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Planung und Kontrolle im Stillstand

Wie mir ging es bestimmt vielen  Menschen so. Zu Beginn des Jahres sind wir voller Tatendrang und sitzen mit offenen Kalendern mit Freunden zusammen und planen unsere nächsten Monate. In meinem Fall waren es Konzerte, Kurzurlaube, Kabaretts, natürlich diverse Feierlichkeiten mit der Familie und die obligatorischen Treffen mit meinen besten Freundinnen. Das ganz normale Leben eben! Tag ein, Tag aus, tun wir alle, was  wir möchten und wir gehen mit der enormen Freiheit um, wie wir es für richtig halten. An andere denken ist eher zur Seltenheit geworden. Mit Ellenbogen drängen wir uns durch die Gesellschaft und möchten immer besser und erfolgreicher als das Gegenüber sein.

Vor einer Woche sollte sich diese Einstellung und Haltung komplett ändern – der Härtefall für unsere Gesellschaft ist eingetreten. Plötzlich trifft es nicht einen anderen Kontinent, plötzlich tritt es in unser Leben und beschneidet auch unsere Freiheit. Was mir sofort aufgefallen ist, ist, dass Menschen beginnen von ihrem hohen Ross abzusteigen, lernen wieder an Andere zu denken und lassen Empathie aufkommen. Uns wird bewusst, dass wir Verantwortung übernehmen müssen und auch wir nun Stellung zum Virus beziehen sollten. Wie verhalte ich mich? Wie richte ich mein Leben die nächsten Wochen aus? Wie steht es um meine Großeltern, werden sie das durchstehen?

Die derzeitige Situation beeinflusst sowohl unser Privat- als auch unser Berufsleben. Ich habe natürlich begonnen mehr mit meinen Freunden zu telefonieren und das Laufen gibt mir Halt und ein wenig Normalität. Das Laufevent, das in meiner alten Heimat stattgefunden hätte und auf das ich mich die letzten Wochen vorbereitet habe, wurde bereits abgesagt. Davon lasse ich mich nun nicht beirren, ich möchte weiter trainieren, so als würde ich den Halbmarathon doch in 4 Wochen laufen. Realistisch betrachtet, wird es schwache Momente geben, an denen ich mir ins Gewissen rede, dass ohnehin kein Bewerb anstehe und ich mal einen Gang zurückschalten könnte.

Auch mein Berufsleben hat die ersten 3 Tage unter der neuen Situation gelitten, Grenzen zwischen Privat und Beruf sind miteinander verschwommen und hat mir die Freude an meiner Freizeit genommen. Am 4. Tag hab ich mein Büro in ein anderes Zimmer verlegt und mich auch so gekleidet, als würde ich ins Büro fahren. Der Moment am Abend, in dem ich mir meine Jogginghose anwerfe, vermittelt mir nun zusätzlich das Gefühl ab sofort privat zu sein.

So viele Wochen hatte ich im Vorhinein geplant, doch das Leben ist dazwischen gekommen. Niemand hätte solche Einschnitte erwartet. Was diese Krise für Firmen, die Wirtschaft und eine Vielzahl an Menschen bedeutet, möchte ich mir im Detail gar nicht ausmalen.

Einstweilen versuche ich mir das Positive vor Augen zu halten. Indem wir unsere soziale Leben für etliche Wochen opfern, retten wir  Menschenleben. Auch die Umwelt kann wieder aufatmen und sich ein wenig von den Strapazen der letzten Jahrzehnte erholen. Man lernt sich wieder mehr mit sich und seinen Interessen zu beschäftigen.

Ganz spannend zu sehen, was wir machen, wenn wir plötzlich Zeit zu Hause haben und die sozialen Kontakte praktisch gleich 0 sind bzw. sich auf die Menschen beschränken, mit denen man zusammenlebt. Wir widmen uns jenen Dingen, die uns Spaß machen und mit denen wir gerne Zeit verbringen. Ich habe heute Yoga gemacht, in Ruhe gekocht ohne andauernd auf die Uhr zu schauen, lange mit einer guten Freundin telefoniert und nun auch noch Zeit ein paar Zeilen und Gedanken niederzuschreiben. Wir haben wieder Zeit gewonnen für die nächsten Wochen, wer weiß was noch kommt, vielleicht lernen wir eine Sprache oder beginnen zu zeichnen? Trotz allem hoffe ich, dass sich die Lage in allen Ländern bald beruhigt, unsere Leben sich wieder normalisieren und wir uns danach bewusster durchs Leben bewegen.

