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Wenn Kapitel leise enden…

In letzter Zeit denke ich öfters über das Älterwerden nach und wie sich unsere Leben ab und an leise und heimlich ändern. Manches Mal passiert das schleichend, ein anderes Mal von heute auf morgen.

In vielen Momenten der Vergangenheit hätte ich gerne zuvor gewusst, dass dies das letzte Mal war, dass ich diesen Moment so erlebt hatte. Eine kurze Durchsage wie am Zugbahnsteig hätte gereicht, um mich kurz zu informieren und auf eine neue Ära vorzubereiten.

Was hätte sich dadurch geändert?

  • Ich hätte den Moment mit Haut und Haaren genossen, voll ausgekostet und an nichts anderes gedacht
  • Alle meine Sinne hätte ich aktiviert, um die Situation als lebendige Erinnerung abzuspeichern, die ich immer wieder aufrufen konnte

Ein wenig wehmütig stelle ich fest, dass beispielsweise die Zeit, vor genau 10 Jahren, die damalige Lebenssituation, die Unbeschwertheit und die Tatsache, dass man all seine Lieben noch beisammen hatte, vorbei war und nie wieder zurückkehrte. Früher floss all unsere Energie in unsere Trotzphasen, in diese oder jene Eifersuchtsattacke oder aber auch in unsere Selbstfindungsphase, die so schnell nicht enden würde. Man besuchte beispielsweise seine Großeltern, doch genoss die Zeit nicht in vollen Zügen, zu verlockend war es, Freunde zu treffen und auszugehen.

Viele im Freundes- und Bekanntenkreis starten ihre eigenen Familien zu gründen und wieder steht die nächste Veränderung vor der Tür. Adieu spontane Treffen, adieu „Wir tun, was uns gefällt und wann wir es möchten“ Attitüde und adieu Kurzurlaube im Süden, bei denen wir ausgelassen mit dem Cocktail am Strand saßen.

Ich werde älter und viele Kapitel gehen zu ende, die Kunst ist es, in jedem Abschnitt authentisch und glücklich zu leben. Ab und zu mit einem lächelnden Auge daran zurück zu denken oder gar melancholisch zu werden, ist denke ich in Ordnung 😉 Leben ist Veränderung und kein Stillstand. Wir sollten uns auch von dem Gedanken verabschieden, dass wir volle Kontrolle über unsere Leben haben. All jenes, das nicht von uns beeinflusst werden kann, sollten wir lernen zu akzeptieren und alles andere haben wir zum Großteil selbst in der Hand: Was wir denken, wie wir handeln und was wir dabei fühlen.

Bis bald.

Eure Rox

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Schreibe dein neues Kapitel…

„Was bisher geschah“… Diesen lästigen Start unserer Lieblingsserie kennen wir wohl alle und spielen wir nur zu gern weiter. Zu sehr möchten wir nach dem Cliffhanger der Folge davor wissen,  was weiter passiert. Ich muss mir gerade vorstellen, dass es möglich wäre, unschöne Szenen unseres Lebens schneller vorzuspulen und jene Momente, die wir  länger genießen mochten, zu  pausieren oder in Zeitlupe ablaufen zu lassen. Kurz kommt mir der Gedanke, wie meine  letzten Jahre dann wohl ausgesehen hätten.

Mein Jahr 2019 endet in der Natur mit einer Wanderung und läutet gleichzeitig die frischen 12 Monate ein:

Ein paar der Vorsätze und Fetzen davon, die mir im Kopf herum schwirren:

Ich werde noch fitter werden

Ich gönne mir mehr Egoismus

Ich mache mehr von den Dingen, die glücklich machen.

Zugegeben hört sich ein wenig nach Einheitsbrei an und klingt nach generischen Vorsätzen, bei denen man ohnehin weiß, man würde sie brechen. Doch ist nicht unser Leben immer eine Mischung aus Planung, Struktur und Willkür? Vielleicht versuche ich stattdessen gelassener zu werden und lasse mein Leben auch mal neue Wege einschlagen?

Das ist das Schöne und Schockierende zugleich: keiner kann uns zu unserem Leben und auch nicht zu den nächsten 12 Monaten spoilern.

Auf ein gutes neues Jahr für uns alle.

Eure Rox

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Auf zur Energietankstelle

Der innere Alarm läuft wohl bei jedem anders ab, bei manchen ist es ein leises Ticken, bei anderen wiederum ist es ein schrilles Kreischen, das binnen Sekunden abgestellt werden sollte, ehe man den Verstand verliert.

