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Wenn der Herbst dich ausknockt…

Die Sonne scheint seltener, die Tage vergehen zu schnell, die Stimmung rasselt in den Keller und die Reizbarkeit steigt ins Unermessliche. Dieses Jahr stellt mich der Herbst auf eine Probe. Mir schießt dazu ein Bild in den Kopf: ich stehend im Ring, wippend zur Musik, dabei bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich genug trainiert habe und passend gekleidet bin, aber ich nehme die Herausforderung an. Ich höre die Glocken läuten, auf geht’s der Kampf beginnt…

Die Vier Jahreszeiten gibt es aus einem bestimmten Grund: im Sommer sind wir aktiv & unternehmungslustig, während wir uns im Winter zurückziehen, in uns gehen, das Jahr revue passieren lassen und viel Zeit grübelnd verbringen. Der Frühling und Herbst waren wohl dazu gedacht, uns langsam auf den bevorstehenden Wechsel vorzubereiten. Nicht immer gelingt das, vor allem nicht immer können und wollen wir mitspielen, sozusagen ein neues Programm in uns starten.

Da wir wohl erzogen sind und uns zivilisiert verhalten sollten, können wir nicht brüllend und grantig durch die Gegend laufen und andere Menschen für unser Innenleben verantwortlich machen. Zugegebenmaßen ist eben dieses Verhalten oft sehr verlockend, vor allem wenn es einem manche Mitmenschen doch sehr einfach machen.

Ich habe mich innerlich die letzten Wochen damit konfrontiert, mich gefragt, ob ich so sein möchte: ängstlich, wütend, lustlos und motivationslos. Mich erfüllt es natürlich nicht mit Freude, wenn ich mich an manchen Tagen selbst nicht riechen kann, aber was wir wohl alle akzeptieren müssen ist, dass es Zeit benötigt sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Wir sind Menschen und sollten lernen unsere Gefühlsregungen zu akzeptieren, was natürlich nicht bedeutet, dass wir es grundlos an anderen Personen auslassen sollten. Damit meine ich eher, dass wir zulassen sollten, dass wir an manchen Tagen mehr Zeit mit uns selbst verbringen möchten, in uns gehen wollen, möglicherweise einen Tag im Pijama verweilen, während wir an anderen Tagen die Nacht durchtanzen oder wir von Glück erfüllt sind, wenn die Familie zusammen kommt und alle gesund sind.

Das Leben hat viele Facetten, es gibt stürmische, verschneite Abende, aber auch  heiße Sommertage, die wir im Bikini am Pool verbringen.

Bis zum nächsten Mal.

Eure Rox

 

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Sind wir gelassen genug für Veränderungen?

Worte, die wir immer lesen, die uns auch immer gepredigt werden: „Veränderung gehört zum Leben dazu“ – „klar, das versteht sich dich von selbst“, war auch immer meine erste, vorschnelle Reaktion auf diesen Satz. Doch irgendwann, wenn es einen wirklich trifft und zwar hart trifft, wenn es um eine einschneidende Veränderung im Leben geht, dann wünscht man sich oftmals die Leichtigkeit des Kindseins zurück. Zurücksinken in Mamas Schoß, kein Zahlen von Rechnungen, keine Kredite, keine Jobwechsel, schlicht weg kein Grübeln über Zukunft und Vergangenheit.

Akzeptieren, dass gewisse Abschnitte im Leben vorbei sind und für Neues weichen ist schwer, aber warum genau und was können wir tun, um stärker und gelassener zu werden?

Wenn Grundpfeiler unseres Lebens zu schwanken beginnen und gar einbrechen, dann trifft es uns meistens wie ein Schlag ins Gesicht, ob das nun ein Ortswechsel ist, ein Partnerwechsel, ein Jobwechsel oder gar eine geliebte Person, von der wir uns verabschieden müssen. Der Boden unter unseren Füßen wird uns entrissen und wir landen am Boden, es kann Tage, Monate oder länger dauern, bis wir uns entschieden haben, wieder aufzustehen oder aber auch fort an das Minimalste liegend zu erledigen. Dieses Jahr ist nicht mein Jahr, das hat sich auch in den letzten Wochen stark herauskristallisiert, aber was genau soll man dagegen tun? Sich schmollend in die Ecke stellen, seines Lebens nicht mehr froh sein und warten bis das Jahr vorüber ist? Nein, das kann auf alle Fälle keine Lösung sein, obwohl es oftmals, rein aus unserem Bauchgefühl heraus, der einfachste Weg wäre.

