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Treiben lassen (zum Teil mit Hund)

Die letzten Wochen war es ein wenig ruhiger was mein Schreiben und den Blog im Allgemeinen betrifft. Langsam aber sicher ging mir die Energie und die Inspiration für neue Beiträge aus. Ruck zuck waren die Sachen gepackt und ab gings für 7 Tage nach Sardinien.

Was ich am allermeisten liebe am Urlauben? Das Treiben Lassen, so auch bei unserer ersten Wanderung. Denn bereits am zweiten Tag schlossen wir Bekanntschaft mit dem – wohl schon recht alten – Kerl auf dem Foto. Er kam gefühlt aus dem Nichts auf uns zu und bereits nach ein paar Streicheleinheiten schloss er sich unserer Wandertour an 🙂 So gesehen unser sehr haariger Tourguide für ein paar Stunden. Das Faszinierende? Er wich nie von unserer Seite, war offenbar taub (oder stur?), die Aufmerksamkeit gefiel ihm sichtlich und so bildete er einen Teil unseres Rudels für ein paar Stunden.

Was ich sonst noch an Urlaub liebe:

  • Das Kennenlernen von neuen Kulturen, Orten, Plätzen, Gerichten, aber auch den eigenen Grenzen
  • Das Essen im Allgemeinen 😉 (am besten in Kombination mit viel Bewegung)
  • Mich ganz nach meinen Bedürfnissen richten zu können. Was Spaß bringt, wird gemacht
  • Das Reisen mit Gleichgesinnten, ob es der Partner ist oder enge Freunde – Das Verbringen schöner Zeit gemeinsam steht an erster Stelle
  • Ist ähnlich zum ersten Punkt, aber ich kanns nicht oft genug betonen: Das entstresste Leben, ohne Termindruck und To-Do-Listen

Was passiert nach unserer Rückkehr?

Tja, zu schnell ist das Urlaubs-Mindset verflogen und wir sind wieder in unserer Realität angekommen. Ich denke es geht nicht nur mir so, wir kommen aus dem Urlaub zurück mit so vielen guten Vorsätzen und voller Energie und Motivation, um etwas zu verändern. Oft saugt uns bereits der erste Arbeitstag mit 1.000 E-Mails und viel zu vielen Status-Meetings unsere gewonnene Energie ab. Wir sind wieder auf dem neuesten Stand bei all unseren Projekten und wurden erfolgreich „abgeholt“. Und unsere Energie und Entspannung? Hmmm, die ist auch dahin… Ich frage wofür wir „abgeholt“ werden? Fürs nächste Burnout? Für einen weiteren stressigen Tag, der nichts als nur Kopfzerbrechen und mittel- und langfristig körperliche Beschwerden mit sich bringt?

Auch ich werde mir bewusst nichts vornehmen, es waren 7 Tage der Entschleunigung – zumindest mental – rein körperlich war es alles anders als entschleunigend 😉

Aber einen Vorsatz gibt es doch…

Das Ego bändigen und nicht zu viel von mir zu verlangen (ich hoffe ich ertappe mich) und mir so lange wie möglich die Entspannung konservieren. Denn in Wahrheit beginnt Stress oft in unserem Kopf, weil wir ihn als solchen interpretieren.

Foto Credit: Rox

Alles Liebe, eure Rox

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Sonntagszitat

Solange Unbewusstes nicht bewusst gemacht wird, lenkt es dein Leben und du nennst es Schicksal.

Carl Gustav Jung
Foto Credit: Bessi / Pixabay
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Mein Boss

Meistens erwartet er Disziplin und Sorgfalt. Entspannung gibt es erst, wenn alle Aufgaben, die anstehen, erledigt wurden.

Er ist streng und weiß genau, was er will, passt etwas nicht, sind meistens die anderen schuld.

Mitgefühl? Tja, das gibt es selten, aber es existiert in bestimmten Fällen, aber die sind eher die Ausnahme.

Manchmal erinnert er mich auch an einen Sklaventreiber, der nicht flexibel auf Veränderungen reagieren kann und einfach stur versucht sein Programm zu fahren ohne Wenn und Aber.

Ich habe auch festgestellt, dass es ihn meistens darum geht, die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Meine Arbeit muss diesem Level dann gerecht werden.

Entsteht eine Diskussion, in der ich das Gefühl habe, mich verteidigen zu müssen, schenkt er meistens den anderen sein Vertrauen.

Aber dieses Mal habe ich mehr gegeben, als möglich war, ich habe mein Privatleben vernachlässigt um das Konzept, das er verlangte auf die Beine zu stellen.

