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Mittwochsweisheit

Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.

John Steinbeck
Aus dem Urlaub ganz ohne Kalender und Termine
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Sonntagszitat

Solange Unbewusstes nicht bewusst gemacht wird, lenkt es dein Leben und du nennst es Schicksal.

Carl Gustav Jung
Foto Credit: Bessi / Pixabay
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The power of love

When the power of love overcomes the love of power the world will know peace.

Jimi Hendrix
Pixabay/PhotoMIX-Company
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Kampfhaltung adé

Und wieder passierte es, das Blut stieg mir in den Kopf, mir wurde heiß, meine Emotionen spielten verrückt, unmöglich wurde es mir meinem Gegenüber weiterhin offen und neutral zuzuhören. In Gedanken hatte ich bereits einen meiner Boxhandschuhe in der Hand und war dabei in mir anzuziehen. Mein Gesprächspartner bekam davon relativ wenig mit, führte seinen Monolog weiter, während ich bereits innerlich meine Kampfhaltung angenommen, Schotten dicht gemacht hatte und den Ausnahmezustand in meinem kompletten Organismus ausgerufen hatte.

Erinnerst du dich, wann es dir zuletzt so erging? Hast du dich dabei ähnlich gefühlt?

Erst im vergangen Jahr habe ich mich sehr bewusst mit diesem Thema beschäftigt. Ich wollte die Trigger verstehen, die mich innerlich ausrasten ließen. Ich wollte in bestimmten Momenten kein Opfer mehr sein und mein Leben aktiv steuern. Doch das beinhaltete auch, einerseits nicht alles zu persönlich zu nehmen, und andererseits Nein sagen zu können und für sich einzustehen, wenn es darauf ankam. Tja und hier beginnt auch zumeist schon das Dilemma – denn das bedeutet, dass man das eine vom anderen unterscheiden können sollte. Bevor die Emotionen uns leiten und klares Denken unmöglich wird, sollten wir für einen kurzen Augenblick einen Wahrheits-Check einleiten.

Tu ich der Person unrecht? Geht es eigentlich um meine Person?

Ich habe mir die Fragen vor allem im letzten Jahr oft selbst beantwortet. Viel zu oft verharren wir gerne in der Opferhaltung, wir machen alles und jeden für unsere Reaktionen verantwortlich. Die Boxhandschuhe sind schnell man angezogen und in dem Moment ist kein klarer Gedanke oder ein Gespräch auf Augenhöhe mehr möglich. Konstant versuchen wir unser Selbstwertgefühl zu verteidigen wie unseren heiligen Gral.

Anstatt unseren Emotionen Einhalt zu gebieten und noch einmal bewusst nachzudenken, reagieren wir überzogen und emotional. Es passiert alles in Sekundenschnelle – das Gespräch ist ab diesem Zeitpunkt für uns beendet.

Meist gelingt es mir zwar noch nicht auf Anhieb in jeder Situation, doch mit ein wenig Abstand und Reflexion habe ich mir zuletzt die Antwort geben können, dass wir unseren Wert höher einschätzen und besser über uns denken sollten. Nur, wenn unser Selbstbewusstsein nicht stark genug ist, lassen wir uns von unserem Gegenüber verunsichern und aus der Bahn werfen.

Was sollten wir tun, wenn unsere Emotionen mal wieder überkochen?

Ruhe bewahren, tief ein- und ausatmen. Einen Schritt zurücktreten und das innere Gespräch mit uns suchen. Was passiert gerade? Anstelle der Boxhandschuhe können wir es mit Verständnis und Nachfragen versuchen. Schieben wir den Fokus von uns auf die andere Person. Versuchen wir das Gesagte und den Hintergrund zu verstehen. Auf keinen Fall sollte es ungeprüft zu unserer Wahrheit werden.

