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Der perfekte Mensch

[Achtung: Text mit Sarkasmus geschmückt]

Der perfekte Mensch verschwendet keine Zeit, er holt sich was er braucht und von wem er möchte. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse stehen jederzeit im Vordergrund und werden mit höchster Priorität verfolgt. An andere zu denken, wird als Zeitverschwendung angesehen und davon wird Abstand genommen. Schließlich möchte man doch effizient bleiben.

Der perfekte Mensch hat sich sein Urteil über die Welt gebildet, jeder der sein Weltbild nicht teilt, ist nicht intelligent genug, um die weisen Ansichten zu teilen und zu verstehen.

Der perfekte Mensch hält sich nicht oft mit Emotionen auf, am ehesten noch dann, wenn es um die eigenen geht. Sobald ihn jemand konfrontiert, schlägt er zurück, immerhin hat er sich nichts vorzuwerfen, die anderen Menschen müssten endlich lernen, sich zu beherrschen und ihre Gefühle zu kontrollieren.

Dem perfekten Menschen wird des Öfteren vorgeworfen, er hätte jemanden beleidigt, dieser Vorwurf wird sofort entkräftet, die Menschen müssten endlich lernen stärker zu werden, sie waren viel zu sensibel und zu schwach. Zudem ist es doch in Ordnung seine Meinung zu sagen und die Wahrheit ist eben nicht immer schön, das musste man als erwachsener Mensch schon wegstecken können.

Der perfekte Mensch hält sich nicht mit Reflexion auf, das ist ein Wort für Spirituelle, die sich ihr ganzes Leben nicht finden und permanent mit Selbstoptimierung beschäftigt sind. Jeder Mensch hat seinen bestimmten Charakter und das viele Grübeln und Nachdenken war die Zeit und Energie nicht wert.

Ist perfekt sein ein Ideal? Bin ich traurig darüber, nur „halbfertig“ zu sein und meine Schwächen zu haben? Nein.

Stört es mich, dass ich über jegliche Themen in meinem Leben grüble und mein Handeln zu oft kritisch hinterfrage? Ja, es ist nicht immer in jeder Lebenslage angemessen und man muss achtsam mit dem inneren Kritiker umgehen und wissen, wann man ihn wie im Zaun hält.

Aber mit einem dieser perfekten Menschen möchte ich nicht tauschen.

Bis bald, eure Rox

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Deine Energie ist ein kostbares Gut

Und wieder sehe ich mich in einer Situation gefangen, in der man rein äußerlich betrachtet Menschen sieht, die miteinander Zeit verbringen, im Gespräch vertieft sind, bzw. wohl eher wild gestikulierend miteinander diskutieren. Was jedoch im Hintergrund passiert und ich stelle es mir gern bildlich vor, die Person hält meine Hand, sieht mich eindringlich an und saugt mir dabei meine Energie aus. Währenddessen werde ich immer bleicher und die Energie, die ich mir mühsam in meinen Körper geladen hatte, entweicht aus meinem Körper.

Vielleicht versetzt es mich nur deshalb in so einen Schock, denke ich über die letzte Woche nach, da im Urlaub vor 14 Tagen meine einzigen Sorgen waren, was wir essen und welche Sehenswürdigkeiten wir uns ansehen würden. Es war eine Pause, eine Pause vom Alltag und von all den Menschen, die sich regelmäßig an unserer Energie bedienen. Natürlich ist es viel einfacher sich die Energie von jenen Menschen zu holen, die regelmäßig gefüllte Tanks haben. Doch wann war es so weit gekommen, dass ich zum Spielball wurde und wann wäre der Zeitpunkt erreicht gewesen, aufzuschreien und mich selbst zu schützen?

Solch Analysen starte ich meistens in der Bewegung, meine liebste Aktivität in mich zu gehen und nachzudenken, ist das Laufen. Die trabende Bewegung und die Natur hilft mir dabei  Antworten zu finden. Folgendes versuche ich mir in Gedanken zu beantworten:

Bin ich zu gut? Lasse ich mich etwa ausnutzen? Warum stelle ich die Harmonie manches Mal über ein klares Nein, das mir lieber über die Lippen kommen würde?

