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Was wir von Giraffen lernen können

Sie verbindet eine unglaublich enge Freundschaft. Manches Mal fragt sich jedoch die Giraffe, warum sie sich das antut, kann sie doch rein gar nichts vom Elefanten lernen und er zapft permanent ihre Energie an mit seiner schlechten Stimmung. Von einem positiven Gesichtspunkt gesehen, besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Elefant seine Sichtweise verändert, wird er doch rund um die Ohr von Positivität in Form der Giraffe umgeben.

Es genügt meistens nur eine Kleinigkeit und der Elefant ist schlecht gelaunt und diese Stimmung hält meistens an. Im Laufe des Tages bestätigt er sich dann mit vielen weiteren Situationen, dass das Leben schlecht ist und er immer als Opfer auserkoren wird.

„Hast du diesen Blick gesehen? Ich glaube die wollen uns hier nicht haben.“ „Warum muss so etwas immer mir passieren?“ „Das Leben ist ungerecht.“ „Ich kann ihr Gequatsche nicht mehr hören, sie glauben, sie sind etwas Besseres und behandeln mich ständig von oben herab.“ „Ich gehöre nirgends dazu.“

Das sind nur einige der Sätze, die die Giraffe wie eine hängen gebliebene Schallplatte immer und immer wieder hört. Ein negatives Mantra sozusagen. Zudem ist es auch eine selbsterfüllende Prophezeiung, glaubst du nur lange genug an das System-Update, das du dir einprogrammierst, wird sich deine Wahrnehmung verändern, da du deine Meinung das Update wird dir helfen, bestätigt sehen willst. Oft versucht die Giraffe die negative Gedankenspirale des Elefanten zu durchbrechen, da es für einen Außenstehenden irrsinnig gut sichtbar ist, wie sich das Gedankenknäuel an Negativität zu einem großen Ganzen zusammenrollt und so an Größe und Schwere gewinnt.

Der Elefant ist wiederum dankbar für seinen loyalen Freund und er beschreibt die Giraffe, als das Beste in seinem Leben. In ganz hellen Momenten ist ihm klar, dass er anderen mit seiner Art viel zumutet. Schon des Öfteren hat er versucht sich zu verändern. Doch es ist so schwer, warum ist die Giraffe wie sie ist. Er hat doch sogar das Privileg von einem Profi zu lernen. Der Elefant hat einmal gelesen, dass das Herz einer Giraffe viel auf sich nehmen muss, um das Blut etliche Meter hoch in den Kopf zu pumpen. Das ist die eine Seite der Medaille und die andere, dass sie sich dadurch auch länger Zeit für ihre Reaktionen und in vielen Fällen auch Bewertungen nehmen kann. Der Organismus ist so gebaut, dass viele Prozesse nicht blitzschnell ablaufen und so Handlungen besser überlegt werden können, vor allem dann, wenn Emotionen im Spiel sind.

Der Elefant merkt schon einen Unterschied zwischen sich selbst und seinem meterhohen Freund. Während er recht schnell über Leute urteilt und Bewertungen anstellt, beobachtet die Giraffe und versucht das große Ganze zu sehen, was ihr aufgrund ihrer Größe auch gut gelingt.

Ganz fest glaubt er dran, dass er noch in Ausbildung ist und irgendwann dann kann er beginnen ein wenig wie sein Freund zu werden. Ein Versuch war es wert, glücklicher zu werden.

Während der Elefant seinen letzten Gedanken zu Ende denkt, seufzt die Giraffe, sieht ihn an und beginnt herzhaft zu lachen. „Bist du endlich so weit den dicken, schwarzen Mantel abzulegen?“

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: Unsplash/Thomas Evans

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Mittwochsweisheit

Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.

John Steinbeck
Aus dem Urlaub ganz ohne Kalender und Termine
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Mein Boss

Meistens erwartet er Disziplin und Sorgfalt. Entspannung gibt es erst, wenn alle Aufgaben, die anstehen, erledigt wurden.