Bis bald. Eure Rox

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The feelings I have after a long run

Kristin Armstrong (US-Amerikanerin, ehem. Triathletin) sagte: “ I think I get addicted to the feelings associated with the end of a long run“ Als ich den Satz gelesen hatte, musste ich sofort innerlich nicken und zugegebenermaßen sie meint damit höchstwahrscheinlich viel längere Distanzen als ich, aber auch bei mir stellt sich nach ca. 15, 20 km (und oft auch schon davor) auch bereits ein sehr positives Gefühl nach dem Lauf ein:

  • Man fühlt sich nach der Laufeinheit beflügelt, wie auf Droge
  • Endorphine werden ausgeschüttet (hängt daher mit dem ersten Punkt zusammen)
  • Man fühlt sich fit und agil
  • Körper und Seele bilden eine Einheit, geben sich ein High Five und ziehen gemeinsam an einen Strang, so stelle ich es mir jedenfalls vor

Das sind natürlich nur einige der Vorteile, in einem älteren Post hatte ich ja bereits eine Dankesrede ans Laufen verfasst 😉 Hier nochmals zum Nachlesen: https://purplenotes.blog/2019/01/11/dankesrede-ans-laufen/

Beim Verfassen des Posts sitze ich im Zug am Weg in die Arbeit und bekomme sofort Lust meine Laufschuhe anzuziehen und loszulaufen.

In den letzten Jahren hatte ich es zu einer angenehmen Gewohnheit werden lassen: Wann immer ich innerlich unruhig war, Stress auf der Arbeit oder privat hatte, vor einer großen Entscheidung stand oder einfach nur ein paar Kekse abtrainieren wollte, warf ich die Laufmontur an, band die Schuhe zu und startete mit meiner reinigenden Einheit.

Und bereits jetzt freue ich mich auf die nächsten Laufrunden, die bevorstehen, so groß kann der Schweinehund gar nicht sein, um mich überreden zu können 😉

Bis dann. Eure Rox

 

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Stell dich schon ein Heimatgefühl

Wir drehen bereits die fünfte Runde und mein Blick schweift immer wieder ab, ich kann mich auf die einzelnen Dekogegenstände und Möbel kaum mehr konzentrieren, alles wimmelt nur so von grinsenden, zufrieden aussehenden Buddha Figuren in allen möglichen Varianten, überall glitzert es und eine breite Palette an Farben prasselt auf uns nieder. Ich gehe immer wieder die Einkaufsliste durch und mir ist bereits jetzt die Lust vergangen krampfhaft nach Gegenständen zu suchen, die unser neues Heimat verschönern sollten und uns helfen, der fremden Wohnungen unseren Stempel aufzudrücken.

Nach etlichen Stunden sind wir daheim angekommen und ich bin schon dabei die neuen Errungenschaften perfekt in Szene zu setzen. Zögernd trete ich ein paar Schritte zurück und lasse die neuen Möbelstücke auf mich wirken. Wir verbringen weitere Stunden damit alles so zu drapieren, dass wir uns wiederfinden. Intuitiv gefällt mir dann so manches doch an einem anderen Ort besser, als ich es mir in meinem Kopf ausgemalt hatte.

Warum aber verbringen wir Stunden über Stunden damit, uns die Wohnung so zu schmücken und mit Gegenständen zu versehen, dass sie uns ein Gefühl von Heimat und ein „Das-bin-Ich“ vermitteln? Ich sinke geschafft auf die Couch und stelle mir bewusst die Frage nach dem Warum? Wäre es nicht für uns beide entspannter gewesen, wir hätten den Stress sein lassen und hätten gemeinsam gekocht und einen der ersten gemeinsamen Abende zwar in einer kahlen Wohnung, aber dafür zufrieden und entspannt verbracht?