Ich lege es ihm vor und die darauffolgenden Sekunden erscheinen mir wie eine Ewigkeit. Vorerst verzieht er keine Miene. Doch dann: Er beginnt sich zu räuspern und sagt: „Es ist okay“

Wieder einmal ist es ihm nicht genug, sein enttäuschter Blick lässt darauf schließen.

Habe ich mich wirklich zu 100% ins Zeug gelegt? Schlagartig beginne ich mich und meine Arbeit in Frage zu stellen.

Lange blicke ich in seine Augen, seinen festen Blick, das Gesicht wird immer unklarer und verschwimmt zunehmend vor meinen Augen bis ich langsam aber sicher das Gefühl habe in einen Spiegel zu blicken und mich selbst zu sehen.

Wie lesen sich diese Zeilen für dich? Würdest du dich mit einem Vorgesetzten, wie er beschrieben wurde, zufriedengeben? Würde diese Zusammenarbeit dich glücklich machen?

Ich kann es für mich beantworten, Nein und ehrlich gesagt, bin ich geschockt, wie schlecht wir uns teilweise selbst behandeln und das ohne mit der Wimper zu zucken. Schneller wird es noch bei anderen gemeldet oder aufgezeigt. Kommt das Verhalten jedoch aus unserem Inneren, nehmen wir es nicht aktiv wahr und interpretieren es eher als normal, da es als Teil unserer Persönlichkeit gesehen wird.

Ich nehme mir seit geraumer Zeit vor, auch meinen inneren Boss manches Mal herauszufordern, in Frage zu stellen und auch mal flexibel auf innere oder äußere Veränderungen zu reagieren. Das können die Überstunden sein, die wir machen um unser Projekt erfolgreich abzuschließen, die uns dann dazu veranlassen den Wohnungsputz und Einkauf an diesem Tag sausen zu lassen. Das kann aber wiederum auch mal ein Tag mit Entspannung sein, weil Körper und Seele danach schreien.

Alles Liebe,

Eure Rox

Foto Credit: Larisa-K/Pixabay

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Kampfhaltung adé

Und wieder passierte es, das Blut stieg mir in den Kopf, mir wurde heiß, meine Emotionen spielten verrückt, unmöglich wurde es mir meinem Gegenüber weiterhin offen und neutral zuzuhören. In Gedanken hatte ich bereits einen meiner Boxhandschuhe in der Hand und war dabei in mir anzuziehen. Mein Gesprächspartner bekam davon relativ wenig mit, führte seinen Monolog weiter, während ich bereits innerlich meine Kampfhaltung angenommen, Schotten dicht gemacht hatte und den Ausnahmezustand in meinem kompletten Organismus ausgerufen hatte.

Erinnerst du dich, wann es dir zuletzt so erging? Hast du dich dabei ähnlich gefühlt?

Erst im vergangen Jahr habe ich mich sehr bewusst mit diesem Thema beschäftigt. Ich wollte die Trigger verstehen, die mich innerlich ausrasten ließen. Ich wollte in bestimmten Momenten kein Opfer mehr sein und mein Leben aktiv steuern. Doch das beinhaltete auch, einerseits nicht alles zu persönlich zu nehmen, und andererseits Nein sagen zu können und für sich einzustehen, wenn es darauf ankam. Tja und hier beginnt auch zumeist schon das Dilemma – denn das bedeutet, dass man das eine vom anderen unterscheiden können sollte. Bevor die Emotionen uns leiten und klares Denken unmöglich wird, sollten wir für einen kurzen Augenblick einen Wahrheits-Check einleiten.

Tu ich der Person unrecht? Geht es eigentlich um meine Person?

Ich habe mir die Fragen vor allem im letzten Jahr oft selbst beantwortet. Viel zu oft verharren wir gerne in der Opferhaltung, wir machen alles und jeden für unsere Reaktionen verantwortlich. Die Boxhandschuhe sind schnell man angezogen und in dem Moment ist kein klarer Gedanke oder ein Gespräch auf Augenhöhe mehr möglich. Konstant versuchen wir unser Selbstwertgefühl zu verteidigen wie unseren heiligen Gral.

Anstatt unseren Emotionen Einhalt zu gebieten und noch einmal bewusst nachzudenken, reagieren wir überzogen und emotional. Es passiert alles in Sekundenschnelle – das Gespräch ist ab diesem Zeitpunkt für uns beendet.

Meist gelingt es mir zwar noch nicht auf Anhieb in jeder Situation, doch mit ein wenig Abstand und Reflexion habe ich mir zuletzt die Antwort geben können, dass wir unseren Wert höher einschätzen und besser über uns denken sollten. Nur, wenn unser Selbstbewusstsein nicht stark genug ist, lassen wir uns von unserem Gegenüber verunsichern und aus der Bahn werfen.

