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Wenn der 30er klopft und du ihn reinbittest

Lange wollte ich es nicht wahrhaben, gar geleugnet hab ich es. Beim Denken an den 30er wuchsen mir bestimmt drei bis vier graue Haare. Die letzten Monate in den 20ern habe ich gezählt, ich wollte sie zur Gänze auskosten, doch leider liefen mir die Wochen förmlich davon während meine körperliche und geistige Verfassung immer lahmer wurde. Was ist mir passiert? Das Leben… Nicht nur, dass ich mich im letzten Quartal des Jahres 2017 mit dem Thema „Tod“ auseinandersetzen musste, auch bemerkte ich, wie sich meine Stimmungslage veränderte. Die Sonne schien kaum mehr, es wurde kälter, die Tage wurden kürzer und mein Wesen veränderte sich in eine Richtung, die mir nicht gefiel.

Vor einer Woche war es dann auch so weit – ich hatte Geburtstag. Der Wecker läutete, ich öffnete die Augen und hatte Kopfschmerzen. „Wenn das mal kein gutes Zeichen ist“ waren meine ersten Gedanken. Ich quälte mich aus dem Bett, so wie die letzten Monate auch und startete halb-motiviert in den Tag. Am Weg zum Frühstück mit zwei wundervollen Frauen stellte ich mir selbst die Frage, was mich eigentlich so daran störte. War es die Tatsache, dass ich nun offiziell erwachsen bin und kein „Frischfleisch“ mehr? Oder ist es ganz allgemein der Zahn der Zeit, den ich jetzt beginne zu realisieren? Wären wir in einem Science Fiction Film, hätte ich schon längst versucht, Gleichgesinnte zu finden mit Hilfe derer es mir gelang, ein Gegenmittel aufzutreiben, um die Zeit anzuhalten. Erwachsen zu werden hat gewiss nicht nur Vorteile, keine schützende Hand mehr über einem und man beginnt festzustellen, dass das Leben nicht nur schön und unschuldig sein kann.

Diese Gedanken und noch viele mehr gingen mir während der Autofahrt durch den Kopf. Entschluss hab ich keinen gefasst, außer, dass ich und wir alle nichts daran ändern können.

Was meinen Tag unbeschreiblich schön gemacht hat und mir geholfen hat, mich sogar zu freuen, waren so „Kleinigkeiten“ wie:

  • Sternenregen, den ich zur Begrüßung von meinen Mädels erhalten hab
  • Die unfassbar originell ausgerichtete Geburtstagsfeier mit tollem Essen von meinem Schwesterherz und Schwager
  • Beisammensitzen im Garten rund um eine Feuerstelle während wir gemeinsam lachten
  • Ein Feuerwerk, das ich als Überraschung bekam

Was mir am allermeisten gefallen hat, war zu sehen, wie mich die Leute, die ich liebe, feiern und wie viel Liebe sie mir entgegenbringen. Ich hoffe ihr habt auch so schöne Geburtstage an Tagen, an denen euch eigentlich nicht nach Feiern zumute ist 🙂

Alles Liebe.

Eure Rox

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1x Schnupper-Tauchen bitte

Ich hab mir gerade meinen ersten Blogbeitrag nochmals durchgelesen – das war der mit dem ersten Date mit mir selbst vor anderthalb Monaten, wo ich ja nach langem wieder mal ein richtiges Date gehabt hätte sollen, was ich dann im Anschluss ja auch hatte aber es davor noch nicht so sicher wusste 😉

Tja, ein Monat später und tschibumm: Date Nummer 8 steht vor der Tür und ich überlege ob „Date“ eigentlich noch die richtige Bezeichnung dafür ist. Denn es ist so schöööööön und so waaaauuuuuu und so wahhhhhhhh. Ja, genau in dieser Phase befinde ich mich gerade 🙂 Ich mag es wirklich nicht verschreien oder besser gesagt verschreiben aber: Ich glaub das wäre dann jetzt der Mann. DER Mann, der’s kann. Und zwar so ziemlich alles. Alles, was ich mir immer so ein bisschen gewunschen habe, solche Dinge, die man oft nur aus Kitschfilmen kennt. Wo du und ich davor sitzen, gaffen, seufzen und wir uns denken, ja GENAU das wärs. Aber: Klar, das ist ja ein Film, sowas passiert leider im echten Leben nicht. Solche unrealistischen Dinge wie ein Mann schreibt dir einen Liebesbrief, ein Mann spielt dir auf der Gitarre ein Lied, ein Mann zaubert dir ein Abendmenü wo du mit Schauen mit offenem Mund nicht fertig wirst.

