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The power of love

When the power of love overcomes the love of power the world will know peace.

Jimi Hendrix
Pixabay/PhotoMIX-Company
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Wie eine Serpentinenstraße

Ich schaute den Kindern zu, wie sie völlig fasziniert in dem Computerspiel versunken waren. Jeder hatte ein Auto gewählt und es ging nun da drum, wer am schnellsten im Ziel angelangte und das Rennen gewann. Für beide existierte keine Zeit, es ging nur mehr ums stetige Beschleunigen und Sieg Einheimsen.

Daraufhin versuchte ich das Gesehene auf die Realität, auf mein aktuelles Leben umzulegen:


Ich dachte an all jene, die auf der Überholspur unterwegs waren und ungeduldig wurden, sobald sie sich einbremsen mussten.

Mir fielen auch all jene ein, die oft im Nebel unterwegs waren und sich schwer taten, die Spur zu erkennen und einzuhalten.

Besonders ärgerlich fand ich auch all jene, die immer ein Tempo fuhren und es nicht auf die tatsächlichen Fahrbedingungen anpassten. Davon gab es leider auch zu viele.

Natürlich gab es dann noch all jene, die ihr Leben viel zu oft riskierten und den Straßenverkehr als Mutprobe sahen und den Fuß kaum vom Gas nahmen.

Ich überlegte kurz wie ich die Fahrbahn meines Lebens aus jetziger Sicht beschreiben würde? Sie war wohl eher eine Serpentinenstraße, es ging aktuell nur drum:

  • das Tempo zu drosseln
  • auf die nächste Kurve zu achten und
  • für den Gegenverkehr mitzudenken.

Ich wusste nicht so recht wie viele Serpentinen noch auf mich warteten, bevor ich wieder geradeaus unterwegs war. Wann wurde es endlich wieder leichter?

Mit Sicherheit konnte ich es nicht beantworten, aber in Gedanken fühlte ich eine angenehme Entspannung: Ich fuhr die endlos lange Straße entlang, genoss die Aussicht, die Sonne schien, ich hatte gute Musik im Ohr und war voller Zuversicht auf alles, was noch auf mich wartete.

Wie gehts euch aktuell? Auf welcher Fahrbahn seid ihr unterwegs?

Bis dann.

Eure Rox

Foto Credit: Pixabay/Seaq68

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Kampfhaltung adé

Und wieder passierte es, das Blut stieg mir in den Kopf, mir wurde heiß, meine Emotionen spielten verrückt, unmöglich wurde es mir meinem Gegenüber weiterhin offen und neutral zuzuhören. In Gedanken hatte ich bereits einen meiner Boxhandschuhe in der Hand und war dabei in mir anzuziehen. Mein Gesprächspartner bekam davon relativ wenig mit, führte seinen Monolog weiter, während ich bereits innerlich meine Kampfhaltung angenommen, Schotten dicht gemacht hatte und den Ausnahmezustand in meinem kompletten Organismus ausgerufen hatte.

Erinnerst du dich, wann es dir zuletzt so erging? Hast du dich dabei ähnlich gefühlt?

Erst im vergangen Jahr habe ich mich sehr bewusst mit diesem Thema beschäftigt. Ich wollte die Trigger verstehen, die mich innerlich ausrasten ließen. Ich wollte in bestimmten Momenten kein Opfer mehr sein und mein Leben aktiv steuern. Doch das beinhaltete auch, einerseits nicht alles zu persönlich zu nehmen, und andererseits Nein sagen zu können und für sich einzustehen, wenn es darauf ankam. Tja und hier beginnt auch zumeist schon das Dilemma – denn das bedeutet, dass man das eine vom anderen unterscheiden können sollte. Bevor die Emotionen uns leiten und klares Denken unmöglich wird, sollten wir für einen kurzen Augenblick einen Wahrheits-Check einleiten.

Tu ich der Person unrecht? Geht es eigentlich um meine Person?

Ich habe mir die Fragen vor allem im letzten Jahr oft selbst beantwortet. Viel zu oft verharren wir gerne in der Opferhaltung, wir machen alles und jeden für unsere Reaktionen verantwortlich. Die Boxhandschuhe sind schnell man angezogen und in dem Moment ist kein klarer Gedanke oder ein Gespräch auf Augenhöhe mehr möglich. Konstant versuchen wir unser Selbstwertgefühl zu verteidigen wie unseren heiligen Gral.

Anstatt unseren Emotionen Einhalt zu gebieten und noch einmal bewusst nachzudenken, reagieren wir überzogen und emotional. Es passiert alles in Sekundenschnelle – das Gespräch ist ab diesem Zeitpunkt für uns beendet.

Meist gelingt es mir zwar noch nicht auf Anhieb in jeder Situation, doch mit ein wenig Abstand und Reflexion habe ich mir zuletzt die Antwort geben können, dass wir unseren Wert höher einschätzen und besser über uns denken sollten. Nur, wenn unser Selbstbewusstsein nicht stark genug ist, lassen wir uns von unserem Gegenüber verunsichern und aus der Bahn werfen.

Was sollten wir tun, wenn unsere Emotionen mal wieder überkochen?

Ruhe bewahren, tief ein- und ausatmen. Einen Schritt zurücktreten und das innere Gespräch mit uns suchen. Was passiert gerade? Anstelle der Boxhandschuhe können wir es mit Verständnis und Nachfragen versuchen. Schieben wir den Fokus von uns auf die andere Person. Versuchen wir das Gesagte und den Hintergrund zu verstehen. Auf keinen Fall sollte es ungeprüft zu unserer Wahrheit werden.