Ein Entschluss lässt sich leicht fassen, schwer ist wie immer die Umsetzung und die Konsequenz im Verfolgen der Ziele. Aktueller Stand ist, dass ich an mir arbeite, ich bastle mir derzeit sozusagen mein eigenes Schutzschild. Herauszufinden, wann ich es einsetze und wann ich es lieber versteckt halte, ist jedoch die große Kunst.

Wie geht es euch damit und wie versucht ihr euch vor solch Energiefressern zu schützen?

Bis bald.

Eure Rox

 

 

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Dankesrede ans Laufen

Im Winter finden ja bekannterweise immer die Golden Globes und auch die Oscar Verleihung statt, bei meiner letzten Laufrunde am Wochenende kam mir der Gedanke, wie sehr ich dem Laufen dankbar bin und in Gedanken begann ich bereits eine Rede zu formulieren:

Vor 3 Jahren haben wir uns getroffen, davor war ich es satt, mich gestresst und träge zu fühlen. Ich wusste, ich brauchte ein Hobby, eines bei dem ich dem Körper Kondition beibrachte, bzw begann sie aufzubauen. Unser Techtelmechtel startete langsam, anfangs trafen wir uns nur 30 Minuten, danach war ich meistens fix und fertig, bis wir schlussendlich 3 Stunden miteinander verbrachten. Nach diesen intensiven Stunden war ich den restlichen Tag verzaubert von der Leistung, die wir gemeinsam – im wahrsten Sinne – auf die Strecke gebracht haben.

Ich danke dir – dem Laufen für:

  • Das Schärfen meines Bewusstseins für die Themen Ernährung und Bewegung, denn was wir essen ist der Treibstoff, den wir in uns tanken
  • Eine überdurchschnittliche Kondition, die mich selbst in der Arbeit zum Liftverweigerer macht
  • Eine bessere Körperhaltung und definiertere Muskeln (überwiegend im Beinbereich ;-))
  • Eine gesteigerte Konzentration, sowohl während als auch nach dem Laufen, währenddessen löse ich oft die ein oder anderen inneren Konflikte.
  • Mehr Selbstbewusstsein – dieses Hobby in Verbindung mit der Natur und persönlichen Zielen macht uns zu stärkeren Menschen
  • Stressabbau – du hilfst mir den aufgestauten Stress in regelmäßigen Abständen abzuschütteln
  • Eine psychische Gesundheit, die ein oder andere Laufrunde war für mich sehr stark therapeutischer Natur, vor allem in Verbindung mit meiner Freundin
  • Mehr Disziplin – ich trete mir öfter in den Allerwertesten und zwar, weil ich unrund werde, sobald ich keine Bewegung mache.

Um es zusammenzufassen: Danke, dass du aus mir eine bessere Version geschaffen hast. Auf weitere fitte Lebensjahre 🙂

Alles Liebe

Eure Rox

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„Be a good person but don’t waste time to prove it“ (Manas Disoriya)

Haben wir es nicht alle schon mal erlebt? Wir blicken in enttäuschte Gesichter, wir werden mit Distanz bestraft oder mit schnippischen Aussagen beworfen? Instinktiv kommen bei uns Selbstzweifel auf, wir haben das Gefühl etwas Falsches getan zu haben. Daraus wird oft schlussgefolgert: „Ich bin kein guter Mensch.“ Manch einer reflektiert, andere wiederum haben wohl bei der Geburt ein bisschen zu viel Selbstvertrauen in die Wiege gelegt bekommen und stellen nicht einmal annähernd das eigene Verhalten in Frage. Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt, ist: Wollen wir uns selbst als eine gute Person betrachten oder dass unsere Mitmenschen uns für eine halten?

Der Mensch sehnt sich nach Bestätigung und Wertschätzung. Ist uns jemand wohlgesonnen, könnte es im weitesten Sinne bedeuten, dass wir als guter Mensch gesehen werden. Sätze wie: Ich bin okay, ich bin ein guter Mensch“ fühlen sich für uns gut an und für viele Menschen ist es das Non-Plus-Ultra ein guter Mensch zu sein und sich am Ende des Tages im Spiegel betrachten zu können und sich nicht zu wünschen jemand anders zu sein.

