Kategorien
Allgemein Gesundheit Natur Philosophie poesie schreiben selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung Träume veränderung

Sonntags-Gedanke

„Dein Auge kann die Welt trüb oder hell dir machen: Wie du sie ansiehst, wird sie weinen oder lachen.“

Friedrich Rückert
Kategorien
Allgemein Gesundheit Philosophie poesie schreiben selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung veränderung

Was wir von Giraffen lernen können

Sie verbindet eine unglaublich enge Freundschaft. Manches Mal fragt sich jedoch die Giraffe, warum sie sich das antut, kann sie doch rein gar nichts vom Elefanten lernen und er zapft permanent ihre Energie an mit seiner schlechten Stimmung. Von einem positiven Gesichtspunkt gesehen, besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Elefant seine Sichtweise verändert, wird er doch rund um die Ohr von Positivität in Form der Giraffe umgeben.

Es genügt meistens nur eine Kleinigkeit und der Elefant ist schlecht gelaunt und diese Stimmung hält meistens an. Im Laufe des Tages bestätigt er sich dann mit vielen weiteren Situationen, dass das Leben schlecht ist und er immer als Opfer auserkoren wird.

„Hast du diesen Blick gesehen? Ich glaube die wollen uns hier nicht haben.“ „Warum muss so etwas immer mir passieren?“ „Das Leben ist ungerecht.“ „Ich kann ihr Gequatsche nicht mehr hören, sie glauben, sie sind etwas Besseres und behandeln mich ständig von oben herab.“ „Ich gehöre nirgends dazu.“

Das sind nur einige der Sätze, die die Giraffe wie eine hängen gebliebene Schallplatte immer und immer wieder hört. Ein negatives Mantra sozusagen. Zudem ist es auch eine selbsterfüllende Prophezeiung, glaubst du nur lange genug an das System-Update, das du dir einprogrammierst, wird sich deine Wahrnehmung verändern, da du deine Meinung das Update wird dir helfen, bestätigt sehen willst. Oft versucht die Giraffe die negative Gedankenspirale des Elefanten zu durchbrechen, da es für einen Außenstehenden irrsinnig gut sichtbar ist, wie sich das Gedankenknäuel an Negativität zu einem großen Ganzen zusammenrollt und so an Größe und Schwere gewinnt.

Der Elefant ist wiederum dankbar für seinen loyalen Freund und er beschreibt die Giraffe, als das Beste in seinem Leben. In ganz hellen Momenten ist ihm klar, dass er anderen mit seiner Art viel zumutet. Schon des Öfteren hat er versucht sich zu verändern. Doch es ist so schwer, warum ist die Giraffe wie sie ist. Er hat doch sogar das Privileg von einem Profi zu lernen. Der Elefant hat einmal gelesen, dass das Herz einer Giraffe viel auf sich nehmen muss, um das Blut etliche Meter hoch in den Kopf zu pumpen. Das ist die eine Seite der Medaille und die andere, dass sie sich dadurch auch länger Zeit für ihre Reaktionen und in vielen Fällen auch Bewertungen nehmen kann. Der Organismus ist so gebaut, dass viele Prozesse nicht blitzschnell ablaufen und so Handlungen besser überlegt werden können, vor allem dann, wenn Emotionen im Spiel sind.

Der Elefant merkt schon einen Unterschied zwischen sich selbst und seinem meterhohen Freund. Während er recht schnell über Leute urteilt und Bewertungen anstellt, beobachtet die Giraffe und versucht das große Ganze zu sehen, was ihr aufgrund ihrer Größe auch gut gelingt.

Ganz fest glaubt er dran, dass er noch in Ausbildung ist und irgendwann dann kann er beginnen ein wenig wie sein Freund zu werden. Ein Versuch war es wert, glücklicher zu werden.

Während der Elefant seinen letzten Gedanken zu Ende denkt, seufzt die Giraffe, sieht ihn an und beginnt herzhaft zu lachen. „Bist du endlich so weit den dicken, schwarzen Mantel abzulegen?“

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: Unsplash/Thomas Evans

Kategorien
Allgemein Natur Philosophie schreiben selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung Träume veränderung

Märchen oder bloß Geschichte?

Unlängst hab ich über Märchen nachgedacht und welch grausame Geschichten sie doch meistens erzählen. Doch eines haben sie all gemein: Sie schließen mit einem Happy End und lassen die Guten gewinnen. Als Leser freut man sich dann umso mehr über das positive Ende, sah es doch so ganz und gar nicht gut aus im Laufe der Geschichte.

Woher kommt die Faszination?

Das Märchen entführt uns meist in eine andere Welt, in der oft auch Übernatürliches geschieht – in Form von Taten oder Gestalten. Gerade, dass in diesen Erzählungen Magisches, wie zum Beispiel Zauberei vorkommt, macht es auch so faszinierend. Es ist etwas Neues und Spannendes für uns und insgeheim trachten wir auch danach, dass die Guten gewinnen.

Woher jedoch die überwiegend positive Assoziation mit Märchen kommt, verstehe ich nicht. „Ein Leben wie im Märchen“ zu haben, erscheint mir nicht als erstrebenswert 😉 Aber woher kommt die Faszination dafür? Hat es etwa damit zu tun, dass wir das Happy End mehr schätzen, wenn wir zuvor „dem Tode geweiht“ waren oder schwer zu kämpfen hatten? Das wäre die einzige logische Erklärung, die mir dazu einfällt.

