positives an dieser Situation gab.

Jeden Tag etwas zu tun, das einem Spaß bringt und das eigene Herz höher schlagen lässt, ist auch ein guter Tipp, um sich selbst im Alltag ein wenig zu verwöhnen und aus dem negativen Gedankenkarussell auszubrechen – wenn es auch nicht immer gleich gut funktioniert und lange anhält, aber es wird besser.

Foto Credit: That_Soham/Pixabay

Kategorien
Gesundheit Laufen Natur Philosophie schreiben Selbstliebe selbstoptimierung Träume veränderung

Was, wenn du nicht bereit bist für die Veränderung?

In letzter Zeit fällt es mir schwer einen Gedanken oder ein Thema zu fassen, das mir den Anstoß für einen Blogbeitrag gibt. Es fühlt sich fast so an, als ob die Kreativität sich nicht festlegen kann, da es so vieles gibt, das aktuell in meinem Geist herumschwirrt. Es sind mitunter überwältigende Gefühle, auch gegensätzliche – Freude, dann umgibt mich wieder ein sehr nostalgisches Gefühl. Dann denke ich an Menschen, die ich vermisse und die nicht mehr unter uns weilen oder an ganz spezifische Momente, die genau so wie in meiner Erinnerung nie wieder passieren werden. Trauer kommt dann auf, dann versuche ich aktiv einzugreifen und den Blickwinkel darauf zu verändern.

Vor zwei Jahren hab ich mir eine Kirschblüte als Tattoo stechen lassen. Ich las viel über die Bedeutung dieser Blume in Japan und plötzlich wusste ich, dass es mein Motiv war – ich musste nicht mehr weitersuchen. Die Japaner feiern die Kirschblüte als ein Symbol des Lebens, des Aufbruchs und auch der Vergänglichkeit. Ihre weiß- und rosafarbenen Blüten symbolisieren Reinheit und Schlichtheit.
Das sehe ich auch in meiner Kirschblüte – das Leben bedeutet Veränderung und wir wissen nie, wann es sich wieder verändern wird. Ich möchte vollen Herzens im Hier und Jetzt leben und nicht in negativen Gedanken versinken und mit trübem Blick durchs Leben ziehen.

Wie gehts euch im allgemeinen mit Veränderungen? Ich weiß schon, das ist ein mächtiges Wort und die Frage ist auch nicht sehr spezifisch gestellt, und es gibt ja auch positive und auch negative Veränderungen in unserem Leben.
Immer öfter hab ich mich dabei ertappt manchen Situationen oder Lebensphasen in Gedanken nachzujagen, es wieder richten, kontrollieren zu wollen. Es muss mir doch einfach gelingen, die Situation wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen zu können. Es muss wieder werden, wie es war. Doch muss es das? Dann begann ich umzudenken, viel zu oft wollte ich kontrollieren und eingreifen. Immer schwerer wurde es zu akzeptieren, dass sich mein Leben und auch das der anderen veränderte. Wir reifen als Persönlichkeiten und jeder geht seinen Weg. Ein unglaublicher Kraftakt wäre es, wenn wir immer wieder krampfhaft versuchen würden, alles in den vergangenen Zustand zurückstellen zu wollen. Es wäre auch nicht natürlich, im Gegenteil es ist ein künstliches Eingreifen, ein konstantes Nachhängen vergangener Lebensphasen, weil wir nicht bereit sind, weiterzugehen. Auch ich habe Angst und fühle mich oft alleine gelassen. Die Straße ist dunkel, die Laternen beleuchten mir meinen Weg schwach, immer wieder flackern sie und erwarten von mir mit noch schärferem Blick meinen Weg zu gehen. Mein Herz klopft und ich setze einen Schritt unsicher vor den anderen.

Zu akzeptieren, gelingt mir nicht immer, aber das Tattoo soll mich daran erinnern, auch einmal loszulassen. Veränderung ist ein fixer Bestandteil unser aller Leben und auch bestimmt nichts, das wir beeinflussen können. Ich rufe mir gerne vergangene Momente in Erinnerung und auch die Gefühle, die ich damals gefühlt habe. Nostalgisch denke ich zurück, manchmal kommt Trauer auf und in anderen Momenten fühle ich tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich diese Momente erleben durfte und sogar heute noch daran zehren kann.

Um zu meiner ursprünglichen Frage zurückzukehren: Die Veränderung passiert trotzdem, auch wenn wir nicht bereit dafür sind. Oftmals schleicht sie sich auf Zehenspitzen in unser Leben ein und wir bekommen sie erst mitten auf unserer neuen Abzweigung mit, wenn wir plötzlich merken, dass unser Blick nun weiter schweifen kann und wir viel klarer sehen. Fast als hätten wir einen Berg erklommen, ohne es wirklich zu begreifen, aufgewacht sind wir dann als wir bereits oben am Gipfel standen. Überwältigt wie weit wir sehen können, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus.

Könnt ihr euch noch an eure letzte Veränderung erinnern und wann ihr sie bemerkt habt?

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: webandi/Pixabay