Ich nahm weder ein Ticken, noch ein Kreischen wahr, es war eher ich als Person, die aus der Haut fuhr und zu kreischen begann, da meine Geduld am Ende war und ich bemerkte, wie ich emotional wurde und es mir schwer fiel, neutral und sachlich zu bleiben.

Die Beherrschung verlieren ist keineswegs ein schönes Gefühl und ich stellte fest, dass ich Grenzen aufzeigen musste, sich an meiner Energie und an meinen vollen Tanks zu bedienen, das musste aufhören. Ich überlegte, was ich am Wochenende tun könnte, um meine Batterien wieder aufzuladen. Die Entscheidung stand relativ schnell fest, ich plante eine Wanderung inklusive Hüttenübernachtung, mit im Gepäck meine beste Freundin. Kurz vor Jahresende hatten wir es uns zum Ritual gemacht, unser Jahr revue passieren zu lassen, normalerweise war es im Zuge einer Laufrunde, dieses Jahr hatten wir uns für eine ausgedehnte Wanderung entschieden.

Ich merkte, wie sich mein Herzschlag beruhigte und ich ruhiger wurde und ich mein Leben ganz plötzlich wie von Außen betrachten konnte. Jede von uns erzählte ihre Geschichte der letzten 12 Monate und als es zu schneien begann, fand ich es so kitschig schön, dass sich meine Augen mit Tränen füllten.

Ich fasste einen Entschluss, mein Leben gehörte mir und ich sollte mich nicht dauernd nach anderen richten oder mich mit Negativität beeinflussen lassen. Klar, einen Entschluss zu fassen, ging leicht, doch ihn durchzusetzen, verlangte Stärke, Durchsetzungsvermögen und auch regelmäßige Reflexion.

Was mir die Wanderung wieder mal vor Augen geführt hat war: Wir sind keine einsamen Wanderer in unserem Leben und ich bin froh, eine handvoll Wegbegleiter zu haben, die mit mir an meiner Seite gehen, und zwar bei Wind und Wetter.

Bis dann.

Eure Rox

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Sei doch mehr wie …

Als ich die Worte hörte, spüre ich förmlich wie sich meine Stirn in Falten legte und ich begann finster zu schauen. Klar ist es nicht angenehm Kritik zu erhalten und ich versuche mir auch in dem Moment nicht zu sehr anmerken zu lassen, wie unangenehm es mir war. Die Quintessenz hatte ich nach wie vor im Kopf und sie lief in Dauerschleife, an Details konnte ich mich nicht mehr wirklich erinnern: Man wäre mit der Leistung zufrieden, aber ich könne mich doch mehr in den Vordergrund stellen wie diese und jene Person. So, nun war ich wieder an dem Moment angekommen, an dem es um Vergleiche ging und man erreichen wollte, dass alle Mitarbeiter ihr Standardprogramm abspielten.

Ich beginne an mir zu zweifeln, vergrabe mich in Gedanken und zerdenke die letzten Wochen und Monate.

  • Hatte ich mich zu wenig selbst vermarktet?
  • Warum war es falsch, sich auf die Sache an sich zu konzentrieren und Leistung zu erbringen?
  • Warum zog ich immer jene Personen an, die den Wettbewerb mit mir suchten?

Das Gute an meinen Gedankenspiralen ist, dass ich sie irgendwann im Kopf entwirren kann und für mich zu einer Erkenntnis erlange.  So war es auch dieses Mal, ich überwand mein Tief und hörte auf meinen inneren Coach. Die Person in mir, die mir aufbauende Worte zuspricht, die mich anfeuert und mich auf Kurs hält. Immer wieder wispert sie mir folgende Sätze zu: „Bleib am Ball“ „Zieh dein Ding durch“ „Lass dich nicht verunsichern“.

Ich führte mir nochmal vor Augen, dass Feedback immer nur die Sichtweise einer Person sei und ich für mich entscheiden musste, welche Optimierungen ich an mir selbst vornehmen wollte. Was ich nicht wollte, war unauthentisch zu werden und mich jeden Tag zu fühlen als stünde ich auf der Bühne.

Was man definitiv im Arbeitsleben lernen muss und durch diese Schule musste ich auch schon gehen: Wenn es sein muss, zeig deine Ellbogen und lass dich nicht aus der Bahn werfen oder von deinem Kurs abbringen. Es gibt Momente, genau dann, wenn bestimmte Personen merken, dass du kurz vor der Ziellinie bist, an denen sie sich noch dichter an deine Fersen heften, dich verunsichern wollen und dadurch einen Vorteil erhalten möchten. Das funktioniert aber nur, wenn du es zulässt.

