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Zu feminin?

Still und heimlich entstand das Bündnis. Hinter meinem Rücken wurde gesprochen und letztendlich über meine Zukunft entschieden. Sah ich es kommen? Ich würde sagen, es lag nahe, da ich immer mal wieder zu dem Punkt gelange, an dem ich mir genau diese Frage stelle. Nun ist es vor etlichen Wochen passiert, mein innerer Kritiker hat meinen Helfer zuerst versucht zu überreden und als er dabei auf taube Ohren stieß, hat er ihn regelrecht niedergeknüppelt. Es folgt ein kurzer Auszug des Gesprächs bzw. des Monologs:

Sieh sie dir an, sie ist zu mitfühlend, so kommt man nicht weit im Leben. Das muss geändert werden.

Sieh sie dir an, sie ist zu hilfsbereit und will es allen recht machen, so bleibt sie auf der Strecke und entwickelt sich letztendlich zu einem unglücklichen Menschen.

Sieh sie dir an, sie ist zu harmoniebedürftig, um ernsthaft ihre Meinung durchzubringen.

Summa summarum: Sie ist schwach.

Natürlich wusste ich von diesen Sätzen nichts und im Nachhinein bin ich schockiert über die negativen Gedanken des Kritikers. Ich stimme auch nur bis zu einem gewissen Grad mit ihm überein. Wir alle haben Schwachpunkte und sollten in regelmäßigen Abständen unser Leben mit einem kritischen Blick von Außen betrachten. Sind wir, wie wir sein möchten? Sind wir gut zu uns und unseren Liebsten? Behandeln andere Menschen in unserem Leben uns wertschätzend?

Frauen, die mich faszinieren und die ich gerne um mich habe, zeichnen sich durch folgendes aus:

  • Sie sind authentisch und lassen ab und an Schwäche zu, dadurch können sie auch stark für andere sein.
  • Sie lassen es zu, sich mal an einer starken Schulter anzulehnen und entwickeln so genug Kraft, um dann der Fels in der Brandung zu sein, wenn ihre Liebsten, Unterstützung brauchen.
  • Sie hören dir aktiv zu, doch treten dir auch mal in den Allerwertesten, wenn du es verdient hast oder es einfach nur bitter notwendig hast.
  • Sie schätzen Harmonie und haben das Herz am rechten Fleck, aber weisen andere in ihre Schranken, wenn es notwendig ist.

Für mich sind sie echt, spielen keine Rollen und stehen zu ihren Fehlern. Sie machen sich selbst nichts vor und auch den anderen nicht. Sie sind authentisch und wollen nicht von jedem gemocht werden.

Starke Frauen achten auf ihr Seelenheil, ohne andere dafür manipulieren oder herabsetzen zu müssen. Sie tragen das Herz am rechten Fleck und machen die Welt zu einem besseren Ort.

Ich bin froh, viele solche Frauen in meinem Leben zu haben und fordere auch meine Leserinnen dazu auf, zu sein, wie ihr sein wollt, ohne permanent in Rollen gedrückt zu werden, die euch nicht stehen und nicht gut tun.

Foto Credit: pixabay/JacksonDavid

Bis bald ❤ Eure Rox

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Der perfekte Mensch

[Achtung: Text mit Sarkasmus geschmückt]

Der perfekte Mensch verschwendet keine Zeit, er holt sich was er braucht und von wem er möchte. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse stehen jederzeit im Vordergrund und werden mit höchster Priorität verfolgt. An andere zu denken, wird als Zeitverschwendung angesehen und davon wird Abstand genommen. Schließlich möchte man doch effizient bleiben.

Der perfekte Mensch hat sich sein Urteil über die Welt gebildet, jeder der sein Weltbild nicht teilt, ist nicht intelligent genug, um die weisen Ansichten zu teilen und zu verstehen.

Der perfekte Mensch hält sich nicht oft mit Emotionen auf, am ehesten noch dann, wenn es um die eigenen geht. Sobald ihn jemand konfrontiert, schlägt er zurück, immerhin hat er sich nichts vorzuwerfen, die anderen Menschen müssten endlich lernen, sich zu beherrschen und ihre Gefühle zu kontrollieren.

Dem perfekten Menschen wird des Öfteren vorgeworfen, er hätte jemanden beleidigt, dieser Vorwurf wird sofort entkräftet, die Menschen müssten endlich lernen stärker zu werden, sie waren viel zu sensibel und zu schwach. Zudem ist es doch in Ordnung seine Meinung zu sagen und die Wahrheit ist eben nicht immer schön, das musste man als erwachsener Mensch schon wegstecken können.

Der perfekte Mensch hält sich nicht mit Reflexion auf, das ist ein Wort für Spirituelle, die sich ihr ganzes Leben nicht finden und permanent mit Selbstoptimierung beschäftigt sind. Jeder Mensch hat seinen bestimmten Charakter und das viele Grübeln und Nachdenken war die Zeit und Energie nicht wert.

Ist perfekt sein ein Ideal? Bin ich traurig darüber, nur „halbfertig“ zu sein und meine Schwächen zu haben? Nein.

Stört es mich, dass ich über jegliche Themen in meinem Leben grüble und mein Handeln zu oft kritisch hinterfrage? Ja, es ist nicht immer in jeder Lebenslage angemessen und man muss achtsam mit dem inneren Kritiker umgehen und wissen, wann man ihn wie im Zaun hält.

Aber mit einem dieser perfekten Menschen möchte ich nicht tauschen.

Bis bald, eure Rox