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Mit dir

Erst heute, als ich diese Blume sah, musste ich an dich denken, doch das ist kein Einzelfall, denn:

In Gedanken bin ich regelmäßig im Gespräch mit dir.

Im Geiste stelle ich mir vor, wie wir auf deiner Terrasse sitzend miteinander lachen und die aktuellsten Neuigkeiten austauschen.

Mit dem Herzen spüre ich nach wie vor die enge Verbundenheit aber auch den tiefen Schmerz des Verlustes.

In meinen Träumen bist du Dauergast und bist mir dadurch nahe. Wir sind beisammen und der Gedanke, es wäre alles wieder wie früher, lässt mich innerlich jubeln. Ich bin glücklich und zufrieden. Ich wache auf und stelle fest, dass es ein Traum war und nicht die Realität.

Mein Körper stellt sich vor wie es wäre dich noch einmal aus tiefstem Herzen zu umarmen, so fest und so lange bis meine Arme schmerzen.

Du bist mit mir und ich bin mit dir – mein Leben lang. Ich vermisse dich.

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Was du mich gelehrt hast

Diesen Samstag hättest du Geburtstag. Der erste, an dem ich dir nicht gratulieren kann. In Gedanken stoße ich mit dir an und diese Zeilen richte ich im Stillen an dich. Was du mich gelehrt hast, lässt sich schwer in einem Blog Post ausdrücken, zumindest Ansätze kann ich versuchen, unterzubringen.

Durch dich habe ich gelernt:

Egal was sich mir im Leben in den Weg stellt, ich mache zuallererst einen Schritt zurück und atme tief durch. Du hast mir mit auf den Weg gegeben, dass ich unglaublich stark und einzigartig in meinem Wesen bin und ich ohnehin die richtigen Entscheidungen im Leben – mit Entschlossenheit -treffen werde. Ich hatte immer das Gefühl, egal was passiert, du stündest hinter mir. Dieses Vertrauen, das wir uns geschenkt haben, spüre ich auch jetzt noch.

Gefühlvoll zu sein, auch mal Schwäche zu zeigen, du hast mich gelehrt, dass es kein Fehler ist und es einen am Ende nur weiterwachsen lässt. Zu seinen Gefühlen zu stehen und sie zuzulassen, das habe ich von dir gelernt. Nicht ein einziges Mal habe ich dadurch an deiner Stärke gezweifelt.

Als Frau unabhängig zu sein, mit beiden Beinen im Leben stehen – du warst der Inbegriff der Unabhängigkeit für mich. Plötzlich warst du alleine, als Frau mit Haus und Garten, allen Verpflichtungen, deinen Emotionen und zu guter Letzt mit deinen Enkelkindern, die du mit all deiner Hingabe aufgezogen hast.

In vielen Situationen einfach den Humor walten zu lassen, nicht alles muss immer ernst und verbohrt sein, auch das hast du mich gelehrt. In Gedanken höre ich auch jetzt noch dein Lachen. Vieles im Leben geht uns leichter von der Hand mit einem Zwinkern und einem Lächeln im Gesicht, bis zum bitteren Ende hast du nach der Einstellung gelebt.

An dich zu denken erfüllt mein Herz, auch jetzt lasse ich den Tränen freien Lauf.

Indem ich dir für all die Punkte danke, bin ich dir wieder ein Stück näher.

Ich vermisse dich!

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Andere Art der Realität

Ich schließe meine Augen, kehre in mich und spüre, wie die Sonnenstrahlen mein Gesicht erwärmen. Meine normale Reaktion darauf, sind meistens Gefühle der Glückseligkeit und Dankbarkeit. Doch dieses Mal ist es anders. Das Gefühl bleibt aus.

Ich umgebe mich mit meinen Liebsten, die es zumeist im Handumdrehen schaffen mich zum Lachen zu bringen. Es gelingt auch dieses Mal, nur dass mich das Lachen nicht im Herzen erreicht.

Der Wald beruhigt und das saftige Grün lässt mich innehalten. Der Wind fährt durch die Blätter und das leise Rascheln wirkt meditativ, während ich mich auf die Trabgeräusche meiner Füße konzentriere. Die Endorphine wollen emporsteigen, doch am halben Weg überlegen sie es sich nochmal anders.

Meine Realität ist eine andere seit du weg bist. Ich stelle mir gern vor, es gäbe dich noch und ich müsste die Tür finden, die mich zu dir führt.

Meine Welt ist eine dünklere und trostlose ohne dich. Ich stelle mir gern vor, wie wir miteinander sprechen und ich dir von meiner Woche erzähle, während ich dir beim Kochen zusehe.

Die Welt ohne dich ist nun real und nur in Gedanken kann ich dich weiterhin besuchen. Ich stelle mir gern vor, du wärst bei mir und würdest schimpfen bei jeder Träne, die ich vergieße. Du würdest wollen, dass ich glücklich bin, nur fühlt es sich nicht richtig an.

Die Welt ohne dich ist nun real.

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Überrollt

Es passiert mir in letzter Zeit öfters, dass ich in einer bestimmten Handlung innehalte, mir eine Erinnerung in den Kopf schießt und ich einen Stich ins Herz bekomme. Dann überrollt mich der Schmerz lawinenartig und ich kann nicht mehr atmen. Von einer Sekunde auf die andere fühle ich mich wie in einem Albtraum gefangen, eine Welt, in der es dich nicht mehr gibt.

