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Meine Anti-Stress Notizen

Es war eine Entscheidung, die ich im letzten Jahr aus dem Bauch getroffen habe. Rückblickend betrachtet, waren es wahnsinnig bereichernde 6 Monate, die mich enorm reifen haben lassen, mir zu verstehen gegeben haben, wer ich bin, was mich ausmacht und wie wichtig meine Bedürfnisse sind.

Im März hat sie begonnen, die Ausbildung zur Expertin für Stressmanagement und Burnout-Prävention. Wie sahen meine Erfahrungen mit Stress damals aus? Ich kannte ihn als ein Gefühl, das Besitz von einem ergreift, das meinen Pulsschlag beschleunigt, meine Gedanken wirr werden und mich schwer fokussieren lässt. Sozusagen als Draufgabe beginnen die Emotionen Überhand zu nehmen und kontrollieren in diesem Moment mein Verhalten.

Kam ich gut mit Stress klar?

Großteils gelang es mir gut die verschiedensten Bereiche zu jonglieren und Aufgaben „abzuhaken“ – die Zeit, die ich dafür opferte, war jedoch meine Freizeit und meine Bedürfnisse wurden selbstverständlich hinten angestellt.

Mir kommt es nicht vor als wäre Stress ein Tabuthema, trotz alledem wird immer wieder so getan, als gehöre er fortan zum Leben dazu und als sei es normal jeden Tag gestresst und überarbeitet zu sein.

Was passiert jetzt mit den vielen Informationen, die ich aufgesogen habe?

Ich möchte ab sofort wöchentlich eine meiner Erkenntnisse mit euch teilen. Es wird nicht immer was Neues sein, aber mir reicht es schon, wenn ich eventuell den Einen oder die Andere daran erinnere 😉

Wie geht‘s euch mit Stress und wie geht ihr damit um?

Alles Liebe, Rox

Foto Credit: Rox, Korfu 2021

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„Glücklichsein liegt irgendwo zwischen zu viel und zu wenig“ (Finnisches Sprichwort)

Ich finde mich gerade in einer Situation wider, wo es mir sehr schwer fällt, die richtige Grenze zu ziehen. Das richtige Pensum auszuloten, an zu Viel und zu wenig. So ganz in meiner Mitte, also so ganz „glücklich“ fühl ich mich gerade irgendwie nicht. Frag ich mich jedoch, warum GENAU das so ist, fällt es mir gar nicht leicht es zu definieren. Denn eigentlich geht es mir doch gut: Ich habe eine wundervolle Familie, super Freunde, einen guten, abwechslungsreichen Job, Freizeit, in der Liebe bahnt sich was an. WARUM um Himmels willen, bin ich dann also nicht 100%ig glücklich? Vielen anderen geht es doch weit schlechter, und sind glücklicher. Da habe ich erst ein Buch gelesen, wo eine querschnittsgelähmte Rollstuhlfahrerin darüber schreibt, welche Dinge im Leben nicht alle wundervoll sind und dass – sobald man unveränderbare Dinge lernt zu akzeptieren – super schöne Dinge wie von allein geschehen. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, schämte ich mich auch. „Sei doch einfach zufrieden, mit dem was DU alles hast!“, klang die Stimme in mir. Und ja, ein paar Stunden oder Tage hielt diese Einstellung auch an. Und dann? Tja dann kam der Alltag wieder. Job, Stress, Vergleiche mit Freunden/Bekannten, irgendwelche Stereotypen, selbstgesteckte Ziele, die man noch lange nicht erreicht hat – vielleicht noch nicht mal die ersten Schritte danach gesetzt hat. Und wieder fühle ich mich schlecht und „nicht genug“.

Aber stop. Was läuft hier schief?? Warum kann ich nicht mehr einfach zufrieden sein, einfach glücklich sein mit dem was ist? Das konnte ich doch früher viel besser! Warum muss ich immer nach MEHR streben?

Wenn ich so drüber nachdenke, fällt mir auf: ich befinde mich ja in einem Kreislauf. So ganz still und leise, hat es sich eingeschlichen. Ich weiß auch nicht mehr, wann es genau begann. Aber es ist hat mit der „neuen“ Art und Form sein Leben zu leben zu tun. Im Job jagt ein ToDo das nächste – schneller sein, aber dabei genauer arbeiten und alles berücksichtigen. Im Freundeskreis erwartet jeder sofort eine Antwort in den Chats nach neuen Terminen und Events. Die Familie will man dann aber auch zu Gesicht bekommen und der Haushalt hat auch kein Erbarmen mit einem und will erledigt werden. Doch wo ist plötzlich die Zeit hin, wenn man abends um 10 mal endlich mal etwas zur Ruhe kommt? Wo ist die Zeit hin, wenn man eigentlich noch 5 andere offene Dinge erledigen wollte? Und wo haben jetzt noch die 2-3 Stunden Platz, die man sich eigentlich für sich gönnen wollte um entspannen zu können?