Das Traurige daran ist, dass selbst, wenn man für sich entschieden hat, nicht mitspielen zu wollen, man oftmals gezwungen ist, es trotzdem zu tun.

Wie geht es euch mit diesem Thema? Ich würde mich über einen Austausch sehr freuen.

Eure Rox

 

 

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Deine Energie ist ein kostbares Gut

Und wieder sehe ich mich in einer Situation gefangen, in der man rein äußerlich betrachtet Menschen sieht, die miteinander Zeit verbringen, im Gespräch vertieft sind, bzw. wohl eher wild gestikulierend miteinander diskutieren. Was jedoch im Hintergrund passiert und ich stelle es mir gern bildlich vor, die Person hält meine Hand, sieht mich eindringlich an und saugt mir dabei meine Energie aus. Währenddessen werde ich immer bleicher und die Energie, die ich mir mühsam in meinen Körper geladen hatte, entweicht aus meinem Körper.

Vielleicht versetzt es mich nur deshalb in so einen Schock, denke ich über die letzte Woche nach, da im Urlaub vor 14 Tagen meine einzigen Sorgen waren, was wir essen und welche Sehenswürdigkeiten wir uns ansehen würden. Es war eine Pause, eine Pause vom Alltag und von all den Menschen, die sich regelmäßig an unserer Energie bedienen. Natürlich ist es viel einfacher sich die Energie von jenen Menschen zu holen, die regelmäßig gefüllte Tanks haben. Doch wann war es so weit gekommen, dass ich zum Spielball wurde und wann wäre der Zeitpunkt erreicht gewesen, aufzuschreien und mich selbst zu schützen?

Solch Analysen starte ich meistens in der Bewegung, meine liebste Aktivität in mich zu gehen und nachzudenken, ist das Laufen. Die trabende Bewegung und die Natur hilft mir dabei  Antworten zu finden. Folgendes versuche ich mir in Gedanken zu beantworten:

Bin ich zu gut? Lasse ich mich etwa ausnutzen? Warum stelle ich die Harmonie manches Mal über ein klares Nein, das mir lieber über die Lippen kommen würde?

Ein Entschluss lässt sich leicht fassen, schwer ist wie immer die Umsetzung und die Konsequenz im Verfolgen der Ziele. Aktueller Stand ist, dass ich an mir arbeite, ich bastle mir derzeit sozusagen mein eigenes Schutzschild. Herauszufinden, wann ich es einsetze und wann ich es lieber versteckt halte, ist jedoch die große Kunst.

Wie geht es euch damit und wie versucht ihr euch vor solch Energiefressern zu schützen?

Bis bald.

Eure Rox

 

 

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Heute MUSS ich nicht

Struktur gibt uns oft Halt, sei es in der täglichen Routine im Privatleben oder im Job, wir benötigen sie, damit uns der Tagesablauf leichter von der Hand geht. Es gibt uns ein sicheres Gefühl, wenn wir die Kontrolle über das Geschehen behalten und meist zu 80% prophezeien können, was in welcher Form geschehen wird. Auch ich bin hier keine Ausnahme. Die goldene Mitte oder das oft herbei geträumte „Mittelding“ ist wie so oft das Ergebnis, das wir anstreben.

Meine letzten Wochen hatten zu viel von „Du musst“ und zu wenig von „Ich will“. Ich musste in der Arbeit Leistung erbringen, fokussiert sein und von Montag bis Freitag immer dasselbe Level an Qualität abliefern. Auch privat sollte ich verfügbar sein, meine sozialen Kontakte wollten gepflegt werden und zu guter Letzt erfüllten sich auch die lästigen Pflichten noch nicht von selbst. Die Wochenenden wurden dazu genutzt um Freunde und Familie zu besuchen und die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Die letzten Wochen hatte ich das Gefühl die Arbeitswoche hätte 6 Tage und das Wochenende hielt nur mehr einen Tag zum Abschalten bereit.