Ich denke an meine letzte Wohnung und es überkommt mich doch ein wenig Wehmut, viele Erinnerungen und fast zwei Jahrzehnte meines Lebens hatte ich an diesem Ort und in der Wohnung verbracht. Es trudeln nach und nach Erinnerungen bei mir ein, ich erkenne bekannte Gesichter, Menschen, die ich liebe, mit denen ich wunderbare Momente erlebt habe, ob es die ersten Parties waren oder gemeinsame Abende, die von guten Gesprächen geprägt waren. Ich erinnere mich aber auch an Momente, die ich für mich hatte, in denen ich mich rundum glücklich und wohl fühlte. Ich beende den Tagtraum und verspreche mir in Gedanken Besserung 🙂

Bereits am nächsten Tag stoppe ich es und nehme mir selbst den Druck. Ich möchte nun, alles bis zu einem gewissen Grad „geschehen“ lassen. Ich ziehe meine Laufschuhe an und rücke damit dem Heimatgefühl bereits ein großes Stück näher.

Bis bald,

Eure Rox

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Dankesrede ans Laufen

Im Winter finden ja bekannterweise immer die Golden Globes und auch die Oscar Verleihung statt, bei meiner letzten Laufrunde am Wochenende kam mir der Gedanke, wie sehr ich dem Laufen dankbar bin und in Gedanken begann ich bereits eine Rede zu formulieren:

Vor 3 Jahren haben wir uns getroffen, davor war ich es satt, mich gestresst und träge zu fühlen. Ich wusste, ich brauchte ein Hobby, eines bei dem ich dem Körper Kondition beibrachte, bzw begann sie aufzubauen. Unser Techtelmechtel startete langsam, anfangs trafen wir uns nur 30 Minuten, danach war ich meistens fix und fertig, bis wir schlussendlich 3 Stunden miteinander verbrachten. Nach diesen intensiven Stunden war ich den restlichen Tag verzaubert von der Leistung, die wir gemeinsam – im wahrsten Sinne – auf die Strecke gebracht haben.

Ich danke dir – dem Laufen für:

  • Das Schärfen meines Bewusstseins für die Themen Ernährung und Bewegung, denn was wir essen ist der Treibstoff, den wir in uns tanken
  • Eine überdurchschnittliche Kondition, die mich selbst in der Arbeit zum Liftverweigerer macht
  • Eine bessere Körperhaltung und definiertere Muskeln (überwiegend im Beinbereich ;-))
  • Eine gesteigerte Konzentration, sowohl während als auch nach dem Laufen, währenddessen löse ich oft die ein oder anderen inneren Konflikte.
  • Mehr Selbstbewusstsein – dieses Hobby in Verbindung mit der Natur und persönlichen Zielen macht uns zu stärkeren Menschen
  • Stressabbau – du hilfst mir den aufgestauten Stress in regelmäßigen Abständen abzuschütteln
  • Eine psychische Gesundheit, die ein oder andere Laufrunde war für mich sehr stark therapeutischer Natur, vor allem in Verbindung mit meiner Freundin
  • Mehr Disziplin – ich trete mir öfter in den Allerwertesten und zwar, weil ich unrund werde, sobald ich keine Bewegung mache.

Um es zusammenzufassen: Danke, dass du aus mir eine bessere Version geschaffen hast. Auf weitere fitte Lebensjahre 🙂

Alles Liebe

Eure Rox

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Give me sun

Hattet ihr auch eine Phase in eurem Leben, in der es nicht laut genug sein konnte, am Wochenende konnte nicht genug passieren und unter der Woche – während ihr zur Arbeit gingt – hattet ihr auch noch den Nerv die letzten freien Stunden zuzupflastern indem ihr euch mit euren Freunden verabredet hattet?

Genau so ging es mir. Ich konnte nicht genug erleben und es musste immer etwas los sein. Wie ein Hamster im Rad, immer in Bewegung, dazwischen keine Zeit links und rechts zu schauen, geschweige denn das Erlebte zu verarbeiten.

Ich weiß nicht, ob es an der magischen Zahl „30“ liegt oder nur Zufall ist, aber es begann Anfang des Jahres, als ich den Drang nach Stille verspürte. Wochenenden sind nun mit viel Natur und Familie geschmückt. Dazwischen versuche ich mir Zeit für mich zu nehmen. Es muss nicht immer der Tag durchgetaktet sein. Mut zur Lücke sagte ich mir – was ist schon dabei, wenn wir ein Wochenende (oder mehrere) „planlos“ sind?

