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Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft (Emil Zatopek)

21,1 km – eine Distanz, die mich vor ca. 2 Jahren in eine Schockstarre versetzt hat.  „Niemals, vergiss es, da können wir ja ewig trainieren“, das ist ein Auszug meiner damaligen Reaktion. Doch langsam haben sich meine Freundin und ich mit der Distanz angefreundet. Zu Beginn war es ein zaghaftes Händeschütteln, danach eine heftige Umarmung gefolgt von Momenten, die wir mit Jubelschreien schmückten.

Durch den ersten Halbmarathon lernt man auf alle Fälle seine Grenzen kennen und es gibt vieles, das man auf die gedankliche To-Do-Liste für den nächsten Anlauf setzt. Wir haben uns gegenseitig motiviert und uns auch mal in den Allerwertesten getreten, wenn es anders nicht ging. Das Laufen hat mich selbstbewusster gemacht und dadurch dass der Kopf oftmals „frei“ gelaufen wird, auch geholfen die ein oder anderen Entscheidungen schneller zu treffen. Doch als es mir die letzten Monate psychisch ein wenig schlechter ging, fehlte mir auch die Motivation genau das zu tun, was mir bisher immer Freude bereitete und ein gutes Gefühl gab.

Warum fällt die Motivation oft so schwer?

Ich denke es hat viel mit Überwindung und Energie zu tun. Gerade die letzten sehr grauen und kalten Winterwochen, wenn die Motivation am absoluten Tiefpunkt liegt, trugen nicht dazu bei, den Schweindehund zu überwinden und bei Minusgraden das Haus zu verlassen, geschweige denn Sport zu treiben. Der Mensch verzieht sich in sein Schneckenhaus.

Hoch gesteckte Ziele, die zum Verhängnis werden

Doch was, wenn man sich voll motiviert Ende des Sommers Ziele fürs neue Jahr steckt?  Tja, ich versuche gerade Worte für meine Situation zu finden, ich bin sozusagen in der Zwickmühle, einerseits möchte ich mir beweisen, dass ich es am 7.4. schaffe einen Halbmarathon trotz mangelden Trainings zu absolvieren, andererseits möchte ich mich nicht zwingen müssen und nicht mit Druck an die Sache rangehen. Doch was ist der richtige Weg? Wo hört der Arschtritt in den eigenen Allerwertesten auf und wo beginnt die Akzeptanz und das Loslassen?

Was nun?

  • Ich laufe längere Strecken, packe meistens gute Musik ein
  • Ich bereite mich gedanklich darauf vor (Strecke begutachten zB)
  • Ich bleibe positiv & selbstbewusst
  • Ich entdecke wieder die Freude am Laufen

Ich halte euch auf alle Fälle am Laufenden, wie meine Entscheidung letztendlich ausfällt.

Eure Rox

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Und wöchentlich grüßt der Schweinehund

Es ist ein bisschen wie nach einem schlechten Date, also nach so einem Date, das man unter keinen Umständen wiederholen möchte. Keine Verabredung von der Sorte: „Ich halte ihn mir warm“. Doch dann meldet er sich wieder … Der Schweinehund. Ich dachte, die Antisympathie hätte in dem Fall auf Gegenseitigkeit beruht, dem war wohl nicht so. Es ist mir nicht gelungen ihn zu vertreiben, ich war wohl wieder einmal unwiderstehlich 😉 Scherz beiseite, aber ich hatte einen guten Lauf, ich fühlte mich fit und wohl in meiner Haut. Nichts könnte sich dazwischen stellen oder mich von meinem Weg abbringen. Doch was ist dann passiert?

„You gotta have Faith“ – es dröhnt die Stimme von George Michael aus den Boxen und wie Recht er nicht hat. Es wäre wohl zu einfach gewesen, der Schweinehund ist einmal besiegt und er meldet sich nicht mehr wieder. Dann hätten wir wohl alle 90-60-90 Maße, es sei denn wir wollen das überhaupt? Der Punkt ist oder das Wichtige daran ist, immer wieder seinen Rhythmus zu finden, auch wenn äußere Umstände sich ändern, unser Rad muss immer wieder angepasst werden, sodass es sich weiter drehen kann. Wir müssen daran glauben, daran glauben, dass wir es schaffen.