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: kalhh/Pixabay

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Menschen lieben Geheimrezepte

Es scheint als wäre es zum Volkssport Nummer 1 geworden – wir lechzen nach Geheimrezepten, um unabhängig, reich, sportlich, selbstbewusst und zur besten Version unserer Selbst zu werden.

Mir stellen sich mittlerweile meine Nackenhaare auf, wenn ich Schlüsselbegriffe lese, die in diese Kerbe schlagen. Selbstoptimierung ist das neue Ziel, das wir erreichen MÜSSEN – zumindest wird es meist so propagiert. Gibst du dich mit dem zufrieden, was du hast und strebst nicht nach künstlichem Perfektionismus, bist du einfältig, inkonsequent und schlicht weg viel zu schwach. Sei protzig, sei aggressiv, auffällig und zeig der Welt, wer du bist – schrei es hinaus, selbst, wenn es niemand hören will und du es dir tief im Inneren auch nicht glaubst.

Bei all diesem Optimierungswahn vermisse ich die Authentizität – ich vermisse Menschen, die ehrlich sind und im Kontakt mit ihren Emotionen und Bedürfnissen sind. Mir ist eine Person sympathischer, die mir erzählt, sie komme mit all den äußeren, aber auch inneren Erwartungen schwer klar, versuche aber Schritt für Schritt so zu leben, dass sie selbst noch ihr Spiegelbild betrachten kann. Es gibt Tage, an denen sie stolz auf sich ist, sie hat Sport betrieben und sich großteils gesund ernährt, aber es gibt auch Tage, an denen sie weit entfernt davon ist, ausgeglichen zu sein und sich mit einer Pizza zu Hause verkriecht.

Nun stelle ich mir also die Frage, was es ist, dass die Menschen lechzen lässt nach diesen Geheimrezepten?

  • Superlative sind seit längerem in – Alles muss schneller, neuer, besser, stärker und öfter geschehen. Es ist in – ich möchte auch mitreden können und Teil des Optimum sein. Menschen wollen nichts verpassen und möchten dazu gehören.
  • Ein Geheimrezept hört sich einfach an – jemand gibt mir eine Bauanleitung für ein bestimmtes Resultat. Da der Mensch (viel mehr sein Gehirn) von Natur aus bequem ist, klingt das verlockend und einfach.
  • Menschen sind neugierig und viele noch dazu wissbegierig – es könnte doch etwas sein, das mir ernsthaft Spaß bringt und mir zu einem besseren Leben verhilft, warum also nicht versuchen?

Damit möchte ich keineswegs aussagen, dass ich noch nie Bücher, Workshops oder Seminare besucht habe, die mir Tipps für ein besseres Leben versprochen hatten. Auch ich bin ständig auf der Reise zu einer optimierteren Version von mir.
Doch was bedeutet verbessert für mich?

  • Ich lebe ein Leben, das für mich passt und sich richtig anfühlt. Ich reduziere Vergleiche mit anderen, da sie mich nur unglücklich machen.
  • Mein Selbstwert hängt weder von anderen Personen, noch primär von äußeren Faktoren ab. Ich kümmere mich gut um mich selbst und versuche den Draht zu mir nicht zu verlieren.
  • Ich sitze am Steuer, das durch mein Leben navigiert. Auch wenn es noch so stürmisch wird und verlockend ist, den verantwortungsvollen Job abzugeben und ein passiver Passagier zu werden, gebe ich das Steuer nicht ab.
    Das bedeutet auch, dass ich versuche meinem Autopiloten auf die Schliche zu kommen – anstatt blind durchs Leben zu taumeln, zu denken und zu tun, was ich immer schon getan habe. Ich versuche mir vieles bewusst zu machen und auch Denkweisen und Handlungen zu hinterfragen.

Wie geht es euch mit dem Optimierungswahn der heutigen Zeit und steuert ihr dagegen?

Bis bald, eure Rox

Foto Credit: Pixabay/Einladung_zum_Essen