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Wenn der Herbst dich ausknockt…

Die Sonne scheint seltener, die Tage vergehen zu schnell, die Stimmung rasselt in den Keller und die Reizbarkeit steigt ins Unermessliche. Dieses Jahr stellt mich der Herbst auf eine Probe. Mir schießt dazu ein Bild in den Kopf: ich stehend im Ring, wippend zur Musik, dabei bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich genug trainiert habe und passend gekleidet bin, aber ich nehme die Herausforderung an. Ich höre die Glocken läuten, auf geht’s der Kampf beginnt…

Die Vier Jahreszeiten gibt es aus einem bestimmten Grund: im Sommer sind wir aktiv & unternehmungslustig, während wir uns im Winter zurückziehen, in uns gehen, das Jahr revue passieren lassen und viel Zeit grübelnd verbringen. Der Frühling und Herbst waren wohl dazu gedacht, uns langsam auf den bevorstehenden Wechsel vorzubereiten. Nicht immer gelingt das, vor allem nicht immer können und wollen wir mitspielen, sozusagen ein neues Programm in uns starten.

Da wir wohl erzogen sind und uns zivilisiert verhalten sollten, können wir nicht brüllend und grantig durch die Gegend laufen und andere Menschen für unser Innenleben verantwortlich machen. Zugegebenmaßen ist eben dieses Verhalten oft sehr verlockend, vor allem wenn es einem manche Mitmenschen doch sehr einfach machen.

Ich habe mich innerlich die letzten Wochen damit konfrontiert, mich gefragt, ob ich so sein möchte: ängstlich, wütend, lustlos und motivationslos. Mich erfüllt es natürlich nicht mit Freude, wenn ich mich an manchen Tagen selbst nicht riechen kann, aber was wir wohl alle akzeptieren müssen ist, dass es Zeit benötigt sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Wir sind Menschen und sollten lernen unsere Gefühlsregungen zu akzeptieren, was natürlich nicht bedeutet, dass wir es grundlos an anderen Personen auslassen sollten. Damit meine ich eher, dass wir zulassen sollten, dass wir an manchen Tagen mehr Zeit mit uns selbst verbringen möchten, in uns gehen wollen, möglicherweise einen Tag im Pijama verweilen, während wir an anderen Tagen die Nacht durchtanzen oder wir von Glück erfüllt sind, wenn die Familie zusammen kommt und alle gesund sind.

Das Leben hat viele Facetten, es gibt stürmische, verschneite Abende, aber auch  heiße Sommertage, die wir im Bikini am Pool verbringen.

Bis zum nächsten Mal.

Eure Rox

 

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Wunderland

Wie Alice im Wunderland

Keine Wahrheit ich fand

Alles Lüge, alles nicht echt

Alles nicht das, was ihr uns versprecht

Schleiche durch die Wälder

Laufe durch die Felder

Es ist wie ein Fluch

Die Lüge ich find, doch die Wahrheit ich such

Der Hase deutet auf die Uhr

Komm ich wieder auf die richtige Spur?

Die Katze grinst mich teuflisch an

Weil ich den Weg zurück nicht finden kann

Es ist noch Zeit, doch nicht mehr viel

Ist vielleicht alles nur ein Spiel?

Bin nicht sicher, ob ich kann gewinnen

Werd ich den Dämonen entrinnen?

Die Zeit läuft ab, es ist soweit

Es ist das Wahre, das in mir schreit

Ich spüre nun das echte Leben

Und weiß jetzt, ein Wunderland soll es nicht geben.