Wie ein kleines Kind auf Weihnachten hatte ich mich die letzten Wochen auf 4 Tage Italien gefreut. ENDLICH konnte ich 4 Tage machen, wonach mir der Sinn stand und es existierte kein Plan, keine Uhr und keine Verpflichtungen. Am allermeisten genoss ich, dass ich in den Tag hineinlebte und nicht wusste, wie spät es war und meistens auch nicht, was die nächsten Stunden passieren würde. Der Urlaub endete mit einem Abend, den wir tanzend in einem Club verbrachten – auch hier bemerkte ich, wie entladend und entspannend 3 Stunden tanzen sein können 🙂

Nun bin ich wieder im Alltag angekommen, ich verwende bewusst die Formulierung „stecke fest“ nicht, denn ich habe die letzten Tage reflektiert und festgestellt, wie schnell es geht, dass wir uns in Wochen wiederfinden – die wir zwar selbst gestalten können – die uns aber ziemlich schnell aus dem Ruder laufen können. Ich bin selbst für meine Wochen verantwortlich und wer hindert mich daran „NEIN“ zu sagen? Wer hindert mich daran mir einen entspannten Abend alleine zu gönnen? Niemand. Wir selbst stehen uns viel zu oft im Weg, wir möchten überall dabei sein, es jedem Recht machen und wundern uns, dass Körper und Seele bei dem Tempo irgendwann nicht mehr mithalten können.

Morgen werden ich den Tag mit einer Radrunde starten und danach spontan entscheiden, wonach mir der Sinn steht. 🙂

Bis bald. Eure Rox

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Power of the Pack – die Macht des Frauenrudels

Es ist ein Klischee und dieses bewahrheitet sich leider viel zu oft. Eine Gruppe von Frauen, die die Köpfe zusammenstecken und mit schneidenden Blicken ihr Opfer begutachten und es regelrecht in Gedanken zerfleischen. „Seht euch die an, die denkt doch sie wäre etwas Besseres“, das sind nur wenige der Sätze, die wir oberflächlich vor uns hin denken oder gar oft aussprechen. Warum müssen wir uns immer vergleichen und mit anderen messen? Warum müssen wir immer den Wettbewerbsgedanken mit uns tragen?

Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass wir Frauen uns etwas Gutes tun, wenn wir uns gegenseitig ermutigen, Komplimente machen, zuhören und auch die jeweiligen Schwächen annehmen. Doch das war nicht immer so, vor etlichen Jahren hatte ich beruflich mit einer Frau zu tun, die nichts als Neid und Missgunst empfand und bei jeder Gelegenheit versuchte, mich schlecht dastehen zu lassen, wurde ich gelobt oder befördert, fand sie dafür nur abwertende Worte oder versuchte mich bei meinem damaligen Chef schlecht zu machen. Dieses Verhalten hat lange an mir genagt und mich unsicher werden lassen. Die Situation war neu für mich, da ich mich mit meinen Arbeitskollegen gut verstand und bei unterschiedlichen Meinungen immer meine diplomatischen Fähigkeiten anwandt. Ich verstand nicht, was sie gegen mich hatte und noch weniger verstand ich, warum sie nicht damit aufhörte mich fertig zu machen. Irgendwann ging mir ein Licht auf und ich realisierte, dass sie nur mit sich selbst unzufrieden war und unsicher, da war etwas an mir oder in meinem Leben, das sie gerne hätte und so äußerte sie ihren Unmut. Als ich damals gekündigt hatte, habe ich lange mit dem Gedanken gespielt, mit ihr das Gespräch zu suchen und ihr meine Sicht der Dinge darzulegen, aber so schnell der Gedanke aufkam, so rasant war er auch wieder abgebogen – es hätte ja doch nichts gebracht, sie hätte es nicht verstanden und noch weniger zugegeben, dass ich Recht mit meiner Annahme hatte. Sie lief weiter mit ihrer Fassade durch die Gegend und das würde sie sicher nicht wegen eines Gesprächs mit mir aufgeben.

Heute sehe ich, wie ich mich fühle, wenn ich Lob oder konstruktives Feedback von Kolleginnen erhalte, an dem ich wachsen kann. Ich wiederum versuche es auch gleich zu tun. Auch im Privatleben sollten wir danach streben, die Schwester und die besten Freundinnen dicht bei uns zu halten. Lasst uns von einander lernen und lasst uns gemeinsam besser werden. Es ist doch viel schöner unsere Energie auf schöne Dinge zu richten 🙂

Bis bald.

Eure Rox.