Die Frage, die ich mir stelle: Warum fällt mir momentan alles so schwer? Eigentlich dachte ich, ich wäre stark und mutig genug. Lange habe ich darüber nachgedacht, bis ich erkannt habe, dass es nichts mit Stärke zu tun hat. Wenn wir tief in uns hineinhören, dann gibt es vieles, was passieren kann, was uns treffen würde und auf alle Fälle auch ins Wanken bringt. Das ist menschlich, wir lieben, wir haben ein Herz, wir sind aus Fleisch und Blut. Der Mensch braucht aber auch seine Gewohnheiten, da sie uns Sicherheit geben: da wären die Laufstrecken, die wir gerne laufen, um den Stress des Tages los zu werden, das obligatorische Kaffeetrinken mit der Oma, die abendliche Kuschelroutine mit dem Partner oder die fixen Freitage mit unseren Freundinnen. Das sind alles schöne Dinge, an die wir gewöhnt sind und die wir auch irgendwann für selbstverständlich ansehen. Doch unser Leben und auch das der anderen steht nicht still, alles dreht sich weiter, der Kreislauf des Lebens macht nicht halt. Das Kind ins uns möchte es jedoch nicht wahrhaben, bis zuletzt nicht.

Was kann ich tun, um mich dagegen zu wehren?

Ich wünschte, ich hätte einen Rat, sozusagen ein Geheimrezept, aber die Antwort ist schlichtweg: Nichts. Immer wieder wird das Leben seinen eigenen Kopf haben, immer wieder wird uns die Kontrolle abhanden kommen aber vielleicht haben wir irgendwann gelernt, schneller aufzustehen und vielleicht gelingt es uns auch irgendwann alle schönen Momente bis in die letzte Sekunde aufzusaugen und länger davon zu zehren.

Eure Rox

 

 

 

 

 

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1x Schnupper-Tauchen bitte

Ich hab mir gerade meinen ersten Blogbeitrag nochmals durchgelesen – das war der mit dem ersten Date mit mir selbst vor anderthalb Monaten, wo ich ja nach langem wieder mal ein richtiges Date gehabt hätte sollen, was ich dann im Anschluss ja auch hatte aber es davor noch nicht so sicher wusste 😉

Tja, ein Monat später und tschibumm: Date Nummer 8 steht vor der Tür und ich überlege ob „Date“ eigentlich noch die richtige Bezeichnung dafür ist. Denn es ist so schöööööön und so waaaauuuuuu und so wahhhhhhhh. Ja, genau in dieser Phase befinde ich mich gerade 🙂 Ich mag es wirklich nicht verschreien oder besser gesagt verschreiben aber: Ich glaub das wäre dann jetzt der Mann. DER Mann, der’s kann. Und zwar so ziemlich alles. Alles, was ich mir immer so ein bisschen gewunschen habe, solche Dinge, die man oft nur aus Kitschfilmen kennt. Wo du und ich davor sitzen, gaffen, seufzen und wir uns denken, ja GENAU das wärs. Aber: Klar, das ist ja ein Film, sowas passiert leider im echten Leben nicht. Solche unrealistischen Dinge wie ein Mann schreibt dir einen Liebesbrief, ein Mann spielt dir auf der Gitarre ein Lied, ein Mann zaubert dir ein Abendmenü wo du mit Schauen mit offenem Mund nicht fertig wirst.

Irgendwie hab ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich das jetzt so rausposaune, weil ich weiß, dass das jetzt zirka vergleichbar ist mit einem Jackpot, den leider nicht jeder knacken wird können. Aber ich glaube, bei mir klingelt gerade der Hauptgewinn. Im Casino wär ich gerade die Person, auf der die Kameras gesichtet wird, weil der Automat gerade wie wild leuchtet und raschelt, die Million abwirft und die Portiere mit schwarzer Sonnenbrille und Aktenkoffer schon am Weg zu mir sind.