Ich hatte meinen Rhythmus gefunden, nachdem ich mit Yoga begonnen hatte, musste er leicht angepasst werden, aber es brachte mich noch nicht ins Wanken. Doch dann? Überstunden, danach Unzufriedenheit im Job, gefolgt von Auseinandersetzungen und zunehmenden Stressituationen im privaten Bereich. Immer öfter verspürte ich ein Gefühl von Stress: Stress beim Aufrufen der What’s App Nachrichten, Stress beim in den Kalender-Schauen und alles unter einen Hut bringen zu wollen und Stress beim Zeit Finden für meine regelmäßigen Sporteinheiten. Mein Rad kam ins Wanken – es lief nicht mehr einwandfrei und begann immer öfter zu streiken. Das nahm mir verständlicherweise die Lust an all den Dingen, die mir früher Spaß gemacht haben: ein Morgenlauf durch meinen Lieblingswald, die Yoga Session mit all den Gleichgesinnten oder das Entdecken einer neuen Laufroute.

Fast hatte er mich so weit – der Schweinehund und ich, wir hatten uns dann doch einige Male getroffen und irgendwie war er doch nicht so übel wie anfangs angenommen. Trotzdem musste ich mir treu bleiben und mir eingestehen, dass er nicht der Richtige war 😉 Ich habe mir Zeit gelassen, wieder ins Laufen gefunden und keinen Druck aufgebaut. Doch beim Laufen trifft es leider wirklich zu – man muss sich oft dazu überreden, um im Nachhinein dann festzustellen, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.

Ich hoffe ich höre jetzt länger nichts vom Schweinehund, dieses Mal muss es aber richtig angekommen sein – hoffe ich zumindest 😉

Bis bald!

Roxy

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Vom Halbmarathon auf die Couch

Es startet mit einer zündenden Idee. „Lass uns doch einen Halbmarathon gemeinsam laufen“. Zuerst starrt dich deine Freundin unglaubwürdig an, du kannst es selbst kaum glauben, dass dieses ehrfürchtige Wort „Halbmarathon“ über deine Lippen kam. Nach dem kurzen Schockmoment findet man die Vorstellung immer besser, mit der Freundin auf deiner Seite bekommt es dann schön langsam Hand und Fuss. Wir brauchen ein Ziel!

Zweifel kommen auf: Können wir das? Wir sind doch keine Hardcore-Wind & Wetter Läufer und außerdem ist es auf der Couch nach der Arbeit doch auch oft so verlockend 🙂 Der Berg ruft bei vielen oder sagen wir realistischerweise eher bei wenigeren 😉 bei den meisten ruft oder besser gesagt schreit sich die Couch heiser.

Außerdem kommt ja noch dazu, dass es dann ernst wird, es gibt dann sowas wie Trainingspläne und irgendwie hinterlässt es einen bitteren Nachgeschmack.

Wie gehts dann weiter? Man motiviert sich gegenseitig, schwitzt, mal flucht man selbst, mal sieht man die Freundin verzweifeln, eines kann mit Sicherheit gesagt werden, die Freundschaft erreicht ein neues Level.

Endlich kommt der Tag der Wahrheit. Wir verbinden den Tag des Halbmarathons meistens mit einem Mädelswochenende, das gibt dem Ganzen zusätzlich noch einen netten Touch. Am Vortag wird Sightseeing light gemacht oder gar die Therme besucht und am Tag darauf geht’s dann los, das Adrenalin und die Vorfreude steigen ins Unermessliche.

Während der 21 km kämpfst du mit dir selbst, lachst du in dich hinein und manches Mal therapierst du dich im Schnelldurchlauf. Das Gefühl ist unglaublich, das Ziehen in den Beinen dann meistens auch 😉

Die Endorphine sprühen aus dir raus und du fühlst dich sonderbar ausgelaugt danach, aber du spürst dich definitiv. Das Gute daran: Hast du dich richtig verausgabt, macht das Faulenzen und Essen erst doppelt so viel Spaß. Unsere Festmahle danach sind fast schon legendär.

Der Punkt ist: Entschleunigung ist gut und muss passieren. Doch auch das Auspowern, sich spüren und ab und an ein persönliches Ziel zu verfolgen ist wichtig. Beweis dir, dass du es kannst. Sei zugleich dein wachsamster Kritiker und dein bester Freund.

Viel Spaß. Eure Roxy

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