Ich glaube ich weiß woran es liegen könnte. Wir nehmen uns manchmal schlicht zu viel vor. Klingt ja alles verlockend und wir wollen auch am liebsten alles auf einmal. Wollen uns nicht einschränken, sondern „uns ganz entfalten“, wollen unser „wahres Potential ausschöpfen“. In allen Richtungen. Und wir wollen dabei auch keinen enttäuschen und die kalte Schulter zeigen. Ein „Nein“ fühlt sich oft als Niederlage an, denn es geht ja vielleicht doch irgendwie. Im Job erwartet man schließlich auch, dass sich alles ausgeht. Immer mehr ToDos in immer weniger Zeit. Das wird uns kleinweise und sukzessiv eingebläut und antrainiert. Und wenn man schon so schön drinnen ist, nimmt man das Tempo und seine hohen Anforderungen an sich selbst auch mit nach Hause. Man klebt sich ein immaginäres Post-It auf sein Hirn das sagt „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“. Dieser alte Spruch, den man aus der Kindheit kennt, kann ja nicht so falsch sein oder?

Doch! Denn die Zeiten haben sich verändert. Heute haben wir nicht mehr nur EIN Hobby, wir haben fünf. Heute arbeiten wir nicht mehr bis Vier, wir arbeiten bis Sechs. Heute limitieren wir unsere Freizeitaktivitäten nicht mehr auf ein Event pro Woche – und machen uns dies ganz nebenbei persönlich oder telefonisch aus – nein, heute haben wir jeden Abend was anderes vor und kommunizieren über zehn verschiedene Chats, wo jeweils viele Personen beteiligt sind und man zuerst viele Nachrichten durchackert muss und anschließend selber verfasst, bevor man sich auf etwas fixiert.

Und wir wundern uns noch? Wundern uns noch, warum wir alle nach der Reihe ausbrennen und „Burn Out“ haben? Warum Nachrichten wie diese hier immer mehr im Kommen sind, die sagen, dass schon jeder Vierte unter uns Burnout-gefährdet ist?:  http://derstandard.at/2000053012477/Jeder-Vierte-steuert-auf-Burnout-zu

Dabei werden die Ausgebrannten immer jünger und der Stress oder das Burnout ist nicht mehr auf den Job begrenzt. Nein, schon lange ist der Freizeit-Stress ein bedeutendes Thema geworden.

Mein Vorschlag: Warum steigen wir nicht einfach aus aus dem Teufelskreis? Man kann es sofort umsetzen. Ich habe folgende Dinge für mich als sehr nützlich entdeckt und werde diese Schritt für Schritt umsetzen, vielleicht sind sie ja auch für dich ganz hilfreich:

  • Früher schlafen gehen. Wenn ich mich müde fühle, kann und DARF es auch mal sein, dass ich bereits um 9 oder halb 10 im Bett liege.
  • Whats App und Messenger Nachrichten nicht mehr ständig checken. Es reicht, wenn ich mir ein Zeitfenster nehme, z.B. eine halbe Stunde abends, und dann auch nur die Wichtigsten beantworte. Weiters informiere ich ggf. meinen engsten Kreis über meine reduzierten Social Media-Aktivitäten und dass sie sich bei Wichtigem gerne telefonisch oder per SMS melden können.
  • Lernen „Nein“ zu sagen. Es bringt keinem etwas, wenn ich bei allem zusage, dann aber nur mit halben Herz dabei bin. Lieber nur 1-2 Dinge pro Woche fixieren, aber diese dafür mit Freude, Leib und Seele erleben. Die restliche Zeit ist die „neue Freizeit“, die man wieder neu für sich entdecken kann um einfach „Nichts zu tun“ – was heutzutage gar nicht mehr so einfach ist umzusetzen …

Abschließend, und um auf das Sprichwort der Headline nochmal einzugehen: Heute ist es aus meiner Sicht zu einem der schwierigsten Dinge geworden, die Balance zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ für sich auszuloten. Aber es ist leider hausgemacht und weil wir uns vom Mainstrem mitreissen lassen. Es ist nicht „zu wenig“ wenn wir mal nichts tun, wenn wir einen Abend mal nur auf der Couch liegen oder uns erlauben mal um 9 ins Bett zu gehen. Wir sind deswegen kein kleines Kind oder zu schwach. Probieren wir es doch aus, finden wir wieder das was sich für UNS gut anfühlt und vergessen wir ab und zu mal die vielen ToDos, unsere aktuelle Zeit und denken nicht permanent was die anderen nicht alles Tolles machen. Einmal mehr auf die Bremse zu treten, stehen zu bleiben oder auszusteigen und dabei den Ausblick zu genießen kann noch viel toller sein. Lasst es uns versuchen.

Viel Glück bei deinen „Weniger“-Erfahrungen,

Deine Keks