Irgendwie hab ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich das jetzt so rausposaune, weil ich weiß, dass das jetzt zirka vergleichbar ist mit einem Jackpot, den leider nicht jeder knacken wird können. Aber ich glaube, bei mir klingelt gerade der Hauptgewinn. Im Casino wär ich gerade die Person, auf der die Kameras gesichtet wird, weil der Automat gerade wie wild leuchtet und raschelt, die Million abwirft und die Portiere mit schwarzer Sonnenbrille und Aktenkoffer schon am Weg zu mir sind.

Ich drifte ab ;-). Zurück zur Überschrift: Abtauchen, genau. An unserem 6. Date (bleiben wir bei dieser Bezeichnung) war es dann soweit – wir trafen uns zum Schnupper-Tauchen. Es war auch nur eine Frage der Zeit, denn der liebe, besagte Anti-Langweiler ist noch dazu ein schnuckeliger Tauchlehrer.

Wie ist das nun so, wenn man zum ersten Mal abtaucht? Vielleicht gehörst du ja auch zu denen, die das zuvor noch nicht ausprobiert haben und Tauchen Neuland bedeutet. Für mich war es jedenfalls so (Ich zähle die 5 Minuten „Schnuppertauchen“ im All inclusiv-Urlaubsclub jetzt mal nicht dazu). Erstens: Es war wieder total schnuckelig, dass ich die letzte war, die mit ihm an diesem Tag abtauchen durfte. Jetzt konnte ich schon von den (Schnupper)tauchern davor ein paar Eindrücke sammeln und die Vorfreude wuchs ganz automatisch ständig an. Und die Blicke, die er mir zwischen den Tauchgängen und Einschulungen zuwarf … mmm. Abdriften, genau, NICHT abdriften.

Ein paar Stunden Sonne genießen am See und mich dabei mit lieben Tauchinteressenten unterhalten und natürlich einer kurzen Einweisung später war es dann wirklich so weit: Ich war dran. Rainer (Name von der Redaktion geändert 😉 ) machte mich tauchfertig. Sprich: Neben dem Tauchanzug, in den ich mich schon zuvor hineingequetscht hatte, wurde ich dann noch mit Taucherbrille, Flossen und dem Herzstück – dem dicken Taucherrucksack mit Flasche und Schläuchen – ausgestattet. Schwer bepackt (sowas hat wirklich Gewicht), gings dann von der Tauchbasis ein paar Stufen hinunter zum See. Nachdem ich auf einer der rutschigen Waschbetonplatten ausgerutscht bin, war ich dann auch schon im Wasser und es konnte los gehn. Zu Beginn gabs mal einen unwiderstehlichen Blick seinerseits, gefolgt von einem lieben Bussi (angeblich gabs das bei den anderen Schülern/Schülerinnen nicht 😉 ). Dann überprüfte er nochmal meine Schläuche und Ventile und wir gingen nochmal die wichtigsten Handzeichen durch. Dabei bedeutet das mit Daumen und Zeigefinger geformte „O“, dass alles in Ordnung ist, Daumen hoch hingegen dass man gerne auftauchen will oder muss. Daumen hinunter zeigt hingegen an, dass man noch tiefer gehen will.

Er drückte bei meinem Rucksack (Luft hinaus) und schon gings abwärts und ich atmete nur mehr „künstlich“ über Schlauch ein und aus und nahm dieses Geräuch wahr. Der Druck vor allem an den Ohren änderte sich wie auch die gesamte Körperwahrnehmung. Die Bewegungen waren langsam, es wurde abgesehen vom Atem- und Wassergeräusch still und die Konzentration richtete sich auf seine unmittelbare Umgebung. Was da für Leben unter Wasser herrscht! Ich glaube ich konnte 20 Fische sehen. Von klein bis riesengroß. Fragt mich bitte nicht, welche, dann ich habe KEINE Ahnung. Aber die großen waren wirklich groß. Und waren zum Teil ganz schon nahe. Ich berührte Seegras und ich sah ein Gitter und ein rundes Betonteil. Ich berührte den Boden (wir bewegten uns entlang des Seerands und da war es nicht zu weit zum Boden) und dessen Muscheln.