Ich drifte ab ;-). Zurück zur Überschrift: Abtauchen, genau. An unserem 6. Date (bleiben wir bei dieser Bezeichnung) war es dann soweit – wir trafen uns zum Schnupper-Tauchen. Es war auch nur eine Frage der Zeit, denn der liebe, besagte Anti-Langweiler ist noch dazu ein schnuckeliger Tauchlehrer.

Wie ist das nun so, wenn man zum ersten Mal abtaucht? Vielleicht gehörst du ja auch zu denen, die das zuvor noch nicht ausprobiert haben und Tauchen Neuland bedeutet. Für mich war es jedenfalls so (Ich zähle die 5 Minuten „Schnuppertauchen“ im All inclusiv-Urlaubsclub jetzt mal nicht dazu). Erstens: Es war wieder total schnuckelig, dass ich die letzte war, die mit ihm an diesem Tag abtauchen durfte. Jetzt konnte ich schon von den (Schnupper)tauchern davor ein paar Eindrücke sammeln und die Vorfreude wuchs ganz automatisch ständig an. Und die Blicke, die er mir zwischen den Tauchgängen und Einschulungen zuwarf … mmm. Abdriften, genau, NICHT abdriften.

Ein paar Stunden Sonne genießen am See und mich dabei mit lieben Tauchinteressenten unterhalten und natürlich einer kurzen Einweisung später war es dann wirklich so weit: Ich war dran. Rainer (Name von der Redaktion geändert 😉 ) machte mich tauchfertig. Sprich: Neben dem Tauchanzug, in den ich mich schon zuvor hineingequetscht hatte, wurde ich dann noch mit Taucherbrille, Flossen und dem Herzstück – dem dicken Taucherrucksack mit Flasche und Schläuchen – ausgestattet. Schwer bepackt (sowas hat wirklich Gewicht), gings dann von der Tauchbasis ein paar Stufen hinunter zum See. Nachdem ich auf einer der rutschigen Waschbetonplatten ausgerutscht bin, war ich dann auch schon im Wasser und es konnte los gehn. Zu Beginn gabs mal einen unwiderstehlichen Blick seinerseits, gefolgt von einem lieben Bussi (angeblich gabs das bei den anderen Schülern/Schülerinnen nicht 😉 ). Dann überprüfte er nochmal meine Schläuche und Ventile und wir gingen nochmal die wichtigsten Handzeichen durch. Dabei bedeutet das mit Daumen und Zeigefinger geformte „O“, dass alles in Ordnung ist, Daumen hoch hingegen dass man gerne auftauchen will oder muss. Daumen hinunter zeigt hingegen an, dass man noch tiefer gehen will.

Er drückte bei meinem Rucksack (Luft hinaus) und schon gings abwärts und ich atmete nur mehr „künstlich“ über Schlauch ein und aus und nahm dieses Geräuch wahr. Der Druck vor allem an den Ohren änderte sich wie auch die gesamte Körperwahrnehmung. Die Bewegungen waren langsam, es wurde abgesehen vom Atem- und Wassergeräusch still und die Konzentration richtete sich auf seine unmittelbare Umgebung. Was da für Leben unter Wasser herrscht! Ich glaube ich konnte 20 Fische sehen. Von klein bis riesengroß. Fragt mich bitte nicht, welche, dann ich habe KEINE Ahnung. Aber die großen waren wirklich groß. Und waren zum Teil ganz schon nahe. Ich berührte Seegras und ich sah ein Gitter und ein rundes Betonteil. Ich berührte den Boden (wir bewegten uns entlang des Seerands und da war es nicht zu weit zum Boden) und dessen Muscheln.