So sitze ich zum Beispiel nach einem meiner Waldläufe auf einer Bank und lasse meine Beine bräunen, so lange, bis es mich nicht mehr freut 😉

Bis bald. Eure Rox.

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Als ob der Frühling um uns buhlt

Du öffnest die Augen und die Sonne strahlt dir ins Gesicht. Du entscheidest dich spontan, noch zehn Minuten länger im Bett zu bleiben und die Sonnenstrahlen zu genießen. Nach einer Tasse Kaffee und einem kleinen Frühstück gehts ab nach Draußen, du brauchst die Kilometer, das Auspowern, die frische Luft und die Natur. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das ist genau das Futter, das meine Seele aktuell braucht. Ich bin in meinen Gedanken, halte für einen kurzen Moment inne und kann der Natur beim Aufwachen zusehen.

Der Winter hat seine Spuren hinterlassen

Dankend verabschiede ich mich vom Winter, ich werde ihm wohl keine Träne nachweinen und bin froh, dass das Intermezzo vorüber ist. Viel zu lange klebte er an meiner Seite und hat an meinen Nerven gezehrt. Unüberbrückbare Differenzen haben uns auseinandergebracht und ich bin froh darüber. Vieles, das vor dem Winter Spaß gemacht hatte, konnte mir in den letzten Monaten keine Freude mehr verschaffen. Ich war nie jemand, dem der Winter aufs Gemüt schlägt, doch dieses Jahr ist es auch bei mir passiert.

So richtig klar, dass der Bann gebrochen ist, ist es mir erst vor einer Woche geworden. Ich bin die Route gelaufen, die mir im Sommer und im Frühling, wenn die Tage länger waren, immer schon viel Spaß gemacht hat. Ich betrachtete die Blumen, Wiesen und Bäume und wie schön und mächtig sie alle blühten. Plötzlich wurde ich von einem unbeschreiblichen Glücksgefühl übermannt, das Laufen machte Spaß, die Sonne scheinte, mein Körper fühlte sich fit an und meine Gedanken waren positiv.

Ich hatte das Gefühl, dass ich zurück bin, noch nicht mit der kompletten Stärke, aber nah dran und es ist ja erst April 🙂

Bis bald.

Eure Rox

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Entscheidungen, die sich lohnen

Ihr wisst bereits, dass ich seit einigen Wochen mit mir haderte, einerseits wollte ich mir selbst beweisen, dass ich einen Halbmarathon bereits Anfang April bestreiten kann, andererseits wollte ich nicht teilnehmen ohne mich fit und bereit dafür zu fühlen. Immerhin sollte es ja doch ein klein wenig Spaß machen 😉 Ich wusste nicht warum, aber die Entscheidung mit zu laufen oder nicht, bereitete mir unheimliche Schwierigkeiten, es fühlte sich an, als würde ich mich selbst enttäuschen, als wäre ich zu faul um mein selbst gesetztes Ziel zu erreichen.

Vor zwei Wochen, während eines Trainingslaufs, dann die Entscheidung: Ich laufe mit, reduziere aber die Kilometer der Strecke, das erschien mir als ein gangbarer Weg, bzw.  ein „laufbarer“ Weg für mich in meiner jetzigen körperlichen Verfassung, immerhin habe ich erst vor einigen Wochen wieder begonnen, die Strecken auszudehnen und auch mal 10km plus zu laufen.

Auch der Satz „Es soll ja doch Spaß machen“ hat mich letzten Endes dazu bewegt, meine Meinung zu ändern. Mir zu beweisen, dass ich es schaffe und dabei aber völlig abgekämpft nach über zwei Stunden ins Ziel zu wanken und wochen- oder monatelang mit Muskelbeschwerden zu kämpfen, erschien mir nicht angemessen.

Heute fand der Frühlingslauf in meinem Heimatort statt, wir hatten Sonne, ein paar Wolken und ab und zu Wind – alles in allem aber ein perfektes Wetter für Anfang April. Der Startschuss fiel und die Wettkampfsituation ließ mich das Adrenalin spüren und schon betätigte ich mein innerliches Gaspedal. Ich wollte mein Bestes geben und immerhin meine Zeit vom Vorjahr verbessern. Hier war er wieder, mein lieber Freund der „selbst gemachte Druck“. Vielleicht sollte ich zukünftig einen Weg finden ihn ruhig zu stellen.