  • Warum reicht uns oftmals nicht unsere eigene Beurteilung aus, um uns innerlich zu loben oder uns im geistigen Auge einen Orden zu verleihen für eine spezielle Handlung?
  • Warum ist es nicht „gut“ und nicht gern gesehen, natürlichen Egoismus anzuwenden und sich bewusst Zeit für sich selbst zu gönnen und andere hinten anzustellen?
  • Warum fühlt es sich für uns oft nicht „gut“ an Entscheidungen zu treffen, die unserem seelischen Gleichgewicht gut tun? Warum wird dieses Verhalten oft als egoistisch und schlecht dargestellt? Für mich wird die Zeit mit mir selbst immer knapper und gleichzeitig immer wertvoller.

Die Antwort auf meine Fragen ist eigentlich ganz simpel: Weil wir der Bestätigung von Außen mehr Gewicht geben, wir harmoniebedürftig sind, nicht anecken wollen und als „gut“ betrachtet werden wollen, koste es was es wolle, selbst, wenn wir uns selbst hinten anstellen und unsere seelische Balance gefährden.

Je älter ich werde, desto mehr beschäftige ich mich mit dem Thema ‚Selbstreflexion‘, dabei stelle ich auch immer wieder fest, dass diejenigen, die es bitter notwendig hätten ihr Verhalten zu hinterfragen, meist die Menschen sind, die mit Scheuklappen herumlaufen und sich wundern, warum die Welt voller Idioten ist.

Bis bald,

Eure Rox.

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Wie wir aufhören unsere Gedankenwelt zu vergiften

Manches Mal fühle ich mich wie ein Masochist, kaum im Strudel der negativen Gedanken drinnen, wird es schier unmöglich den Fängen zu entkommen. Genau in diesen Momenten macht es den Anschein, als würde es einem Teil in mir Spaß machen, sich über Stunden in negativen Gedanken zu wälzen.

So ein Tag – und es gibt zum Glück nicht viele davon – startet meist damit, dass ich schlecht geträumt habe oder etwas passiert, das meine Stimmung beeinträchtigt und mich so in die negative Ecke meines Kopfes drängt. Ich beginne Angst zu spüren und mir auszumalen, was nicht alles passieren könnte bzw. mir Sorgen um all jene Menschen zu machen, die ich liebe. Meistens ziehe ich mich nach einer bestimmten Zeit wieder selbst aus dem Strudel, in dem ich mich ablenke und mich mehr oder weniger selbst ermahne. Es gibt dann oft einen Zeitpunkt an diesem speziellen Tag, an dem es dem pragmatischen Ich in mir zu viel wird, da gibt es dann einen kurzen Wirbel und danach gehts besser.

Wie kann man diese Entwicklung abfangen und sich davor schützen?

  • Dinge tun, die man gerne macht mit Menschen, die man liebt, denn das Leben ist zu kurz um Zeit zu verschenken 🙂
  • Auf sich selbst achten, sich Zeit und Raum für Hobbies und Dinge nehmen, die einem Spaß machen. Mir macht es momentan viel Freude, neues zu lernen und meinen Horizont zu erweitern.
  • Sich Rituale schaffen und daran festhalten, denn sie geben Halt
  • Sich vor Augen halten, dass man vieles im Leben nicht beeinflussen kann. Wichtig ist, dass wir verstehen, dass wir das Leben nicht dadurch verbessern, dass wir ängstlich und voller Sorgen sind. Spinne ich immer wieder dieselben traurigen und trostlosen Gedanken, vergifte ich mein Hier und Jetzt. Zudem ändert es nichts daran, dass ich die Gedanken habe, da ich den weiteren Ausgang meines Lebens zu einem Teil zwar beeinflussen kann, zu einem anderen aber leider nicht.