Gabs einen Zwischenfall? Ja, ich gebs zu, ich musste einmal auftauchen, weil ich kurz Panik bekam. Aus zwei Gründen: Erstens hatte ich das Gefühl ich bekam zu langsam zu wenig Luft über den Schlauch, zweitens hatte ich trotz ständiger Kontrolle meines schnuckeligen Tauchlehrers Probleme mit dem Druckausgleich. Außerdem kam dann gegen Ende etwas Wasser in meine Tauchbrille und meine Sicht wurde dezent verschwommen. Aber: Das waren alles Kleinigkeiten. Sonst war es ein super Gefühl. Ein komplett anderes Gefühl, als man es aus dem Alltag kennt. Du atmest bewusster, du siehst bewusster, du fühlst bewusster. Du nimmst Details wahr, du vergisst Raum und Zeit, du bist einfach nur da unten. Und aus meiner Perspektive: Ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer wo wir da unten genau waren, ob es 5 Meter Tiefe waren oder nur 2, ob wir 3 Meter vom Rand entfernt waren oder nur 1. Null Orienterung, dafür aber 100% Erlebnis. Und das Schönste: Die Blicke, die er mir zuwarf, sein Lächeln durch die Taucherbrille hindurch, seine Berührungen und sein durchgängiges hohes Bemühen um mich, als er mir die Fische zeigte oder mich ständig per Handzeichen fragte ob alles ok ist. Ich fühlte mich so sicher, obwohl ich in dieser neuen, für mich fremden Umgebung eigentlich ohne ihn sonst sehr hilflos gewesen wäre.

Um ein Resümé meines ersten Tauchgangs zu ziehen: Von mir gibt’s zwei Daumen nach unten. Was in der Tauchersprache so viel bedeutet wie: Tiefer! Ich möchte noch tiefer gehen. Beim Abtauchen. Und nicht nur dort …

Wer weiß, vielleicht tauchst du ja auch schon bald in eine neue Welt ab. Wenn du noch einen guten Tauchlehrer suchst, ich weiß, wo es die besten gibt 🙂 Ich halte dich jedenfalls am Laufenden, wie es mit meinen Taucherfahrungen & Co 😉 so weiter geht 🙂

Deine Keks

Erster Tauchgang Keks Rene

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Konsequenz? Eine Freundschaft beginnt.

~Entweder man lebt,
oder man ist kosequent.~
Erich Kästner

Hm, ja mit der Kosequenz bzw. mit Beständigkeit ist es so eine Sache. Diesem Zitat stimme ich aus gegebenen Anlass nicht 100%ig zu. Ich habe ja grundsätzlich genau so eine Natur. Spontan wandern gehen am Montag nach der Arbeit, dann mal zu einem Tennistraining, wenn es gerade hineinpasst und Luft da ist, schreiben.

Gestern bin ich endlich dazugekommen: Ich habe nach fast 2 Jahren endlich meine Vorhänge gewaschen und nach, ich denke, zirka einem Jahr wieder meine Fenster geputzt. Das habe ich mir schon so ewig lange vorgenommen. Natürlich habe ich dann auch noch Wäsche gewaschen, Boden gesaugt und aufgewaschen und sonst noch diverse Dinge aufgeräumt. Nach dem Saugen, dem Abziehen der Vorhänge und drei Fenster später war ich müde und die Motivation weiterzumachen war vollkommen verschwunden. Warum lasse ich immer alles so zusammenkommen? Warum kann ich die Hausarbeit denn nicht REGELMÄSSIGER machen, also konsequent alle paar Tage ein bisschen was erledigen? In mitten meiner schon fast grantigen Unlust weiterzumachen, läutete es an der Tür, meine Mama. „Komm ich helfe dir, das eine Fenster putze ich dir“. Ich habe ein Goldjuwel an Mama. Obwohl ich noch immer nicht weitermachen wollte, ging es gleich um so Vieles schneller und einfacher. Und heute sind mir zwei Dinge bewusst:

  • Konsequent sein bringts
  • Zusammen ist alles einfacher
  • Man muss nicht alles 100% genau machen