Du besuchst mich regelmäßig in meinen Träumen und das sind die einzigen Treffen, die ich mit dir habe. Die einzige Möglichkeit, dich zu sehen. Der Nebel der letzten 2 ½ Monate löst sich schön langsam auf und auch die Erinnerungen der letzten fast 2 Jahre, die du trotz deiner Krankheit gut gemeistert hast, treten in den Hintergrund.

Immer öfter sehe ich dich gesund und lächelnd vor mir stehen.

Ich höre deine fröhliche Stimme, als wir telefoniert haben und du dich über meinen Anruf gefreut hast.

Ich spüre deine herzliche und warme Umarmung, die ich zur Begrüßung immer erhalten habe.

Ich fühle mich unbeholfen und kann mit der Situation nicht umgehen. Als ich im Nebel stand und nur wie ein Roboter funktioniert habe, ging mir alles leichter von der Hand. An vielen Tagen versuche ich mich abzulenken und ertappe mich dabei, dass ich es für kurze Zeit vergesse. Dann rollt die Welle an. Ich entscheide, dann je nach Gefühl, ob ich sie zulasse oder die Erinnerungen versuche wegzuschieben.

Was mir bleibt sind die positiven Erinnerungen an dich und mir hilft es, die Momente der Trauer zuzulassen und an dich zu denken. Ich weiß tief im Inneren, dass es dir jetzt besser geht und du nicht mehr leiden musst. Es mag wie eine Floskel klingen, aber das Leben, das du zuletzt gelebt hast, hast du erduldet, aber du warst sehr traurig und um deine Unabhängigkeit komplett beschnitten.

Danke, dass du immer ein Vorbild warst und ich durch dich zu einem besseren Menschen geworden bin. Vieles verstehe ich erst jetzt und es hilft mir, dir auf diese Weise zu danken.

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Einmal noch

Wenn es passiert, ist es immer plötzlich, es fühlt sich immer surreal an und du fühlst dich wie vom Leben überfallen. Dafür bist du nie bereit! Niemand drückt für dich auf Pause, dreht gar die Zeit zurück oder hilft dir sie nach vorne zu drehen. Fakt ist, du musst da durch und niemand fragt dich, ob und wann du bereit bist, Abschied zu nehmen. Selbst, wenn ich gefragt worden wäre, hätte ich mich immer vor einer Antwort gedrückt.

Wie sehr es schmerzt, deine Stärke entweichen zu sehen und dir in deine Augen zu sehen, die längst kein Leuchten mehr in sich tragen und sich langsam vom Leben verabschieden.

Wie sehr es schmerzt, dich so abhängig zu sehen, wo dein tiefster Wunsch immer war, unabhängig zu sein und für dich selbst sorgen zu können.

Wie sehr es schmerzt, dich so leiden zu sehen, ohne das Geringste an deiner Lage ändern zu können. Du hättest immer alles für uns getan und nun stehe ich an deiner Seite, blicke auf dich herab und fühle mich wie gelähmt. Die Kehle zugeschnürt und nicht im Stande einen klaren Gedanken zu fassen. Tränen zu vergießen, hilft mir aktuell meinem Schmerz Ausdruck zu verleihen, da es keine passenden Worte dafür gibt, wie ich mich fühle.

Wie sehr es schmerzt, zu akzeptieren, dass ich dein Lachen, deinen Zuspruch, deine Ratschläge & deine Geborgenheit und Liebe nie wieder fühlen werden. Beim Gedanken daran, deine Stimme einmal zu vergessen, kullern mir Tränen über meine Wangen.

Immer werde ich dich als die starke, lebensfrohe, herzliche, humorvolle Frau in Erinnerung haben, die grenzenlose Liebe für uns empfunden hat und uns in guten wie in schlechten Zeiten immer zur Seite stand. Du hättest alles für uns gegeben und wir für dich.

Der Anruf kam um 1:15 und ich hab ihn wie in Trance angenommen, der Satz verfolgt mich auch jetzt noch jeden Tag. Das soll es nun gewesen sein? Ich kann es noch immer nicht fassen, dass du nun weg bist. Wir waren zwar darauf vorbereitet und zuzusehen, wie die letzten Wochen das Leben langsam aus dir wich, war schmerzhaft und hat mir mein Herz gebrochen, aber nichtsdestotrotz warst du noch hier. Nun bist du weg und der einzige Trost, den ich habe, ist, dass ich meine tiefsten Gefühle mit dir vor deinem Tod teilen konnte. Meine Schwester und ich haben dich auf deinem letzten Weg begleitet und das fühlt sich gut an. Wir waren stark für dich, das haben wir von dir gelernt.

Nie konnte ich mir ein Leben ohne dich vorstellen, bin dem Gedanken daran davon gelaufen und habe ihn jahrelang verdrängt. Nun stehe ich fassungslos da, fühle mich emotional ausgesaugt und leer. Erinnerungen zu haben, scheint mir ein sehr schwacher Trost, da sie verblassen werden. Irgendwann werde ich mich an deine Stimme nicht mehr erinnern können und nie wieder werde ich die Gelegenheit haben, mit dir über Gott und die Welt zu sprechen, dich um Rat zu fragen oder dich zu umarmen.

Mit dir geht ein Teil meiner Kindheit und auch ein Teil von mir. Es heißt zwar, die Zeit heilt alle Wunden, aber die Leere, die du hinterlässt, wird niemand füllen können.

Ich umarme dich in Gedanken, ich liebe dich!