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Emotional & überfordert

Wir Menschen beschreiben Gemütszustände, um zu erklären, wie es uns aktuell geht und was wir fühlen. Zugegeben, konkrete Gefühle zu beschreiben, ist auch oft schon eine Monsteraufgabe. Dann im Anschluss noch zu wissen, wo sie ihren Ursprung nehmen ist dann die Königsdisziplin. Ich würde für mich gerne so etwas einführen wie einen Lebensphasenzustand. Wie es der Titel bereits so schön ausdrückt, zu mir passt aktuell der Status „emotional & überfordert“.

Wie des Öfteren hat sich der Zustand über die letzten Wochen schleichend entwickelt. Stabil stand ich auf meinen beiden Beinen, als diverse Unwetter mich versucht haben ins Wanken zu bringen oder mich gar zu Boden werfen wollten. Für mich war es keine Option, einen Schalter zu drücken und in den Stillstand zu gehen. Daher gab es nur die eine Möglichkeit: Gummistiefel, Wind- und Regenjacke besorgen, um dem Gewitter noch besser ausgestattet, standhalten zu können.

Das Immunsystem begann dann noch zusätzlich sich zu melden, um das Bild dann für mich komplett zu malen. Ich brauchte Ruhe und Zeit um mich wieder zu regenerieren und wollte mich zu allererst um mich und mein Wohlbefinden kümmern. Aber es war schwer. Vor Negativität flüchtete ich und auch vor jeglichen Schlagzeilen und Nachrichten, die mich nach unten ziehen und mir Lebensenergie entziehen konnten. Es war schwer genug diesen Lebensphasenzustand zu verlassen, da wollte ich durch diese Art von Neuigkeiten nicht noch weiter davon wegrücken.

Ich frage mich, was ich brauche, um mich wieder wohl und vollständig zu fühlen?

  • Mir ist natürlich klar, dass es Dinge gibt, die ich nicht beeinflussen kann. Das bleibt dann nur ein sehr inniger, stiller Wunsch und Hoffnung auf eine bessere Welt. Ich wünsche mir wieder Stabilität und Frieden auf der Welt – ein Leben, das wieder mehr Positives bereithält und in dessen Zukunft man gerne und voller Zuversicht schreiten möchte.
  • Mich weniger getrieben zu fühlen und mal von meinen To-Do-Listen die Finger lassen zu können, ohne dass ich ein schlechtes und unrundes Gefühl damit habe. Das Leben für mich soll keine To-Do-Liste sein, die sich nur ständig verlängert und aufgrund der meine Stimmung von Tag zu Tag schlechter wird.
  • Zeit für mich um die Batterie wieder aufzutanken, aber dafür benötige ich auch wertvolle Zeit mit meinen Liebsten.
  • Die Bewegung in der Natur. Durch den Wald zu laufen, mit jeder Faser meines Ichs in diesem Moment im Jetzt zu sein, ist für mich die reinste Form der Meditation, die es gibt. Danach fühl ich mich erfrischt und pudelwohl.
  • Die Gefühle auch mal zuzulassen – Musik zu spielen, die diese Gefühle bei mir lösen, hilft mir zum Beispiel. Ich bin kein Fan davon Emotionen zu verdrängen, sie sind in uns um gefühlt zu werden. Es gehört zum Heilungsprozess dazu.

Was für mich aktuell gut funktioniert – kurze Meditationen, entweder am Beginn des Tages oder am Abend, auch Yoga hilft mir um nach einem turbulenten Tag den Kopf auszulüften und einen kleinen Reset zu starten. Es kann aber auch mal ein gutes Buch sein. Einfach mal innehalten und dich fragen, was du gerade brauchst.

Was sind eure Tipps und was hilft euch?

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: Photo by Aline de Nadai on Unsplash

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Kampfhaltung adé

Und wieder passierte es, das Blut stieg mir in den Kopf, mir wurde heiß, meine Emotionen spielten verrückt, unmöglich wurde es mir meinem Gegenüber weiterhin offen und neutral zuzuhören. In Gedanken hatte ich bereits einen meiner Boxhandschuhe in der Hand und war dabei in mir anzuziehen. Mein Gesprächspartner bekam davon relativ wenig mit, führte seinen Monolog weiter, während ich bereits innerlich meine Kampfhaltung angenommen, Schotten dicht gemacht hatte und den Ausnahmezustand in meinem kompletten Organismus ausgerufen hatte.

Erinnerst du dich, wann es dir zuletzt so erging? Hast du dich dabei ähnlich gefühlt?

Erst im vergangen Jahr habe ich mich sehr bewusst mit diesem Thema beschäftigt. Ich wollte die Trigger verstehen, die mich innerlich ausrasten ließen. Ich wollte in bestimmten Momenten kein Opfer mehr sein und mein Leben aktiv steuern. Doch das beinhaltete auch, einerseits nicht alles zu persönlich zu nehmen, und andererseits Nein sagen zu können und für sich einzustehen, wenn es darauf ankam. Tja und hier beginnt auch zumeist schon das Dilemma – denn das bedeutet, dass man das eine vom anderen unterscheiden können sollte. Bevor die Emotionen uns leiten und klares Denken unmöglich wird, sollten wir für einen kurzen Augenblick einen Wahrheits-Check einleiten.

Tu ich der Person unrecht? Geht es eigentlich um meine Person?

Ich habe mir die Fragen vor allem im letzten Jahr oft selbst beantwortet. Viel zu oft verharren wir gerne in der Opferhaltung, wir machen alles und jeden für unsere Reaktionen verantwortlich. Die Boxhandschuhe sind schnell man angezogen und in dem Moment ist kein klarer Gedanke oder ein Gespräch auf Augenhöhe mehr möglich. Konstant versuchen wir unser Selbstwertgefühl zu verteidigen wie unseren heiligen Gral.

Anstatt unseren Emotionen Einhalt zu gebieten und noch einmal bewusst nachzudenken, reagieren wir überzogen und emotional. Es passiert alles in Sekundenschnelle – das Gespräch ist ab diesem Zeitpunkt für uns beendet.

Meist gelingt es mir zwar noch nicht auf Anhieb in jeder Situation, doch mit ein wenig Abstand und Reflexion habe ich mir zuletzt die Antwort geben können, dass wir unseren Wert höher einschätzen und besser über uns denken sollten. Nur, wenn unser Selbstbewusstsein nicht stark genug ist, lassen wir uns von unserem Gegenüber verunsichern und aus der Bahn werfen.

Was sollten wir tun, wenn unsere Emotionen mal wieder überkochen?

Ruhe bewahren, tief ein- und ausatmen. Einen Schritt zurücktreten und das innere Gespräch mit uns suchen. Was passiert gerade? Anstelle der Boxhandschuhe können wir es mit Verständnis und Nachfragen versuchen. Schieben wir den Fokus von uns auf die andere Person. Versuchen wir das Gesagte und den Hintergrund zu verstehen. Auf keinen Fall sollte es ungeprüft zu unserer Wahrheit werden.

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: kalhh/Pixabay

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Samstagsweisheit

Fear is like fire, you can warm your hands on it.
Fear is like fire, you can burn your house down with it.

Fink, „Fear is like fire“
Foto Credit: Pixabay / 12019