Egal in welchem Bereich, ob es nun das Ordnung-halten oder das Abnehmen ist: Es ist immer besser kleine, regelmäßige Schritte/Dinge zu machen, als alles schleifen zu lassen und dann von 0 auf 100 Wunder zu erwarten. Gestern hätte ich am Liebsten in 3 Stunden alles bis ins letzte Detail blitzeblank gesehen. Aber das geht halt leider nicht. Da gehen sich eben nur 3-4 Fenster, 2 Waschgänge und Staubsaugen aus. Und nicht auch noch alle Möbel staubwischen, Kasten ordnen und dann vielleicht auch noch Zeit für andere Dinge wie Laufen zu haben. Das geht leider nicht. Würde ich jedoch jeden Tag einen Punkt erledigen, z.B. ein einziges Fenster putzen, dann würde mich das auf einmal nicht überfordern oder grantig machen. Dann hätte ich vielleicht auch noch Spaß dabei. Außerdem verfalle ich dann, auch wenn ich noch so viel zu tun habe, den Details. Als ich beim ersten Fenster beim Rahmen noch immer herunstocherte um den einen Fleck auch noch wegzubekommen, fragte mich meine Mama ob das denn jetzt wirklich notwendig sei. Es würde nichts bringen, da es doch eh bald wieder dreckig werden würde und ich würde mich nur unnötig aufhalten und mich von solchen Details fertig machen lassen. Sie hatte Recht. Ich sollte wohl öfters an die Pareto-Regel – 80-20% denken.

Und ja, zu guter Letzt: Was würden wir ohne unsere Mami’s, Papa’s oder Freunde machen, die dann da sind, wenn wir zwar zuerst glauben, wir kommen alleine klar, und sie uns dann aber zeigen, wie schön oder einfach es doch zusammen sein kann. Wie hilfreich der eine oder andere Tipp von außen sein kann und dass eine kleine Aufmunterung zwischendurch ein wahrer Motivationsschub sein kann.

Zurück zur Einleitung: Ich werde meine Spontanität behalten, jedoch ist es wirklich hilfreich konsequent zu sein. Jeden Tag einen kleinen Schritt setzen. Bei der Hausarbeit, beim Da sein für Freunde, beim Sport oder Abnehmen, beim Gitarre lernen. Regelmäßig einen Schritt nach vorne und irgendwann wird man am Gipfel stehen und sich wundern, wie man jetzt so schnell da hoch gekommen ist.

Einen wundervollen Samstag wünsch ich dir,

Deine Keks

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„Glücklichsein liegt irgendwo zwischen zu viel und zu wenig“ (Finnisches Sprichwort)

Ich finde mich gerade in einer Situation wider, wo es mir sehr schwer fällt, die richtige Grenze zu ziehen. Das richtige Pensum auszuloten, an zu Viel und zu wenig. So ganz in meiner Mitte, also so ganz „glücklich“ fühl ich mich gerade irgendwie nicht. Frag ich mich jedoch, warum GENAU das so ist, fällt es mir gar nicht leicht es zu definieren. Denn eigentlich geht es mir doch gut: Ich habe eine wundervolle Familie, super Freunde, einen guten, abwechslungsreichen Job, Freizeit, in der Liebe bahnt sich was an. WARUM um Himmels willen, bin ich dann also nicht 100%ig glücklich? Vielen anderen geht es doch weit schlechter, und sind glücklicher. Da habe ich erst ein Buch gelesen, wo eine querschnittsgelähmte Rollstuhlfahrerin darüber schreibt, welche Dinge im Leben nicht alle wundervoll sind und dass – sobald man unveränderbare Dinge lernt zu akzeptieren – super schöne Dinge wie von allein geschehen. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, schämte ich mich auch. „Sei doch einfach zufrieden, mit dem was DU alles hast!“, klang die Stimme in mir. Und ja, ein paar Stunden oder Tage hielt diese Einstellung auch an. Und dann? Tja dann kam der Alltag wieder. Job, Stress, Vergleiche mit Freunden/Bekannten, irgendwelche Stereotypen, selbstgesteckte Ziele, die man noch lange nicht erreicht hat – vielleicht noch nicht mal die ersten Schritte danach gesetzt hat. Und wieder fühle ich mich schlecht und „nicht genug“.

Aber stop. Was läuft hier schief?? Warum kann ich nicht mehr einfach zufrieden sein, einfach glücklich sein mit dem was ist? Das konnte ich doch früher viel besser! Warum muss ich immer nach MEHR streben?