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Stell dich schon ein Heimatgefühl

Wir drehen bereits die fünfte Runde und mein Blick schweift immer wieder ab, ich kann mich auf die einzelnen Dekogegenstände und Möbel kaum mehr konzentrieren, alles wimmelt nur so von grinsenden, zufrieden aussehenden Buddha Figuren in allen möglichen Varianten, überall glitzert es und eine breite Palette an Farben prasselt auf uns nieder. Ich gehe immer wieder die Einkaufsliste durch und mir ist bereits jetzt die Lust vergangen krampfhaft nach Gegenständen zu suchen, die unser neues Heimat verschönern sollten und uns helfen, der fremden Wohnungen unseren Stempel aufzudrücken.

Nach etlichen Stunden sind wir daheim angekommen und ich bin schon dabei die neuen Errungenschaften perfekt in Szene zu setzen. Zögernd trete ich ein paar Schritte zurück und lasse die neuen Möbelstücke auf mich wirken. Wir verbringen weitere Stunden damit alles so zu drapieren, dass wir uns wiederfinden. Intuitiv gefällt mir dann so manches doch an einem anderen Ort besser, als ich es mir in meinem Kopf ausgemalt hatte.

Warum aber verbringen wir Stunden über Stunden damit, uns die Wohnung so zu schmücken und mit Gegenständen zu versehen, dass sie uns ein Gefühl von Heimat und ein „Das-bin-Ich“ vermitteln? Ich sinke geschafft auf die Couch und stelle mir bewusst die Frage nach dem Warum? Wäre es nicht für uns beide entspannter gewesen, wir hätten den Stress sein lassen und hätten gemeinsam gekocht und einen der ersten gemeinsamen Abende zwar in einer kahlen Wohnung, aber dafür zufrieden und entspannt verbracht?

Ich denke an meine letzte Wohnung und es überkommt mich doch ein wenig Wehmut, viele Erinnerungen und fast zwei Jahrzehnte meines Lebens hatte ich an diesem Ort und in der Wohnung verbracht. Es trudeln nach und nach Erinnerungen bei mir ein, ich erkenne bekannte Gesichter, Menschen, die ich liebe, mit denen ich wunderbare Momente erlebt habe, ob es die ersten Parties waren oder gemeinsame Abende, die von guten Gesprächen geprägt waren. Ich erinnere mich aber auch an Momente, die ich für mich hatte, in denen ich mich rundum glücklich und wohl fühlte. Ich beende den Tagtraum und verspreche mir in Gedanken Besserung 🙂

Bereits am nächsten Tag stoppe ich es und nehme mir selbst den Druck. Ich möchte nun, alles bis zu einem gewissen Grad „geschehen“ lassen. Ich ziehe meine Laufschuhe an und rücke damit dem Heimatgefühl bereits ein großes Stück näher.

Bis bald,

Eure Rox

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Wie wir uns wehren abzustumpfen

Je älter wir werden, desto dicker wird die Haut, manch einer hat begonnen sich Stacheln wachsen zu lassen, die sich ab und an zeigen und meistens dann auch jene Menschen verletzen, die oft nur Gutes im Sinn hatten. Je mehr wir enttäuscht werden und Ungerechtes am eigenen Leib erfahren oder um uns herum wahrnehmen, desto abgebrühter werden wir. Unlängst habe ich mich gefragt, ob ich das möchte? Mache ich mir damit selbst einen Gefallen, anderen zu misstrauen und permanent ans Schlechte und Negative im Menschen zu denken?

Mit der Masse oder gegen den Strom?

Ich habe die Antwort auf die Frage für mich gefunden und sie ist – so wie vieles im Leben – eher ein Mittelding zwischen „Ich bin vorsichtig“ und „ich verteufle nicht gleich alles und jeden“. Eine Situation kann nicht immer 1:1 mit einer anderen verglichen werden und muss oft auch erst analysiert werden um angepasst darauf reagieren zu können. Gerade das Leben in der Großstadt lässt einen irgendwann anders werden, man wird zum Großstadtmenschen – eine Spezies, die eher ablehnend und ignorant durchs Leben geht. Menschen, die lächelnd in der U-Bahn stehen, werden als verrückt abgestempelt und gemieden – ja nicht Blickkontakt wechseln und um Himmels Willen schon gar kein Gespräch beginnen.