Gabs einen Zwischenfall? Ja, ich gebs zu, ich musste einmal auftauchen, weil ich kurz Panik bekam. Aus zwei Gründen: Erstens hatte ich das Gefühl ich bekam zu langsam zu wenig Luft über den Schlauch, zweitens hatte ich trotz ständiger Kontrolle meines schnuckeligen Tauchlehrers Probleme mit dem Druckausgleich. Außerdem kam dann gegen Ende etwas Wasser in meine Tauchbrille und meine Sicht wurde dezent verschwommen. Aber: Das waren alles Kleinigkeiten. Sonst war es ein super Gefühl. Ein komplett anderes Gefühl, als man es aus dem Alltag kennt. Du atmest bewusster, du siehst bewusster, du fühlst bewusster. Du nimmst Details wahr, du vergisst Raum und Zeit, du bist einfach nur da unten. Und aus meiner Perspektive: Ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer wo wir da unten genau waren, ob es 5 Meter Tiefe waren oder nur 2, ob wir 3 Meter vom Rand entfernt waren oder nur 1. Null Orienterung, dafür aber 100% Erlebnis. Und das Schönste: Die Blicke, die er mir zuwarf, sein Lächeln durch die Taucherbrille hindurch, seine Berührungen und sein durchgängiges hohes Bemühen um mich, als er mir die Fische zeigte oder mich ständig per Handzeichen fragte ob alles ok ist. Ich fühlte mich so sicher, obwohl ich in dieser neuen, für mich fremden Umgebung eigentlich ohne ihn sonst sehr hilflos gewesen wäre.

Um ein Resümé meines ersten Tauchgangs zu ziehen: Von mir gibt’s zwei Daumen nach unten. Was in der Tauchersprache so viel bedeutet wie: Tiefer! Ich möchte noch tiefer gehen. Beim Abtauchen. Und nicht nur dort …

Wer weiß, vielleicht tauchst du ja auch schon bald in eine neue Welt ab. Wenn du noch einen guten Tauchlehrer suchst, ich weiß, wo es die besten gibt 🙂 Ich halte dich jedenfalls am Laufenden, wie es mit meinen Taucherfahrungen & Co 😉 so weiter geht 🙂

Deine Keks

Erster Tauchgang Keks Rene

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„Glücklichsein liegt irgendwo zwischen zu viel und zu wenig“ (Finnisches Sprichwort)

Ich finde mich gerade in einer Situation wider, wo es mir sehr schwer fällt, die richtige Grenze zu ziehen. Das richtige Pensum auszuloten, an zu Viel und zu wenig. So ganz in meiner Mitte, also so ganz „glücklich“ fühl ich mich gerade irgendwie nicht. Frag ich mich jedoch, warum GENAU das so ist, fällt es mir gar nicht leicht es zu definieren. Denn eigentlich geht es mir doch gut: Ich habe eine wundervolle Familie, super Freunde, einen guten, abwechslungsreichen Job, Freizeit, in der Liebe bahnt sich was an. WARUM um Himmels willen, bin ich dann also nicht 100%ig glücklich? Vielen anderen geht es doch weit schlechter, und sind glücklicher. Da habe ich erst ein Buch gelesen, wo eine querschnittsgelähmte Rollstuhlfahrerin darüber schreibt, welche Dinge im Leben nicht alle wundervoll sind und dass – sobald man unveränderbare Dinge lernt zu akzeptieren – super schöne Dinge wie von allein geschehen. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, schämte ich mich auch. „Sei doch einfach zufrieden, mit dem was DU alles hast!“, klang die Stimme in mir. Und ja, ein paar Stunden oder Tage hielt diese Einstellung auch an. Und dann? Tja dann kam der Alltag wieder. Job, Stress, Vergleiche mit Freunden/Bekannten, irgendwelche Stereotypen, selbstgesteckte Ziele, die man noch lange nicht erreicht hat – vielleicht noch nicht mal die ersten Schritte danach gesetzt hat. Und wieder fühle ich mich schlecht und „nicht genug“.

Aber stop. Was läuft hier schief?? Warum kann ich nicht mehr einfach zufrieden sein, einfach glücklich sein mit dem was ist? Das konnte ich doch früher viel besser! Warum muss ich immer nach MEHR streben?

Wenn ich so drüber nachdenke, fällt mir auf: ich befinde mich ja in einem Kreislauf. So ganz still und leise, hat es sich eingeschlichen. Ich weiß auch nicht mehr, wann es genau begann. Aber es ist hat mit der „neuen“ Art und Form sein Leben zu leben zu tun. Im Job jagt ein ToDo das nächste – schneller sein, aber dabei genauer arbeiten und alles berücksichtigen. Im Freundeskreis erwartet jeder sofort eine Antwort in den Chats nach neuen Terminen und Events. Die Familie will man dann aber auch zu Gesicht bekommen und der Haushalt hat auch kein Erbarmen mit einem und will erledigt werden. Doch wo ist plötzlich die Zeit hin, wenn man abends um 10 mal endlich mal etwas zur Ruhe kommt? Wo ist die Zeit hin, wenn man eigentlich noch 5 andere offene Dinge erledigen wollte? Und wo haben jetzt noch die 2-3 Stunden Platz, die man sich eigentlich für sich gönnen wollte um entspannen zu können?