Wenn ich so drüber nachdenke, fällt mir auf: ich befinde mich ja in einem Kreislauf. So ganz still und leise, hat es sich eingeschlichen. Ich weiß auch nicht mehr, wann es genau begann. Aber es ist hat mit der „neuen“ Art und Form sein Leben zu leben zu tun. Im Job jagt ein ToDo das nächste – schneller sein, aber dabei genauer arbeiten und alles berücksichtigen. Im Freundeskreis erwartet jeder sofort eine Antwort in den Chats nach neuen Terminen und Events. Die Familie will man dann aber auch zu Gesicht bekommen und der Haushalt hat auch kein Erbarmen mit einem und will erledigt werden. Doch wo ist plötzlich die Zeit hin, wenn man abends um 10 mal endlich mal etwas zur Ruhe kommt? Wo ist die Zeit hin, wenn man eigentlich noch 5 andere offene Dinge erledigen wollte? Und wo haben jetzt noch die 2-3 Stunden Platz, die man sich eigentlich für sich gönnen wollte um entspannen zu können?

Ich glaube ich weiß woran es liegen könnte. Wir nehmen uns manchmal schlicht zu viel vor. Klingt ja alles verlockend und wir wollen auch am liebsten alles auf einmal. Wollen uns nicht einschränken, sondern „uns ganz entfalten“, wollen unser „wahres Potential ausschöpfen“. In allen Richtungen. Und wir wollen dabei auch keinen enttäuschen und die kalte Schulter zeigen. Ein „Nein“ fühlt sich oft als Niederlage an, denn es geht ja vielleicht doch irgendwie. Im Job erwartet man schließlich auch, dass sich alles ausgeht. Immer mehr ToDos in immer weniger Zeit. Das wird uns kleinweise und sukzessiv eingebläut und antrainiert. Und wenn man schon so schön drinnen ist, nimmt man das Tempo und seine hohen Anforderungen an sich selbst auch mit nach Hause. Man klebt sich ein immaginäres Post-It auf sein Hirn das sagt „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“. Dieser alte Spruch, den man aus der Kindheit kennt, kann ja nicht so falsch sein oder?

Doch! Denn die Zeiten haben sich verändert. Heute haben wir nicht mehr nur EIN Hobby, wir haben fünf. Heute arbeiten wir nicht mehr bis Vier, wir arbeiten bis Sechs. Heute limitieren wir unsere Freizeitaktivitäten nicht mehr auf ein Event pro Woche – und machen uns dies ganz nebenbei persönlich oder telefonisch aus – nein, heute haben wir jeden Abend was anderes vor und kommunizieren über zehn verschiedene Chats, wo jeweils viele Personen beteiligt sind und man zuerst viele Nachrichten durchackert muss und anschließend selber verfasst, bevor man sich auf etwas fixiert.

Und wir wundern uns noch? Wundern uns noch, warum wir alle nach der Reihe ausbrennen und „Burn Out“ haben? Warum Nachrichten wie diese hier immer mehr im Kommen sind, die sagen, dass schon jeder Vierte unter uns Burnout-gefährdet ist?:  http://derstandard.at/2000053012477/Jeder-Vierte-steuert-auf-Burnout-zu

Dabei werden die Ausgebrannten immer jünger und der Stress oder das Burnout ist nicht mehr auf den Job begrenzt. Nein, schon lange ist der Freizeit-Stress ein bedeutendes Thema geworden.

Mein Vorschlag: Warum steigen wir nicht einfach aus aus dem Teufelskreis? Man kann es sofort umsetzen. Ich habe folgende Dinge für mich als sehr nützlich entdeckt und werde diese Schritt für Schritt umsetzen, vielleicht sind sie ja auch für dich ganz hilfreich:

  • Früher schlafen gehen. Wenn ich mich müde fühle, kann und DARF es auch mal sein, dass ich bereits um 9 oder halb 10 im Bett liege.
  • Whats App und Messenger Nachrichten nicht mehr ständig checken. Es reicht, wenn ich mir ein Zeitfenster nehme, z.B. eine halbe Stunde abends, und dann auch nur die Wichtigsten beantworte. Weiters informiere ich ggf. meinen engsten Kreis über meine reduzierten Social Media-Aktivitäten und dass sie sich bei Wichtigem gerne telefonisch oder per SMS melden können.
  • Lernen „Nein“ zu sagen. Es bringt keinem etwas, wenn ich bei allem zusage, dann aber nur mit halben Herz dabei bin. Lieber nur 1-2 Dinge pro Woche fixieren, aber diese dafür mit Freude, Leib und Seele erleben. Die restliche Zeit ist die „neue Freizeit“, die man wieder neu für sich entdecken kann um einfach „Nichts zu tun“ – was heutzutage gar nicht mehr so einfach ist umzusetzen …

Abschließend, und um auf das Sprichwort der Headline nochmal einzugehen: Heute ist es aus meiner Sicht zu einem der schwierigsten Dinge geworden, die Balance zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ für sich auszuloten. Aber es ist leider hausgemacht und weil wir uns vom Mainstrem mitreissen lassen. Es ist nicht „zu wenig“ wenn wir mal nichts tun, wenn wir einen Abend mal nur auf der Couch liegen oder uns erlauben mal um 9 ins Bett zu gehen. Wir sind deswegen kein kleines Kind oder zu schwach. Probieren wir es doch aus, finden wir wieder das was sich für UNS gut anfühlt und vergessen wir ab und zu mal die vielen ToDos, unsere aktuelle Zeit und denken nicht permanent was die anderen nicht alles Tolles machen. Einmal mehr auf die Bremse zu treten, stehen zu bleiben oder auszusteigen und dabei den Ausblick zu genießen kann noch viel toller sein. Lasst es uns versuchen.

Viel Glück bei deinen „Weniger“-Erfahrungen,

Deine Keks

 

 

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Erstes Date mit mir selbst

 

Ich sitze gerade in Restaurant und hatte mein erstes „Essen-gehen“ mit mir alleine 😉 Zugegeben nicht so ganz freiwillig, wäre es doch eigentlich ein erstes Date mit einem mir noch persönlich Unbekannten. Aber mein Date fehlt. Warum? Er schrieb mir verzweifelt er wäre gestern länger unterwegs gewesen spontan und hat nun komplett verschlafen und ist jetzt erst munter geworden (Interessante Info am Rande: Es ist bereits 17 Uhr …). Tja, da ich aber schon am Weg zum besagten Treffpunkt war und dieser eine Stunde von meinem Zuhause entfernt liegt, hab ich mir gedacht, wenn ich nun schon hungrig und hier bin, warum nicht einfach alleine ins Restaurant setzten.

Und??? Ja es war doch gar nicht schlimm 😉 Etwas seltsam schon wenn man die Tür reinkommt und dann man dann sagen muss „Einen Tisch für mich alleine bitte“ und die ersten fünf Minuten sind auch seltsam, wenn man da ganz alleine sitzt. Aber: Wenn man mal den leichten Groll des Versetzt-Werdens hinter sich lässt und sein Essen beginnt zu genießen, erkennt man: Hey, ich tu mir gerade selber was Gutes! Ich gönne mir gerade ein total leckeres Essen, ich lasse mich bedienen, ich habe Zeit für mich, Zeit zum Nachdenken und Zeit um zu Geniessen. Und in meinem Fall: Ich habe endlich den Zeitpunkt gefunden, um meinen ersten Blogeintrag zu tätigen 🙂

Wenn in versprochenen 30 Minuten mein Date dann doch noch auftaucht (er sagte es täte ihm soooo leid und er ist schon am schnellsten Weg in meine Richtung) bin ich schon gespannt, was mich erwartet. Aber eins kann mir an dem Tag keiner mehr nehmen: Ich hatte mein erstes Date mit mir selbst 🙂 Es ist wirklich schön und ich kann es dir tatsächlich empfehlen. Und du brauchst nur ein wenig Mut und ein bisschen Zeit. Gönne dir das und lass dich inspirieren 🙂

Ich trink dann Mal aus, zahle und steck mein Handy an, dass mich mein Date später auch noch erreicht … 😉

Deine Keks