Copyright: Ines Huber

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Die Angst vorm Alleinsein und warum wir dadurch viel verpassen

Und wieder hat keiner meiner Freunde Zeit und wieder überkommt mich das schon allzu bekannte Gefühl, ich müsste auf etwas verzichten, was mir eigentlich enorm viel Spaß gemacht hätte. Nur wie sieht denn das aus, alleine unterwegs zu sein? Wie armselig würde ich mich fühlen mit Familien und Pärchen im Bus sitzend, am Weg zu den bekannten Stauseen? Wenn ihr ganz tief in euch hineinfühlt, seid ehrlich zu euch, wie oft habt ihr euch das schon gedacht und den Gedanken ein einen Tag mit euch ganz allein wieder verworfen? Es fühlt sich ein bisschen an, wie einen Teil von mir, der sich gefreut hätte, zu versetzen.

Nein. Dieses Mal würde ich es nicht tun. Ich würde mir beweisen, wie mutig ich war und diesen Ausflug ganz auf mich alleine gestellt, durchziehen. Ich ertappte mich sogar dabei, aufgeregt zu sein, mir Fotos und Routen im Internet rauszusuchen und mir den bevorstehenden Tag in Gedanken auszumalen. Irgendwie hatte es auch etwas, einmal über acht Stunden auf niemanden Rücksicht zu nehmen, außer auf mich. Keine Kompromisse, keine Diskussionen, schlicht und einfach kein In-der-Mitte-treffen, es ging und mich und meine Wünsche. So war es zumindest in meiner Vorstellung – doch traf das auch in der Realität zu? Das werde ich später auflösen 🙂

Als ich den kommenden Tag in Gedanken durchspielte, stelle ich mir auch immer wieder die Frage, warum es heutzutage etwas Außergewöhnliches ist, alleine auf Reisen zu sein. Man wird ein bisschen wie ein Außenseiter behandelt, der keine Freunde hat und diese schönen Erinnerungen nie mit jemandem teilen kann. Von klein auf sind wir es gewohnt: wir haben Geschwister, Freunde, Partner, schlicht weg Wegbegleiter, mit denen wir Neues entdecken, Spaß haben und Abenteuer erleben. Viel zu oft vergessen wir jedoch, auch Schönes mit uns selbst zu entdecken. Immerhin kann einen das auch ganz schön bereichern, die Ruhe zu genießen, mit anzusehen wie ein Konflikt, den man schon seit Tagen mit sich rumschleppt, sich in Luft auflöst, die Schönheit des Gesehenen in sich aufzunehmen und für eine Zeit alles rund um sich zu vergessen.

Ihr möchtet nun bestimmt wissen, wie es mir ergangen ist? War es ein furchtbarer Tag? Ist alles schief gelaufen? Wurde mir langweilig? Ich kann euch entwarnen – es war sogar viel besser als erwartet. Ich hatte meinen Rucksack mit meinem Kindle, Wasser, einer Banane, meinem Mobiltelefon fürs Fotos Schießen und Geld gepackt und mich auf den Weg gemacht. Mein Tag war bestimmt von: ganz kurz Leute beobachten, das macht oft auch wirklich Spaß, gerade wenn man für längere Zeit im Bus sitzt 😉 (es gibt zwar selten jemand zu, aber es tut doch wirklich jeder), bergauf und bergab zu einer Alm zu wandern, gut zu speisen, mir einen gemütlichen Platz zu suchen um zu lesen und ganz viel Staunen und Gespräche mit mir (natürlich in Gedanken ;))

Ich würde es jederzeit wieder mit mir alleine aushalten wollen.

Liebe Grüße und bis bald

Roxy

 

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Ich bin dann mal … offline (oder so)

Voller Tatendrang packe ich am Mittwoch im Büro meine Tasche, schon mit den Gedanken beim verlängerten Wochenende. Ich habe zwei Tage mehr Zeit als gewohnt, davon erhoffe ich mir: Wochenende hoch 2 – sprich doppelte Entspannung. Ich schwanke zwischen vollbepacktem Kalender, immerhin möchte man ja was erleben, und gähnender Leere, was mir endlich Zeit für Spontanität verschaffen würde. Immerhin habe ich auch noch eine leere Leinwand rumstehen, die nur darauf wartet, meine Kreativität kennenzulernen.

