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Andere Art der Realität

Ich schließe meine Augen, kehre in mich und spüre, wie die Sonnenstrahlen mein Gesicht erwärmen. Meine normale Reaktion darauf, sind meistens Gefühle der Glückseligkeit und Dankbarkeit. Doch dieses Mal ist es anders. Das Gefühl bleibt aus.

Ich umgebe mich mit meinen Liebsten, die es zumeist im Handumdrehen schaffen mich zum Lachen zu bringen. Es gelingt auch dieses Mal, nur dass mich das Lachen nicht im Herzen erreicht.

Der Wald beruhigt und das saftige Grün lässt mich innehalten. Der Wind fährt durch die Blätter und das leise Rascheln wirkt meditativ, während ich mich auf die Trabgeräusche meiner Füße konzentriere. Die Endorphine wollen emporsteigen, doch am halben Weg überlegen sie es sich nochmal anders.

Meine Realität ist eine andere seit du weg bist. Ich stelle mir gern vor, es gäbe dich noch und ich müsste die Tür finden, die mich zu dir führt.

Meine Welt ist eine dünklere und trostlose ohne dich. Ich stelle mir gern vor, wie wir miteinander sprechen und ich dir von meiner Woche erzähle, während ich dir beim Kochen zusehe.

Die Welt ohne dich ist nun real und nur in Gedanken kann ich dich weiterhin besuchen. Ich stelle mir gern vor, du wärst bei mir und würdest schimpfen bei jeder Träne, die ich vergieße. Du würdest wollen, dass ich glücklich bin, nur fühlt es sich nicht richtig an.

Die Welt ohne dich ist nun real.

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Der eigene „Häutungsprozess“

Wir klopfen die letzten Schneeflocken des Winters von unseren Schultern, ein letzter Windstoß lässt uns innerlich frösteln, doch wir spüren es, der Winter ist vorbei und macht Platz für ein neues Kapitel in unserem Leben. Langsam erwachen wir wieder aus unserem Winterschlaf, wischen uns den Schlaf aus den Augen und spüren Stück für Stück die Energie zurückkehren.

Manchmal sehe ich es noch, mein altes Ich, viel zu oft höre ich im Alltag noch die allzu vertraute Stimme der letzten Monate, doch sie wird immer schwächer und innerlich hoffe ich, dass sie bald verstummen wird – sie, die pessimistische, energielose und lustlose Version von mir. Ich hatte eigentlich nicht vor, sie zu besiegen, ich habe die letzten Wochen und Monate gut mit ihr gelebt und habe auch nicht richtig mitbekommen, wie sie sich in mein Leben geschlichen hat. Plötzlich saß sie wohl wie ein ungebetener Gast am Esstisch und tat als wäre sie nie weggewesen. Ich gab ihr mehr oder weniger zu essen und nährte sie, indem ich mich viel zu oft treiben ließ und in negativen Gedanken schwelgte. Doch was ist passiert und wie fand dieser  Häutungsprozess statt?

  • Ich war viel bei mir selbst, auch in Gedanken, die letzten Laufeinheiten taten unheimlich gut und machten aus heiterem Himmel wieder Spaß
  • Ich hatte viele gute Gespräche mit Menschen, die ich nie mehr missen möchte und die mein Leben bereichern
  • In der Natur & in der Stille fand ich wieder mehr zu mir und schwächte somit die Stimme der pessimistischen Version von mir

Ich denke das Stichwort „Entschleunigung“ bringt es auf den Punkt. Viel zu oft sind wir im Alltag gestresst vom Leben, von den vielen Entscheidungen, die wir treffen müssen, von dem Planungs- und Freizeitstress, sowie dem Arbeitsstress, der bei fast allen schon dazu gehört und nicht mehr wegzudenken ist. Wir sind dauer-präsent und das lässt uns von Zeit zu Zeit komplett durchbrennen. Was ich lernen musste, wir müssen unser Leben selbst gestalten und dürfen nicht zulassen, dass andere Faktoren oder schwächere Versionen von uns Selbst am Steuer unseres Wagens sitzen, denn das kann gefährlich werden…

Gutes Gelingen und bis bald – Eure Rox.