Ich glaube ich weiß woran es liegen könnte. Wir nehmen uns manchmal schlicht zu viel vor. Klingt ja alles verlockend und wir wollen auch am liebsten alles auf einmal. Wollen uns nicht einschränken, sondern „uns ganz entfalten“, wollen unser „wahres Potential ausschöpfen“. In allen Richtungen. Und wir wollen dabei auch keinen enttäuschen und die kalte Schulter zeigen. Ein „Nein“ fühlt sich oft als Niederlage an, denn es geht ja vielleicht doch irgendwie. Im Job erwartet man schließlich auch, dass sich alles ausgeht. Immer mehr ToDos in immer weniger Zeit. Das wird uns kleinweise und sukzessiv eingebläut und antrainiert. Und wenn man schon so schön drinnen ist, nimmt man das Tempo und seine hohen Anforderungen an sich selbst auch mit nach Hause. Man klebt sich ein immaginäres Post-It auf sein Hirn das sagt „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“. Dieser alte Spruch, den man aus der Kindheit kennt, kann ja nicht so falsch sein oder?

Doch! Denn die Zeiten haben sich verändert. Heute haben wir nicht mehr nur EIN Hobby, wir haben fünf. Heute arbeiten wir nicht mehr bis Vier, wir arbeiten bis Sechs. Heute limitieren wir unsere Freizeitaktivitäten nicht mehr auf ein Event pro Woche – und machen uns dies ganz nebenbei persönlich oder telefonisch aus – nein, heute haben wir jeden Abend was anderes vor und kommunizieren über zehn verschiedene Chats, wo jeweils viele Personen beteiligt sind und man zuerst viele Nachrichten durchackert muss und anschließend selber verfasst, bevor man sich auf etwas fixiert.

Und wir wundern uns noch? Wundern uns noch, warum wir alle nach der Reihe ausbrennen und „Burn Out“ haben? Warum Nachrichten wie diese hier immer mehr im Kommen sind, die sagen, dass schon jeder Vierte unter uns Burnout-gefährdet ist?:  http://derstandard.at/2000053012477/Jeder-Vierte-steuert-auf-Burnout-zu

Dabei werden die Ausgebrannten immer jünger und der Stress oder das Burnout ist nicht mehr auf den Job begrenzt. Nein, schon lange ist der Freizeit-Stress ein bedeutendes Thema geworden.

Mein Vorschlag: Warum steigen wir nicht einfach aus aus dem Teufelskreis? Man kann es sofort umsetzen. Ich habe folgende Dinge für mich als sehr nützlich entdeckt und werde diese Schritt für Schritt umsetzen, vielleicht sind sie ja auch für dich ganz hilfreich:

  • Früher schlafen gehen. Wenn ich mich müde fühle, kann und DARF es auch mal sein, dass ich bereits um 9 oder halb 10 im Bett liege.
  • Whats App und Messenger Nachrichten nicht mehr ständig checken. Es reicht, wenn ich mir ein Zeitfenster nehme, z.B. eine halbe Stunde abends, und dann auch nur die Wichtigsten beantworte. Weiters informiere ich ggf. meinen engsten Kreis über meine reduzierten Social Media-Aktivitäten und dass sie sich bei Wichtigem gerne telefonisch oder per SMS melden können.
  • Lernen „Nein“ zu sagen. Es bringt keinem etwas, wenn ich bei allem zusage, dann aber nur mit halben Herz dabei bin. Lieber nur 1-2 Dinge pro Woche fixieren, aber diese dafür mit Freude, Leib und Seele erleben. Die restliche Zeit ist die „neue Freizeit“, die man wieder neu für sich entdecken kann um einfach „Nichts zu tun“ – was heutzutage gar nicht mehr so einfach ist umzusetzen …

Abschließend, und um auf das Sprichwort der Headline nochmal einzugehen: Heute ist es aus meiner Sicht zu einem der schwierigsten Dinge geworden, die Balance zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ für sich auszuloten. Aber es ist leider hausgemacht und weil wir uns vom Mainstrem mitreissen lassen. Es ist nicht „zu wenig“ wenn wir mal nichts tun, wenn wir einen Abend mal nur auf der Couch liegen oder uns erlauben mal um 9 ins Bett zu gehen. Wir sind deswegen kein kleines Kind oder zu schwach. Probieren wir es doch aus, finden wir wieder das was sich für UNS gut anfühlt und vergessen wir ab und zu mal die vielen ToDos, unsere aktuelle Zeit und denken nicht permanent was die anderen nicht alles Tolles machen. Einmal mehr auf die Bremse zu treten, stehen zu bleiben oder auszusteigen und dabei den Ausblick zu genießen kann noch viel toller sein. Lasst es uns versuchen.

Viel Glück bei deinen „Weniger“-Erfahrungen,

Deine Keks