Was sollten wir tun, wenn unsere Emotionen mal wieder überkochen?

Ruhe bewahren, tief ein- und ausatmen. Einen Schritt zurücktreten und das innere Gespräch mit uns suchen. Was passiert gerade? Anstelle der Boxhandschuhe können wir es mit Verständnis und Nachfragen versuchen. Schieben wir den Fokus von uns auf die andere Person. Versuchen wir das Gesagte und den Hintergrund zu verstehen. Auf keinen Fall sollte es ungeprüft zu unserer Wahrheit werden.

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: kalhh/Pixabay

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Menschen lieben Geheimrezepte

Es scheint als wäre es zum Volkssport Nummer 1 geworden – wir lechzen nach Geheimrezepten, um unabhängig, reich, sportlich, selbstbewusst und zur besten Version unserer Selbst zu werden.

Mir stellen sich mittlerweile meine Nackenhaare auf, wenn ich Schlüsselbegriffe lese, die in diese Kerbe schlagen. Selbstoptimierung ist das neue Ziel, das wir erreichen MÜSSEN – zumindest wird es meist so propagiert. Gibst du dich mit dem zufrieden, was du hast und strebst nicht nach künstlichem Perfektionismus, bist du einfältig, inkonsequent und schlicht weg viel zu schwach. Sei protzig, sei aggressiv, auffällig und zeig der Welt, wer du bist – schrei es hinaus, selbst, wenn es niemand hören will und du es dir tief im Inneren auch nicht glaubst.

Bei all diesem Optimierungswahn vermisse ich die Authentizität – ich vermisse Menschen, die ehrlich sind und im Kontakt mit ihren Emotionen und Bedürfnissen sind. Mir ist eine Person sympathischer, die mir erzählt, sie komme mit all den äußeren, aber auch inneren Erwartungen schwer klar, versuche aber Schritt für Schritt so zu leben, dass sie selbst noch ihr Spiegelbild betrachten kann. Es gibt Tage, an denen sie stolz auf sich ist, sie hat Sport betrieben und sich großteils gesund ernährt, aber es gibt auch Tage, an denen sie weit entfernt davon ist, ausgeglichen zu sein und sich mit einer Pizza zu Hause verkriecht.

Nun stelle ich mir also die Frage, was es ist, dass die Menschen lechzen lässt nach diesen Geheimrezepten?

  • Superlative sind seit längerem in – Alles muss schneller, neuer, besser, stärker und öfter geschehen. Es ist in – ich möchte auch mitreden können und Teil des Optimum sein. Menschen wollen nichts verpassen und möchten dazu gehören.
  • Ein Geheimrezept hört sich einfach an – jemand gibt mir eine Bauanleitung für ein bestimmtes Resultat. Da der Mensch (viel mehr sein Gehirn) von Natur aus bequem ist, klingt das verlockend und einfach.
  • Menschen sind neugierig und viele noch dazu wissbegierig – es könnte doch etwas sein, das mir ernsthaft Spaß bringt und mir zu einem besseren Leben verhilft, warum also nicht versuchen?

Damit möchte ich keineswegs aussagen, dass ich noch nie Bücher, Workshops oder Seminare besucht habe, die mir Tipps für ein besseres Leben versprochen hatten. Auch ich bin ständig auf der Reise zu einer optimierteren Version von mir.
Doch was bedeutet verbessert für mich?

  • Ich lebe ein Leben, das für mich passt und sich richtig anfühlt. Ich reduziere Vergleiche mit anderen, da sie mich nur unglücklich machen.
  • Mein Selbstwert hängt weder von anderen Personen, noch primär von äußeren Faktoren ab. Ich kümmere mich gut um mich selbst und versuche den Draht zu mir nicht zu verlieren.
  • Ich sitze am Steuer, das durch mein Leben navigiert. Auch wenn es noch so stürmisch wird und verlockend ist, den verantwortungsvollen Job abzugeben und ein passiver Passagier zu werden, gebe ich das Steuer nicht ab.
    Das bedeutet auch, dass ich versuche meinem Autopiloten auf die Schliche zu kommen – anstatt blind durchs Leben zu taumeln, zu denken und zu tun, was ich immer schon getan habe. Ich versuche mir vieles bewusst zu machen und auch Denkweisen und Handlungen zu hinterfragen.

Wie geht es euch mit dem Optimierungswahn der heutigen Zeit und steuert ihr dagegen?

Bis bald, eure Rox

Foto Credit: Pixabay/Einladung_zum_Essen