Im Auto wird die neue CD eingelegt, mit neuen Songs & Geschichten fahren sich die 70 Minuten normalerweise in gefühlten 50 Minuten. Doch diesmal ist es anders, kurz vorm Feiertag bin ich natürlich nicht die einzige Person, die die Natur und das Landleben sucht. Das bedeutet im Klartext, dass ich knappe 120 Minuten im Auto hocke und ich innerlich schon mit dem Kopf an die Hupe knalle und wild aus dem Autofenster brülle. So habe ich mich zumindest  in diesem Moment im tiefsten Innersten gefühlt.

Zu Hause angekommen, wird das Smartphone zur Hand genommen und ein kurzer Blick auf die ungelesenen What’s App Nachrichten lässt Stress aufkommen. Die Pflicht ruft, Fragen beantworten, Termine ausmachen und Status zu verschiedenen Dingen absenden. Doch will ich das? Möchte ich das jetzt tun? Immerhin verbringen wir wahrscheinlich täglich viel zu viel Zeit mit dem Beantworten von Nachrichten anstatt zu telefonieren, zu lachen oder einfach nur Zeit mit unseren Lieben zu verbringen.

Wie wäre es das Handy auf Flugmodus zu schalten und dies 24h lang auszuhalten? Wäre es ein kalter Entzug? Würde ich zu zittern beginnen und mir der Speichel aus dem Mund laufen? 😉 Zu neugierig ist man auf zukünftige Nachrichten, die kommen könnten, auf Facebook Posts, die man verpassen könnte und Instagram Bilder, über die man natürlich auch mitreden möchte. Doch ist es das? Unser Leben? Sich ständig anzusehen, was andere erleben, Neid verspüren oder sich gar unter Druck gesetzt zu fühlen, nicht am selben Tag zu antworten?

Ich deaktiviere die mobilen Daten bei meinem Handy (ja ich weiß, für Flugmodus reicht meine Verrücktheit nicht) – möchte mir selbst etwas beweisen und am nächsten Morgen eine Wanderung auf meinen Hausberg antreten. Das Smartphone soll weiterhin offline sein und keine ach so dringenden Nachrichten empfangen. Vielleicht lernen die Leute dann auch mal wieder anzurufen oder SMS zu senden. Da ich gerne fotografiere, fällt es mir leider zu schwer, ganz ohne Kamera, das Haus zu verlassen, so muss die Digitalkamera herhalten, die ich in den Rucksack packe.

Ich erklimme den Berg, lasse die Stille auf mich wirken und dort angekommen, setze ich mich in die kleine Kapelle. Es ist Samstag, 10 Uhr 30 und ich bin alleine. Ich öffne das Gästebuch und mir stechen die wunderschönen Zeichnungen und Zitate, der ein und derselben Frau ins Auge. In regelmäßigen Abständen findet sie ihren Weg auf den Berg und teilt mit den Wanderern ihre Weisheiten und Kunst. Vielleicht ist es das – das moderne Facebook? Leute kommentieren mit Sternchen ihre Einträge und sie wiederum bedankt sich und antwortet, wenn sie das nächste Mal das Buch in den Händen hält. Ich bin erstaunt und zugleich inspiriert von der Konstanz und Kreativität dieser Person. Und irgendwie erblicke ich dieses eine Zitat, das wie die Faust aufs Auge auf meine gegenwärtige Situation passt:

„Nichts besitzen, keine Menschen, keine Dinge. Und auch nicht besessen werden. Von den Dingen, von den Menschen, sondern Menschen nur begegnen, ihnen Bruder, Schwester, Freund, Gefährte sein, ihnen zugetan, ja sie zu lieben, aber nicht besitzen.“ (Hanna Miriam Cavin)

Und schon versuche ich mir folgende Fragen zu beantworten:

  • Besitzt mich Facebook?
  • Bin ich von What’s App besessen?
  • Kontrolliere ich Personen in meinem Umfeld?
  • Gebe ich ohne im Gegenzug etwas dafür zu verlangen?