Ich weiß nicht, wie es euch mit eurer Gedankenwelt momentan so geht, ich merke, dass sich die Stimmungslage mit dem Frühling verbessert hat. Je mehr ich mich um mich selbst kümmere und darauf achte, dass ich Dinge, tu, die Spaß machen, ob es eine neue Musik ist, die ich entdecke oder ein Buch, das mich fesselt oder aber einfach ein netter Abend im Garten bei einem Kaffee mit der Familie, desto besser und ausgeglichener fühle ich mich.

Bis bald.

Eure Rox.

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Don’t be pushed by your problems, be led by your dreams (Ralph Emmerson)

Ich blicke ihnen nach den Hochzeitsluftballons, ich sehe ihnen zu wie sie binnen weniger Sekunden immer höher aufsteigen und die angehängten Schilder mit den Glückwünschen sich immer weiter entfernen. In diesem Moment wir mir bewusst, dass es den meisten Menschen auch mit ihren Träumen so geht. Wenn wir alle kurz inne halten und in uns hinein hören: Wie vielen Luftballons haben wir schon wehmütig nachgesehen?

Ich versuche zu verstehen, aus welchen Gründen uns dies immer wieder passiert?

  • Zum Einen weil wir gewisse Träume nicht genug wollen und die Opfer daher auch nicht bringen möchten
  • Weil wir uns schwer tun zu riskieren und aus unserer Komfortzone heraustreten, wir könnten ja schweitern… Doch der wichtigste Punkte von allen ist meiner Meinung nach:
  • Wir sind im Hamsterrad namens Alltag gefangen und haben gelernt zu funktionieren, wir drehen immer wieder dieselben Runden, ohne zu hinterfragen, wofür.

Ich möchte mich dabei gar nicht selbst ausnehmen. Es ist schwer auszubrechen und auf seine innere Stimme zu hören, doch was wenn sie anfangs flüstert und nach geraumer Zeit immer lauter wird? Wenn wir nur öfter hinterfragen und in uns hinein hören, was könnten wir dann alles bewerkstelligen? Wie würde sich die Veränderung auf unseren Körper und unseren Geist auswirken? Wie können wir es ausprobieren? Gibt es einen harmloseren Weg dazu, sozusagen einen „Schnupperkurs“?

Ich starte klein und beginne mit Stunden, die ich nur mit mir verbringe um zu verstehen, woran ich Spaß habe und was ich so machen möchte, wenn ich einen ganzen Nachmittag einfach nur „frei“ habe.

Also vielleicht sollten wir die Luftballons nicht zu schnell fliegen lassen, bis wir uns im Klaren darüber sind, ob wir ihn wirklich gehen lassen wollen.

Eure Rox.

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Give me sun

Hattet ihr auch eine Phase in eurem Leben, in der es nicht laut genug sein konnte, am Wochenende konnte nicht genug passieren und unter der Woche – während ihr zur Arbeit gingt – hattet ihr auch noch den Nerv die letzten freien Stunden zuzupflastern indem ihr euch mit euren Freunden verabredet hattet?

Genau so ging es mir. Ich konnte nicht genug erleben und es musste immer etwas los sein. Wie ein Hamster im Rad, immer in Bewegung, dazwischen keine Zeit links und rechts zu schauen, geschweige denn das Erlebte zu verarbeiten.

Ich weiß nicht, ob es an der magischen Zahl „30“ liegt oder nur Zufall ist, aber es begann Anfang des Jahres, als ich den Drang nach Stille verspürte. Wochenenden sind nun mit viel Natur und Familie geschmückt. Dazwischen versuche ich mir Zeit für mich zu nehmen. Es muss nicht immer der Tag durchgetaktet sein. Mut zur Lücke sagte ich mir – was ist schon dabei, wenn wir ein Wochenende (oder mehrere) „planlos“ sind?

So sitze ich zum Beispiel nach einem meiner Waldläufe auf einer Bank und lasse meine Beine bräunen, so lange, bis es mich nicht mehr freut 😉

Bis bald. Eure Rox.