Doch wie siehts mit unserer eigenen Geschichte aus? Fühlt auch sie sich zeitweise an wie ein Märchen, das nicht wirklich auf ein Happy End zusteuert?

7 Fragen, die wir uns zu unserer eigenen Geschichte stellen sollten:

  1. Wie oft erzählen wir anderen aus unserem Leben? Erzählen wir gerne davon?
  2. Wie oft lassen wir all das, was passiert ist, revue passieren und nehmen uns genug Zeit um die Handlung zu verstehen?
  3. Wie würde jemand Außenstehendes unsere Geschichte erzählen?
  4. Welch negativen Begebenheiten gab es in unserer Geschichte bisher und wie sind wir damit umgegangen?
  5. Welche schönen Momente haben wir erlebt, die auch in anderen Menschen positive Gefühle hervorrufen, wenn sie sie hören?
  6. Bist du in negativen Gefühlen deines eigenen Märchens gefangen? Willst weder du darüber nachdenken, noch jemand anders daraus „vorlesen“?
  7. Wie oft vergleichst du deine Geschichte mit anderen und stellst fest, dass deine Erlebnisse kaum mit anderen mithalten können?

Für mich ist es wichtig, über diese Fragen nachzudenken und jeder sollte für sich Antworten darauf finden. Jeder von uns hat schon seine eigenen individuellen Horror-Momente oder gar -kapitel erlebt und dann gab es aber auch jene ausgleichenden Momente, die ewig andauern könnten, da wir innerlich in uns ruhen und es uns gut geht. Unser Leben, unsere Geschichte und unser Weg ist völlig individuell. Auch ich hadere immer noch damit, mein Leben und meinen Weg nicht noch ständig zu vergleichen und in Frage zu stellen. Tja, es ist eben ein Prozess. Ich wünsche euch alles Liebe,

eure Rox

Foto Credit: Dlee / Pixabay

Kategorien
Allgemein Gesundheit Natur Philosophie poesie schreiben selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung veränderung

Mittwochsweisheit

Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.

John Steinbeck
Aus dem Urlaub ganz ohne Kalender und Termine
Kategorien
Allgemein Gesundheit Philosophie poesie schreiben selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung veränderung

Vom Wollen und Müssen

Früher als Kind, da hätten wir wollen, doch da durften wir uns die meiste Zeit nicht vollständig entfalten. Unsere Vorstellungskraft sowie unsere Kreativität kannten keine Grenzen. Vom Ausleben war lange nicht die Rede, da machten uns unsere Eltern und Bezugspersonen einen dicken, fetten Strich durch die Rechnung.

Kaum im Schulalter angekommen, drehte sich so gut wie jede schulische Tätigkeit ums Müssen:
Heute musst du noch Hausaufgaben machen.
Mittwoch musst du beginnen für den Test zu lernen.
Du musst eine gute Schüler*in sein.

Vom Schulalter stolpern wir dann meist recht planlos und besorgt entweder ins Berufsleben oder in die Studentenszene. Plötzlich sollen wir aber „out of the box“ denken, unsere Stärken kennen und selbstbewusst agieren. Was möchte ich? Mit der Frage tat ich mir schwer, viel leichter tat ich mir mit der Gegenfrage, die sofort in meinen Kopf schoss: „Was muss ich?“ Damit kam ich ehrlich gesagt viel besser klar. Gelernt war gelernt. Die letzten Jahrzehnte hatten uns ganz gut geprägt. Unser Gehirn denkt gern in bekannten Bahnen und möchte es sich so einfach wie möglich machen. Hier gehts zu einem Blog Post über das Gehirn und seinen Chill-Modus.

Kaum im Beruf angekommen, geht es dann darum den Konjunktiv abzuschütteln. Es muss klar kommuniziert werden und wir sollten (Konjunktiv EIN) lernen zwischen Müssen, Können und Wollen je nach Situation schnell hin und her zu navigieren. Das ist zwar eine Fähigkeit, die wir bis dahin nicht exzessiv geübt haben, sollte (und da ist er schon wieder) man aber als Erwachsener im Repertoire haben.

Nun, in meinen 30ern angekommen, lese ich überall vom gesunden Egoismus, starkem Selbstbewusstsein und den beliebten Grenzen, die wir setzen sollen. Es soll mehr darum gehen, was wir möchten oder auch brauchen und weniger darum, was wir glauben zu müssen. Prinzipiell stimmt das auch, aber der Spagat zwischen der schnelllebigen Zeit, in der es keine Auszeiten gibt und wir mit dem rasanten Tempo standhalten müssen, und der Selbstfürsorge, die wir dazwischen leisten sollen, ist kaum zu bewerkstelligen. So wie ich es derzeit sehe, sind gesunde Rituale für mich das A und O – das Gehirn darf nicht ins Grübeln kommen. Wichtig ist auch, dass wir die Bewusstheit für unser Verhalten schärfen. Hinterfragen wir doch ab sofort unsere Gedanken und Handlungen.

Das nächste Mal, wenn dein Gehirn dir vorgaukelt, du müsstest dieses oder jenes tun, bevor du zur Ruhe kommen darfst, starte das Gespräch mit einer Gegenfrage. Und du darfst ruhig provokant sein, denn du bist es wert 🙂

Alles Liebe, Eure Rox

Foto Credit: Pixabay / Republica