Versucht diese Fragen für euch zu beantworten, ich bin ehrlich gesagt auch noch nicht ganz durch 🙂

Ich habe durch diese spontane Wanderung gelernt, dass es so viel Schönes gibt, wenn wir uns nur nach Draußen begeben, auf uns hören und uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren.

Eventuell bin ich beim nächsten Mal auch so mutig, dass das Smartphone – mein treuer Begleiter – 24h lang im Flugmodus verweilt und ich mich auch noch daran erfreue – man darf ja noch hoffen 🙂

Eure Roxy

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Warum sich selbst Blumen schenken? Sei gut zu dir

Wir erwachen aus dem Winterschlaf, wir spüren uns als Individuen, wir riechen den Frühling, wir sehen wie die Natur langsam aufblüht und oft hat man selbst das Gefühl, als ob man nach 5-6 Monaten schlafen und essen aus seiner Höhle krabbelt. Viele voller Tatendrang, die anderen hinkend und fluchend, da die Bewegung schmerzt und das Licht doch viel zu grell erscheint.

Ich weiß nicht, wer von euch sich in diesen Zeilen wieder findet? Zugegeben, ein wenig überzeichnet dargestellt, aber zumindest ich, hatte diesen Winter das Gefühl, er nähme kein Ende und ich tat mir dieses Mal enorm schwer, den Sprung von der Kälte und Trägheit in das helle Licht und die Agilität zu wagen.

So wie YIN das YANG braucht, braucht auch der Mensch Bewegung im Alltag, Aktivität auf der einen Seite, aber auch Ruhe und Achtsamkeit auf der anderen Seite. Ruhe genießen macht vielen nur dann Spaß, wenn sie sich zuvor ausgepowert haben und an ihre Grenzen gegangen sind. Doch was genau fällt uns daran oft am schwersten? GENAU – die Ausgeglichenheit. An vielen Tagen, hetzt man von Termin zu Termin und lebt nur noch vor sich hin, bzw. schafft es gerade mal den Kalender für den nächsten Tag zu checken, an anderen Tagen, wenn ein Wochenende etwas ruhiger ist, stellt sich augenblicklich das Gefühl ein, man mache ja nichts und führe ein langweiliges Leben. Social Media, Facebook, Instagram und wie sie alle heißen, machen uns das Leben auch nicht gerade einfacher, ständig wird das eigene Leben mit denen der sogenannten „Freunde“ verglichen, fahren die einen übers lange Wochenende weg, müssen wir es ihnen gleich tun, ansonsten ist unser Leben nur „halb so cool“ und actionreich wie das, der Bekannten.

Was möchte ich nun mit der Headline ausdrücken? „Sich selbst Blumen schenken“ – viel zu selten, entscheiden wir uns für Wege, die uns gut tun, die sich tief im Inneren richtig anfühlen, viel zu selten, antworten wir mit einem „NEIN“ – auch wenn es die innere Stimme schon seit langem tut. Was passiert dann? Wir brennen irgendwann aus, wir haben nicht mehr das Gefühl uns selbst treu zu sein, wir entfernen uns letztendlich von uns selbst. Sei gut zu dir.

Gönne dir kostbare Zeit mit dir selbst, schalte dein Smartphone ab, tanze wild zu deinem Lieblingssong in deinen eigenen Vier Wänden, besteige einen Berg, den du schon seit einem Jahr nicht besucht hast oder mach etwas Verrücktes und plane einmal ein komplettes Wochenende gar nichts – geplante Spontanität sozusagen 😉

Und das Wichtigste bei all dem ist, dass du dabei kein schlechtes Gewissen verspürst. Wir sind immer für unsere Freunde und unsere Familie da, dass wir vergessen, dass es auch eine Beziehung zu uns selbst gibt.

Schenk dir selbst Blumen, regelmäßig, in welcher Form darf jeder für sich selbst entscheiden.

Viel Spaß dabei

Eure Roxy