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Als ob der Frühling um uns buhlt

Du öffnest die Augen und die Sonne strahlt dir ins Gesicht. Du entscheidest dich spontan, noch zehn Minuten länger im Bett zu bleiben und die Sonnenstrahlen zu genießen. Nach einer Tasse Kaffee und einem kleinen Frühstück gehts ab nach Draußen, du brauchst die Kilometer, das Auspowern, die frische Luft und die Natur. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das ist genau das Futter, das meine Seele aktuell braucht. Ich bin in meinen Gedanken, halte für einen kurzen Moment inne und kann der Natur beim Aufwachen zusehen.

Der Winter hat seine Spuren hinterlassen

Dankend verabschiede ich mich vom Winter, ich werde ihm wohl keine Träne nachweinen und bin froh, dass das Intermezzo vorüber ist. Viel zu lange klebte er an meiner Seite und hat an meinen Nerven gezehrt. Unüberbrückbare Differenzen haben uns auseinandergebracht und ich bin froh darüber. Vieles, das vor dem Winter Spaß gemacht hatte, konnte mir in den letzten Monaten keine Freude mehr verschaffen. Ich war nie jemand, dem der Winter aufs Gemüt schlägt, doch dieses Jahr ist es auch bei mir passiert.

So richtig klar, dass der Bann gebrochen ist, ist es mir erst vor einer Woche geworden. Ich bin die Route gelaufen, die mir im Sommer und im Frühling, wenn die Tage länger waren, immer schon viel Spaß gemacht hat. Ich betrachtete die Blumen, Wiesen und Bäume und wie schön und mächtig sie alle blühten. Plötzlich wurde ich von einem unbeschreiblichen Glücksgefühl übermannt, das Laufen machte Spaß, die Sonne scheinte, mein Körper fühlte sich fit an und meine Gedanken waren positiv.

Ich hatte das Gefühl, dass ich zurück bin, noch nicht mit der kompletten Stärke, aber nah dran und es ist ja erst April 🙂

Bis bald.

Eure Rox

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Wenn der Herbst dich ausknockt…

Die Sonne scheint seltener, die Tage vergehen zu schnell, die Stimmung rasselt in den Keller und die Reizbarkeit steigt ins Unermessliche. Dieses Jahr stellt mich der Herbst auf eine Probe. Mir schießt dazu ein Bild in den Kopf: ich stehend im Ring, wippend zur Musik, dabei bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich genug trainiert habe und passend gekleidet bin, aber ich nehme die Herausforderung an. Ich höre die Glocken läuten, auf geht’s der Kampf beginnt…

Die Vier Jahreszeiten gibt es aus einem bestimmten Grund: im Sommer sind wir aktiv & unternehmungslustig, während wir uns im Winter zurückziehen, in uns gehen, das Jahr revue passieren lassen und viel Zeit grübelnd verbringen. Der Frühling und Herbst waren wohl dazu gedacht, uns langsam auf den bevorstehenden Wechsel vorzubereiten. Nicht immer gelingt das, vor allem nicht immer können und wollen wir mitspielen, sozusagen ein neues Programm in uns starten.

Da wir wohl erzogen sind und uns zivilisiert verhalten sollten, können wir nicht brüllend und grantig durch die Gegend laufen und andere Menschen für unser Innenleben verantwortlich machen. Zugegebenmaßen ist eben dieses Verhalten oft sehr verlockend, vor allem wenn es einem manche Mitmenschen doch sehr einfach machen.

Ich habe mich innerlich die letzten Wochen damit konfrontiert, mich gefragt, ob ich so sein möchte: ängstlich, wütend, lustlos und motivationslos. Mich erfüllt es natürlich nicht mit Freude, wenn ich mich an manchen Tagen selbst nicht riechen kann, aber was wir wohl alle akzeptieren müssen ist, dass es Zeit benötigt sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Wir sind Menschen und sollten lernen unsere Gefühlsregungen zu akzeptieren, was natürlich nicht bedeutet, dass wir es grundlos an anderen Personen auslassen sollten. Damit meine ich eher, dass wir zulassen sollten, dass wir an manchen Tagen mehr Zeit mit uns selbst verbringen möchten, in uns gehen wollen, möglicherweise einen Tag im Pijama verweilen, während wir an anderen Tagen die Nacht durchtanzen oder wir von Glück erfüllt sind, wenn die Familie zusammen kommt und alle gesund sind.