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: kalhh/Pixabay

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Menschen lieben Geheimrezepte

Es scheint als wäre es zum Volkssport Nummer 1 geworden – wir lechzen nach Geheimrezepten, um unabhängig, reich, sportlich, selbstbewusst und zur besten Version unserer Selbst zu werden.

Mir stellen sich mittlerweile meine Nackenhaare auf, wenn ich Schlüsselbegriffe lese, die in diese Kerbe schlagen. Selbstoptimierung ist das neue Ziel, das wir erreichen MÜSSEN – zumindest wird es meist so propagiert. Gibst du dich mit dem zufrieden, was du hast und strebst nicht nach künstlichem Perfektionismus, bist du einfältig, inkonsequent und schlicht weg viel zu schwach. Sei protzig, sei aggressiv, auffällig und zeig der Welt, wer du bist – schrei es hinaus, selbst, wenn es niemand hören will und du es dir tief im Inneren auch nicht glaubst.

Bei all diesem Optimierungswahn vermisse ich die Authentizität – ich vermisse Menschen, die ehrlich sind und im Kontakt mit ihren Emotionen und Bedürfnissen sind. Mir ist eine Person sympathischer, die mir erzählt, sie komme mit all den äußeren, aber auch inneren Erwartungen schwer klar, versuche aber Schritt für Schritt so zu leben, dass sie selbst noch ihr Spiegelbild betrachten kann. Es gibt Tage, an denen sie stolz auf sich ist, sie hat Sport betrieben und sich großteils gesund ernährt, aber es gibt auch Tage, an denen sie weit entfernt davon ist, ausgeglichen zu sein und sich mit einer Pizza zu Hause verkriecht.

Nun stelle ich mir also die Frage, was es ist, dass die Menschen lechzen lässt nach diesen Geheimrezepten?

  • Superlative sind seit längerem in – Alles muss schneller, neuer, besser, stärker und öfter geschehen. Es ist in – ich möchte auch mitreden können und Teil des Optimum sein. Menschen wollen nichts verpassen und möchten dazu gehören.
  • Ein Geheimrezept hört sich einfach an – jemand gibt mir eine Bauanleitung für ein bestimmtes Resultat. Da der Mensch (viel mehr sein Gehirn) von Natur aus bequem ist, klingt das verlockend und einfach.
  • Menschen sind neugierig und viele noch dazu wissbegierig – es könnte doch etwas sein, das mir ernsthaft Spaß bringt und mir zu einem besseren Leben verhilft, warum also nicht versuchen?

Damit möchte ich keineswegs aussagen, dass ich noch nie Bücher, Workshops oder Seminare besucht habe, die mir Tipps für ein besseres Leben versprochen hatten. Auch ich bin ständig auf der Reise zu einer optimierteren Version von mir.
Doch was bedeutet verbessert für mich?

  • Ich lebe ein Leben, das für mich passt und sich richtig anfühlt. Ich reduziere Vergleiche mit anderen, da sie mich nur unglücklich machen.
  • Mein Selbstwert hängt weder von anderen Personen, noch primär von äußeren Faktoren ab. Ich kümmere mich gut um mich selbst und versuche den Draht zu mir nicht zu verlieren.
  • Ich sitze am Steuer, das durch mein Leben navigiert. Auch wenn es noch so stürmisch wird und verlockend ist, den verantwortungsvollen Job abzugeben und ein passiver Passagier zu werden, gebe ich das Steuer nicht ab.
    Das bedeutet auch, dass ich versuche meinem Autopiloten auf die Schliche zu kommen – anstatt blind durchs Leben zu taumeln, zu denken und zu tun, was ich immer schon getan habe. Ich versuche mir vieles bewusst zu machen und auch Denkweisen und Handlungen zu hinterfragen.

Wie geht es euch mit dem Optimierungswahn der heutigen Zeit und steuert ihr dagegen?

Bis bald, eure Rox

Foto Credit: Pixabay/Einladung_zum_Essen

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Gefühlte Realität

Unentschlossen und unsicher setzte sie einen Fuß vor den anderen. Der Tag war schwer und so waren ihre Gedanken.

Es war ihr unmöglich die aufblühende und helle Umgebung wahrzunehmen. Fast war es, als würde Asche sie bedecken, um die Schönheit des Alltags zu verschleiern.

Viel zu beschäftigt mit den eigenen Gedanken, nahm sie keine Menschenseele wahr. Zu tief war ihre Hoffnung vergraben im eigenen Gedankenwirrwarr. Tag ein, Tag aus, spann sie weiter an dem Konstrukt, es war ihre Art des Häkelns. Der Thriller war hausgemacht und das Casting fand bereits in ihrem Kopf statt.

Schritt für Schritt, Minute für Minute, Stunde für Stunde, Tag für Tag – ihre düsteren Gedanken nahmen die Oberhand und begannen sie von Innen still und heimlich auszusaugen. Unmöglich war es ihr Realität und Fiktion von einander zu unterscheiden.

Als sie für einen kurzen Moment begann auf das Knirschen ihrer Schritte im Schnee zu achten, fand sie darin eine leichte Beruhigung, die Gedankenautobahn wurde langsamer und es gelang ihr im Hier und Jetzt anzukommen.

Im nächsten Moment erblickte sie die Sonne und es war fast, als würde sie zu ihr sprechen. Schicht für Schicht fiel es ihr wie Schuppen von den verheulten Augen – Ich erschaffe mir meine eigene Realität.

Den Rest des Weges schüttelte sie die Opferhaltung ab und begann der Sonne und der weisen Erkenntnis im Stillen zu danken.

Alles Liebe, eure Rox