Er ist streng und weiß genau, was er will, passt etwas nicht, sind meistens die anderen schuld.

Mitgefühl? Tja, das gibt es selten, aber es existiert in bestimmten Fällen, aber die sind eher die Ausnahme.

Manchmal erinnert er mich auch an einen Sklaventreiber, der nicht flexibel auf Veränderungen reagieren kann und einfach stur versucht sein Programm zu fahren ohne Wenn und Aber.

Ich habe auch festgestellt, dass es ihn meistens darum geht, die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Meine Arbeit muss diesem Level dann gerecht werden.

Entsteht eine Diskussion, in der ich das Gefühl habe, mich verteidigen zu müssen, schenkt er meistens den anderen sein Vertrauen.

Aber dieses Mal habe ich mehr gegeben, als möglich war, ich habe mein Privatleben vernachlässigt um das Konzept, das er verlangte auf die Beine zu stellen.

Ich lege es ihm vor und die darauffolgenden Sekunden erscheinen mir wie eine Ewigkeit. Vorerst verzieht er keine Miene. Doch dann: Er beginnt sich zu räuspern und sagt: „Es ist okay“

Wieder einmal ist es ihm nicht genug, sein enttäuschter Blick lässt darauf schließen.

Habe ich mich wirklich zu 100% ins Zeug gelegt? Schlagartig beginne ich mich und meine Arbeit in Frage zu stellen.

Lange blicke ich in seine Augen, seinen festen Blick, das Gesicht wird immer unklarer und verschwimmt zunehmend vor meinen Augen bis ich langsam aber sicher das Gefühl habe in einen Spiegel zu blicken und mich selbst zu sehen.

Wie lesen sich diese Zeilen für dich? Würdest du dich mit einem Vorgesetzten, wie er beschrieben wurde, zufriedengeben? Würde diese Zusammenarbeit dich glücklich machen?

Ich kann es für mich beantworten, Nein und ehrlich gesagt, bin ich geschockt, wie schlecht wir uns teilweise selbst behandeln und das ohne mit der Wimper zu zucken. Schneller wird es noch bei anderen gemeldet oder aufgezeigt. Kommt das Verhalten jedoch aus unserem Inneren, nehmen wir es nicht aktiv wahr und interpretieren es eher als normal, da es als Teil unserer Persönlichkeit gesehen wird.

Ich nehme mir seit geraumer Zeit vor, auch meinen inneren Boss manches Mal herauszufordern, in Frage zu stellen und auch mal flexibel auf innere oder äußere Veränderungen zu reagieren. Das können die Überstunden sein, die wir machen um unser Projekt erfolgreich abzuschließen, die uns dann dazu veranlassen den Wohnungsputz und Einkauf an diesem Tag sausen zu lassen. Das kann aber wiederum auch mal ein Tag mit Entspannung sein, weil Körper und Seele danach schreien.

Alles Liebe,

Eure Rox

Foto Credit: Larisa-K/Pixabay

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Gefühlte Realität

Unentschlossen und unsicher setzte sie einen Fuß vor den anderen. Der Tag war schwer und so waren ihre Gedanken.

Es war ihr unmöglich die aufblühende und helle Umgebung wahrzunehmen. Fast war es, als würde Asche sie bedecken, um die Schönheit des Alltags zu verschleiern.

Viel zu beschäftigt mit den eigenen Gedanken, nahm sie keine Menschenseele wahr. Zu tief war ihre Hoffnung vergraben im eigenen Gedankenwirrwarr. Tag ein, Tag aus, spann sie weiter an dem Konstrukt, es war ihre Art des Häkelns. Der Thriller war hausgemacht und das Casting fand bereits in ihrem Kopf statt.

Schritt für Schritt, Minute für Minute, Stunde für Stunde, Tag für Tag – ihre düsteren Gedanken nahmen die Oberhand und begannen sie von Innen still und heimlich auszusaugen. Unmöglich war es ihr Realität und Fiktion von einander zu unterscheiden.