Das Leben hat viele Facetten, es gibt stürmische, verschneite Abende, aber auch  heiße Sommertage, die wir im Bikini am Pool verbringen.

Bis zum nächsten Mal.

Eure Rox

 

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Die Angst vorm Alleinsein und warum wir dadurch viel verpassen

Und wieder hat keiner meiner Freunde Zeit und wieder überkommt mich das schon allzu bekannte Gefühl, ich müsste auf etwas verzichten, was mir eigentlich enorm viel Spaß gemacht hätte. Nur wie sieht denn das aus, alleine unterwegs zu sein? Wie armselig würde ich mich fühlen mit Familien und Pärchen im Bus sitzend, am Weg zu den bekannten Stauseen? Wenn ihr ganz tief in euch hineinfühlt, seid ehrlich zu euch, wie oft habt ihr euch das schon gedacht und den Gedanken ein einen Tag mit euch ganz allein wieder verworfen? Es fühlt sich ein bisschen an, wie einen Teil von mir, der sich gefreut hätte, zu versetzen.

Nein. Dieses Mal würde ich es nicht tun. Ich würde mir beweisen, wie mutig ich war und diesen Ausflug ganz auf mich alleine gestellt, durchziehen. Ich ertappte mich sogar dabei, aufgeregt zu sein, mir Fotos und Routen im Internet rauszusuchen und mir den bevorstehenden Tag in Gedanken auszumalen. Irgendwie hatte es auch etwas, einmal über acht Stunden auf niemanden Rücksicht zu nehmen, außer auf mich. Keine Kompromisse, keine Diskussionen, schlicht und einfach kein In-der-Mitte-treffen, es ging und mich und meine Wünsche. So war es zumindest in meiner Vorstellung – doch traf das auch in der Realität zu? Das werde ich später auflösen 🙂

Als ich den kommenden Tag in Gedanken durchspielte, stelle ich mir auch immer wieder die Frage, warum es heutzutage etwas Außergewöhnliches ist, alleine auf Reisen zu sein. Man wird ein bisschen wie ein Außenseiter behandelt, der keine Freunde hat und diese schönen Erinnerungen nie mit jemandem teilen kann. Von klein auf sind wir es gewohnt: wir haben Geschwister, Freunde, Partner, schlicht weg Wegbegleiter, mit denen wir Neues entdecken, Spaß haben und Abenteuer erleben. Viel zu oft vergessen wir jedoch, auch Schönes mit uns selbst zu entdecken. Immerhin kann einen das auch ganz schön bereichern, die Ruhe zu genießen, mit anzusehen wie ein Konflikt, den man schon seit Tagen mit sich rumschleppt, sich in Luft auflöst, die Schönheit des Gesehenen in sich aufzunehmen und für eine Zeit alles rund um sich zu vergessen.

Ihr möchtet nun bestimmt wissen, wie es mir ergangen ist? War es ein furchtbarer Tag? Ist alles schief gelaufen? Wurde mir langweilig? Ich kann euch entwarnen – es war sogar viel besser als erwartet. Ich hatte meinen Rucksack mit meinem Kindle, Wasser, einer Banane, meinem Mobiltelefon fürs Fotos Schießen und Geld gepackt und mich auf den Weg gemacht. Mein Tag war bestimmt von: ganz kurz Leute beobachten, das macht oft auch wirklich Spaß, gerade wenn man für längere Zeit im Bus sitzt 😉 (es gibt zwar selten jemand zu, aber es tut doch wirklich jeder), bergauf und bergab zu einer Alm zu wandern, gut zu speisen, mir einen gemütlichen Platz zu suchen um zu lesen und ganz viel Staunen und Gespräche mit mir (natürlich in Gedanken ;))

Ich würde es jederzeit wieder mit mir alleine aushalten wollen.

Liebe Grüße und bis bald

Roxy