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Sind wir gelassen genug für Veränderungen?

Worte, die wir immer lesen, die uns auch immer gepredigt werden: „Veränderung gehört zum Leben dazu“ – „klar, das versteht sich dich von selbst“, war auch immer meine erste, vorschnelle Reaktion auf diesen Satz. Doch irgendwann, wenn es einen wirklich trifft und zwar hart trifft, wenn es um eine einschneidende Veränderung im Leben geht, dann wünscht man sich oftmals die Leichtigkeit des Kindseins zurück. Zurücksinken in Mamas Schoß, kein Zahlen von Rechnungen, keine Kredite, keine Jobwechsel, schlicht weg kein Grübeln über Zukunft und Vergangenheit.

Akzeptieren, dass gewisse Abschnitte im Leben vorbei sind und für Neues weichen ist schwer, aber warum genau und was können wir tun, um stärker und gelassener zu werden?

Wenn Grundpfeiler unseres Lebens zu schwanken beginnen und gar einbrechen, dann trifft es uns meistens wie ein Schlag ins Gesicht, ob das nun ein Ortswechsel ist, ein Partnerwechsel, ein Jobwechsel oder gar eine geliebte Person, von der wir uns verabschieden müssen. Der Boden unter unseren Füßen wird uns entrissen und wir landen am Boden, es kann Tage, Monate oder länger dauern, bis wir uns entschieden haben, wieder aufzustehen oder aber auch fort an das Minimalste liegend zu erledigen. Dieses Jahr ist nicht mein Jahr, das hat sich auch in den letzten Wochen stark herauskristallisiert, aber was genau soll man dagegen tun? Sich schmollend in die Ecke stellen, seines Lebens nicht mehr froh sein und warten bis das Jahr vorüber ist? Nein, das kann auf alle Fälle keine Lösung sein, obwohl es oftmals, rein aus unserem Bauchgefühl heraus, der einfachste Weg wäre.

Die Frage, die ich mir stelle: Warum fällt mir momentan alles so schwer? Eigentlich dachte ich, ich wäre stark und mutig genug. Lange habe ich darüber nachgedacht, bis ich erkannt habe, dass es nichts mit Stärke zu tun hat. Wenn wir tief in uns hineinhören, dann gibt es vieles, was passieren kann, was uns treffen würde und auf alle Fälle auch ins Wanken bringt. Das ist menschlich, wir lieben, wir haben ein Herz, wir sind aus Fleisch und Blut. Der Mensch braucht aber auch seine Gewohnheiten, da sie uns Sicherheit geben: da wären die Laufstrecken, die wir gerne laufen, um den Stress des Tages los zu werden, das obligatorische Kaffeetrinken mit der Oma, die abendliche Kuschelroutine mit dem Partner oder die fixen Freitage mit unseren Freundinnen. Das sind alles schöne Dinge, an die wir gewöhnt sind und die wir auch irgendwann für selbstverständlich ansehen. Doch unser Leben und auch das der anderen steht nicht still, alles dreht sich weiter, der Kreislauf des Lebens macht nicht halt. Das Kind ins uns möchte es jedoch nicht wahrhaben, bis zuletzt nicht.

Was kann ich tun, um mich dagegen zu wehren?

Ich wünschte, ich hätte einen Rat, sozusagen ein Geheimrezept, aber die Antwort ist schlichtweg: Nichts. Immer wieder wird das Leben seinen eigenen Kopf haben, immer wieder wird uns die Kontrolle abhanden kommen aber vielleicht haben wir irgendwann gelernt, schneller aufzustehen und vielleicht gelingt es uns auch irgendwann alle schönen Momente bis in die letzte Sekunde aufzusaugen und länger davon zu zehren.

Eure Rox