Streckenweise genoss ich den Lauf und dann gab es wieder Phasen, in denen ich kämpfte, mir gut zuredete und mich mit positiven Gedanken versorgte. Kurz vorm Ziel noch einmal alles geben, die letzten Meter komplett auspowern und bestehende Energien ausschöpfen, völlig beflügelt überhole ich kurz vor dem Ende der Distanz noch einen der Läufer. Im Zielbereich angelangt muss ich erst einmal ein paar Minuten durchschnaufen, Glücksgefühle machen sich breit. Überrascht stelle ich fest, dass meine Zeit für einen 3. Platz in der Kategorie W30 gereicht hat. Irgendwie fühlt es sich an, als wäre der Pokal eine Belohnung für die getroffene Entscheidung. Ich habe auf mein inneres Ich und meinen Körper gehört, dafür aber kurzzeitig mein Ego verärgert. Tja, ich muss sagen, ich kann damit leben 😉

Wie sieht es mit euren sportlichen Zielen aus, habt ihr euch welche gesetzt?

Bis bald.

Eure Rox

 

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Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft (Emil Zatopek)

21,1 km – eine Distanz, die mich vor ca. 2 Jahren in eine Schockstarre versetzt hat.  „Niemals, vergiss es, da können wir ja ewig trainieren“, das ist ein Auszug meiner damaligen Reaktion. Doch langsam haben sich meine Freundin und ich mit der Distanz angefreundet. Zu Beginn war es ein zaghaftes Händeschütteln, danach eine heftige Umarmung gefolgt von Momenten, die wir mit Jubelschreien schmückten.

Durch den ersten Halbmarathon lernt man auf alle Fälle seine Grenzen kennen und es gibt vieles, das man auf die gedankliche To-Do-Liste für den nächsten Anlauf setzt. Wir haben uns gegenseitig motiviert und uns auch mal in den Allerwertesten getreten, wenn es anders nicht ging. Das Laufen hat mich selbstbewusster gemacht und dadurch dass der Kopf oftmals „frei“ gelaufen wird, auch geholfen die ein oder anderen Entscheidungen schneller zu treffen. Doch als es mir die letzten Monate psychisch ein wenig schlechter ging, fehlte mir auch die Motivation genau das zu tun, was mir bisher immer Freude bereitete und ein gutes Gefühl gab.

Warum fällt die Motivation oft so schwer?

Ich denke es hat viel mit Überwindung und Energie zu tun. Gerade die letzten sehr grauen und kalten Winterwochen, wenn die Motivation am absoluten Tiefpunkt liegt, trugen nicht dazu bei, den Schweindehund zu überwinden und bei Minusgraden das Haus zu verlassen, geschweige denn Sport zu treiben. Der Mensch verzieht sich in sein Schneckenhaus.

Hoch gesteckte Ziele, die zum Verhängnis werden

Doch was, wenn man sich voll motiviert Ende des Sommers Ziele fürs neue Jahr steckt?  Tja, ich versuche gerade Worte für meine Situation zu finden, ich bin sozusagen in der Zwickmühle, einerseits möchte ich mir beweisen, dass ich es am 7.4. schaffe einen Halbmarathon trotz mangelden Trainings zu absolvieren, andererseits möchte ich mich nicht zwingen müssen und nicht mit Druck an die Sache rangehen. Doch was ist der richtige Weg? Wo hört der Arschtritt in den eigenen Allerwertesten auf und wo beginnt die Akzeptanz und das Loslassen?

Was nun?

  • Ich laufe längere Strecken, packe meistens gute Musik ein
  • Ich bereite mich gedanklich darauf vor (Strecke begutachten zB)
  • Ich bleibe positiv & selbstbewusst
  • Ich entdecke wieder die Freude am Laufen

Ich halte euch auf alle Fälle am Laufenden, wie meine Entscheidung letztendlich ausfällt.

Eure Rox

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Der Wald als Therapeut

Die Tatsache, dass das Wochenende angebrochen ist, ist eigentlich genug Grund um gut gelaunt zu sein, doch was mich an diesem jenen Samstag noch mehr erfüllt, ist, dass die Sonne scheint und die Vorfreude auf meinen Wochenendlauf durch meinen Lieblingswald ins Unermessliche steigt.