Seit ich zumindest 5 Tage die Woche in der Großstadt lebe und mir dieses abgebrühte Verhalten eher widerstrebt, kämpfe ich gegen meine schleichende Verwandlung an. Nein, ich möchte nicht schnaubend in der U-Bahn stehen und um mich herum alle mit schneidenden Blicken töten – Nein, das widerstrebt mir und entspricht nicht meinem Wesen. Stattdessen wundere ich mich, warum es komisch oder eigenartig eingestuft wird, wenn man zum Beispiel einer Wildfremden sagt, dass sie eine hübsche Tasche trägt oder ihr die Frisur optimal stehe. Schade, dass sich diese positiven Züge nicht durchgesetzt haben, denn es sind wie immer im Leben die kleinen Dinge, die doppelt geschätzt werden. Ich starte meinen Tag wesentlich fröhlicher und ausgeglichener, wenn ich mir 45 Minuten für einen Pre-Work-Lauf genommen habe oder ich eine humorvolle Unterhaltung in der U-Bahn mitbekommen habe und ich grinsend Blickkontakt wechsle, der dann auch noch in positiver Weise erwidert wird.

Sich über kleine Dinge im Leben freuen zu können, bedarf eigentlich nicht viel aber doch zumindest der Auseinandersetzung mit sehr mächtigen Begriffen (Vergangenheit, Glück, Wer bin ich), der man sich erst einmal stellen muss. Ich selbst habe meine „Schatzkiste“ sozusagen auch erst dann ausgegraben, als ich begonnen habe mehr Bewegung zu machen und mich intensiv mit meinen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen.

Wie lernst du dich über ein Herz in einer Walnuss zu freuen? 🙂 

  • Lerne für den Moment aufgeschlossen zu sein und verweile nicht zu oft in den Negativ-Spiralen, die sich in deinem Kopf abspielen.
  • Lerne mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, vermeide den Tunnelblick
  • Sei aufgeschlossen, tausche dich mit anderen aus und versuche von anderen zu lernen
  • Sei mutig und entwickle dich stetig weiter; bleibt nicht immer in deiner Komfortzone
  • Sei gut zu dir und pflege die Beziehung zu dir selbst. Tu dir Gutes und achte darauf, dass du glücklich bleibst

Die Liste könnte ich glaube ich ewig weiterführen, dieses Thema liegt mir sehr am Herzen, denn am Ende sind es immer die kleinen Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder uns mit dem Moment verschmelzen lassen.

Bis bald.

Eure Rox

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Mach die Kiste auf und füll sie mit Leben

„Unverhofft kommt oft“ oder „hör nur auf dran zu denken, dann wird sich bestimmt alles weisen“ – diese Sätze haben wir alle schon mal gehört oder uns selbst damit versucht wohl gesonnener oder zufriedener zu stimmen.

Schon seit längerem hatte ich das Gefühl aufbrechen zu wollen, den Lebensabschnitt in dieser Wohnung und in diesem Ort beenden zu wollen. Ich fühlte mich fast wie ein Reisender, der bereits Schuhe und Jacke anhat und jederzeit bereit ist, zu neuen Ufern aufzubrechen. In meinem Fall hat er aber beides griffbereit gehabt, es aber nie nach Draußen geschafft 😉

Nun sitze ich hier versteckt zwischen jeder Menge Umzugskartons und bin seit Stunden damit beschäftigt mein Leben der letzten 10 Jahre durchzusehen, viel ist davon geblieben, anders betrachtet, wiederum nicht: Fotos, Deko, Bücher, Kleidung – vieles davon mit emotionalem Wert. Wie viel wir sammeln und jahrelang horten, ohne es je wieder eines Blickes zu würdigen, wie viel passiert ist, von dem uns Erinnerungen geblieben sind, aber natürlich auch der ein oder andere Krimskrams.

Mir wird in diesem Moment bewusst, wie wichtig es ist Erinnerungen zu schaffen, von denen wir zehren können. Der Inhalt der Kiste ist materieller Natur und wird erst zu Leben durch unsere Erinnerungen.

Noch etwas ist mir klar geworden und zwar wie wichtig Geduld im Leben ist. Das Tempo der anderen ist nicht mein Tempo und deren Leben ist  möglicherweise auch nicht die Art von Leben, die mich glücklich macht.

Nach langem Warten hat sich im Januar plötzlich alles verändert und der Wohnungs- und Ortswechsel steht nun bevor. Gerade zu einem Zeitpunkt, als ich versuchen wollte mit weniger Druck an die Sache ranzugehen. Unverhofft kommt also doch oft. Mir gefällt die Vorstellung, dass sich jemand bei Wenden in unserem Leben etwas dabei gedacht hat: „Ja, nun ist sie bereit für eine Veränderung“ oder „Lerne geduldig zu sein und du bekommst was du willst“ oder aber auch „Nur, wenn du konsequent nach einer Sache strebst, ist sie es auch sicher wert für dich“.

Bis bald.

Eure Rox