Als sie für einen kurzen Moment begann auf das Knirschen ihrer Schritte im Schnee zu achten, fand sie darin eine leichte Beruhigung, die Gedankenautobahn wurde langsamer und es gelang ihr im Hier und Jetzt anzukommen.

Im nächsten Moment erblickte sie die Sonne und es war fast, als würde sie zu ihr sprechen. Schicht für Schicht fiel es ihr wie Schuppen von den verheulten Augen – Ich erschaffe mir meine eigene Realität.

Den Rest des Weges schüttelte sie die Opferhaltung ab und begann der Sonne und der weisen Erkenntnis im Stillen zu danken.

Alles Liebe, eure Rox

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Vom Wollen und Müssen

Früher als Kind, da hätten wir wollen, doch da durften wir uns die meiste Zeit nicht vollständig entfalten. Unsere Vorstellungskraft sowie unsere Kreativität kannten keine Grenzen. Vom Ausleben war lange nicht die Rede, da machten uns unsere Eltern und Bezugspersonen einen dicken, fetten Strich durch die Rechnung.

Kaum im Schulalter angekommen, drehte sich so gut wie jede schulische Tätigkeit ums Müssen:
Heute musst du noch Hausaufgaben machen.
Mittwoch musst du beginnen für den Test zu lernen.
Du musst eine gute Schüler*in sein.

Vom Schulalter stolpern wir dann meist recht planlos und besorgt entweder ins Berufsleben oder in die Studentenszene. Plötzlich sollen wir aber „out of the box“ denken, unsere Stärken kennen und selbstbewusst agieren. Was möchte ich? Mit der Frage tat ich mir schwer, viel leichter tat ich mir mit der Gegenfrage, die sofort in meinen Kopf schoss: „Was muss ich?“ Damit kam ich ehrlich gesagt viel besser klar. Gelernt war gelernt. Die letzten Jahrzehnte hatten uns ganz gut geprägt. Unser Gehirn denkt gern in bekannten Bahnen und möchte es sich so einfach wie möglich machen. Hier gehts zu einem Blog Post über das Gehirn und seinen Chill-Modus.

Kaum im Beruf angekommen, geht es dann darum den Konjunktiv abzuschütteln. Es muss klar kommuniziert werden und wir sollten (Konjunktiv EIN) lernen zwischen Müssen, Können und Wollen je nach Situation schnell hin und her zu navigieren. Das ist zwar eine Fähigkeit, die wir bis dahin nicht exzessiv geübt haben, sollte (und da ist er schon wieder) man aber als Erwachsener im Repertoire haben.

Nun, in meinen 30ern angekommen, lese ich überall vom gesunden Egoismus, starkem Selbstbewusstsein und den beliebten Grenzen, die wir setzen sollen. Es soll mehr darum gehen, was wir möchten oder auch brauchen und weniger darum, was wir glauben zu müssen. Prinzipiell stimmt das auch, aber der Spagat zwischen der schnelllebigen Zeit, in der es keine Auszeiten gibt und wir mit dem rasanten Tempo standhalten müssen, und der Selbstfürsorge, die wir dazwischen leisten sollen, ist kaum zu bewerkstelligen. So wie ich es derzeit sehe, sind gesunde Rituale für mich das A und O – das Gehirn darf nicht ins Grübeln kommen. Wichtig ist auch, dass wir die Bewusstheit für unser Verhalten schärfen. Hinterfragen wir doch ab sofort unsere Gedanken und Handlungen.

Das nächste Mal, wenn dein Gehirn dir vorgaukelt, du müsstest dieses oder jenes tun, bevor du zur Ruhe kommen darfst, starte das Gespräch mit einer Gegenfrage. Und du darfst ruhig provokant sein, denn du bist es wert 🙂

Alles Liebe, Eure Rox

Foto Credit: Pixabay / Republica