Rasch ziehe ich mir die Laufschuhe an, überlege kurz wie viel Schichten wohl Sinn machen und begebe mich auf den Weg – mit im Gepäck meine neue Polar-Tracking Uhr, die auch zum ersten Mal zum Einsatz kommt. Es ist kalt, doch die Sonne beginnt langsam stärker zu werden und wärmt auch mich bei meinem 70-minütigen Lauf. Es ist definitiv der erste Lauf seit Langem, der Spaß macht und mich voll und ganz ablenkt und vergessen lässt, was im Alltag so rund um mich passiert.

Ein längerer Abschnitt führt mich durch den Wald und lässt mich kurz in mich hineinlächeln – das Leben macht Spaß und wir sollten den Moment und das Hier und jetzt mehr genießen und schätzen. Ich bin dankbar dafür, dass ich diesen Gedanken habe und so schließe ich mit mir selbst den Pakt, mich weniger zu stressen und wieder mehr das Hier und Jetzt zu schätzen, nicht immer in der Vergangenheit oder Zukunft zu verweilen. Zugegeben ich werde mich oft ermahnen und erinnern müssen, aber Pakt ist Pakt 🙂

Wie gehts mir bisher?

  • Ich fühle mich, als wäre ich an der Abzweigung richtig „abgebogen“
  • Sport tut mir allgemein gut, das körperliche Auspowern hilft in schwierigen Situationen
  • Ich entscheide mich oft bewusst gegen Dinge, die mir aktuell nicht gut tun oder mich eher stressen würden

Wie gehts euch in den Wintermonaten? Kommen euch auch vermehrt Gedanken in den Sinn, die euch durch die lange und kalte Jahreszeit helfen?

Eure Rox

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Die Zeit nach Weihnachten geprägt von Stille & Bewegung

Wie jedes Jahr plane ich am 24.12. am Vormittag eine Laufrunde durch meinen Heimatort ein. Die obligatorische „Weihnachtsrunde“ hat viele Gründe, zum einen kann ich mit reinerem Gewissen über 7 Stunden hinweg schlemmen und es schmeckt besser, zum anderen tut es gut den Tag in Ruhe mit eigenen Gedanken zu starten. Begleitet werde ich von meiner besten Freundin. Es ist unser Ritual und wir sind stolz darauf, dass wir es jedes Jahr irgendwie doch gemeinsam bewerkstelligen.

Bereits nach vier Stunden, die wir sitzen und essen, während immer wieder ein neues Teller mit neuen Inhalten auf den Tisch gestellt wird, fühle ich mich kugelrund und zum aus der Haut Fahren. Mir gefällt die Zeit mit der Familie und auch das Schenken hat seine Berechtigung, wenn es nicht zu übertrieben praktiziert wird. Unterm Jahr sind wir oft zu gestresst, um die Menschen, die wir lieben einfach so mit kleinen Aufmerksamkeiten zu überraschen. Doch an den Weihnachtsfeiertagen wollen wir alles wettmachen und aufholen, was wir die letzten Monate im Jahr nicht geschafft oder gemacht haben. Das führt dazu, dass zumindest ich meistens am 25.12. komplett überladen bin mit Eindrücken, Essen, Geschenken, geschmückten Bäumen und Gesprächen.

Da die meisten Familien nicht an einem Ort und Tisch zusammenkommen, kommt man auch in den Genuss nach Stunden der Völlerei den Ort des Geschehens zu wechseln. So war es auch bei mir am 24.12. – Nach fünf Stunden ziehen wir uns an und brechen zum nächsten Schauplatz auf, an dem gegessen, getrunken und geschenkt wird. Ich tu mal so, als wäre mein Magen nicht schon gefüllt und bereits übersättigt.

Was genau brauche ich jetzt die Tage danach?

Zeit für mich, für meine Hobbies und für meine Gedanken. Es ist schön viel Zeit mit der Familie zu verbringen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es auch wertvoll und wichtig ist uns Zeit mit uns selbst zu schenken. Wie immer im Leben geht es um den Ausgleich. Mir gefällt es die letzten Tage zu lesen und Sport zu treiben und viel zu schlafen. Wie erholt ihr euch von den stressigen Feiertagen?

Bis bald,

Eure Rox