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Was, wenn du nicht bereit bist für die Veränderung?

In letzter Zeit fällt es mir schwer einen Gedanken oder ein Thema zu fassen, das mir den Anstoß für einen Blogbeitrag gibt. Es fühlt sich fast so an, als ob die Kreativität sich nicht festlegen kann, da es so vieles gibt, das aktuell in meinem Geist herumschwirrt. Es sind mitunter überwältigende Gefühle, auch gegensätzliche – Freude, dann umgibt mich wieder ein sehr nostalgisches Gefühl. Dann denke ich an Menschen, die ich vermisse und die nicht mehr unter uns weilen oder an ganz spezifische Momente, die genau so wie in meiner Erinnerung nie wieder passieren werden. Trauer kommt dann auf, dann versuche ich aktiv einzugreifen und den Blickwinkel darauf zu verändern.

Vor zwei Jahren hab ich mir eine Kirschblüte als Tattoo stechen lassen. Ich las viel über die Bedeutung dieser Blume in Japan und plötzlich wusste ich, dass es mein Motiv war – ich musste nicht mehr weitersuchen. Die Japaner feiern die Kirschblüte als ein Symbol des Lebens, des Aufbruchs und auch der Vergänglichkeit. Ihre weiß- und rosafarbenen Blüten symbolisieren Reinheit und Schlichtheit.
Das sehe ich auch in meiner Kirschblüte – das Leben bedeutet Veränderung und wir wissen nie, wann es sich wieder verändern wird. Ich möchte vollen Herzens im Hier und Jetzt leben und nicht in negativen Gedanken versinken und mit trübem Blick durchs Leben ziehen.

Wie gehts euch im allgemeinen mit Veränderungen? Ich weiß schon, das ist ein mächtiges Wort und die Frage ist auch nicht sehr spezifisch gestellt, und es gibt ja auch positive und auch negative Veränderungen in unserem Leben.
Immer öfter hab ich mich dabei ertappt manchen Situationen oder Lebensphasen in Gedanken nachzujagen, es wieder richten, kontrollieren zu wollen. Es muss mir doch einfach gelingen, die Situation wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen zu können. Es muss wieder werden, wie es war. Doch muss es das? Dann begann ich umzudenken, viel zu oft wollte ich kontrollieren und eingreifen. Immer schwerer wurde es zu akzeptieren, dass sich mein Leben und auch das der anderen veränderte. Wir reifen als Persönlichkeiten und jeder geht seinen Weg. Ein unglaublicher Kraftakt wäre es, wenn wir immer wieder krampfhaft versuchen würden, alles in den vergangenen Zustand zurückstellen zu wollen. Es wäre auch nicht natürlich, im Gegenteil es ist ein künstliches Eingreifen, ein konstantes Nachhängen vergangener Lebensphasen, weil wir nicht bereit sind, weiterzugehen. Auch ich habe Angst und fühle mich oft alleine gelassen. Die Straße ist dunkel, die Laternen beleuchten mir meinen Weg schwach, immer wieder flackern sie und erwarten von mir mit noch schärferem Blick meinen Weg zu gehen. Mein Herz klopft und ich setze einen Schritt unsicher vor den anderen.

Zu akzeptieren, gelingt mir nicht immer, aber das Tattoo soll mich daran erinnern, auch einmal loszulassen. Veränderung ist ein fixer Bestandteil unser aller Leben und auch bestimmt nichts, das wir beeinflussen können. Ich rufe mir gerne vergangene Momente in Erinnerung und auch die Gefühle, die ich damals gefühlt habe. Nostalgisch denke ich zurück, manchmal kommt Trauer auf und in anderen Momenten fühle ich tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich diese Momente erleben durfte und sogar heute noch daran zehren kann.

Um zu meiner ursprünglichen Frage zurückzukehren: Die Veränderung passiert trotzdem, auch wenn wir nicht bereit dafür sind. Oftmals schleicht sie sich auf Zehenspitzen in unser Leben ein und wir bekommen sie erst mitten auf unserer neuen Abzweigung mit, wenn wir plötzlich merken, dass unser Blick nun weiter schweifen kann und wir viel klarer sehen. Fast als hätten wir einen Berg erklommen, ohne es wirklich zu begreifen, aufgewacht sind wir dann als wir bereits oben am Gipfel standen. Überwältigt wie weit wir sehen können, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus.

Könnt ihr euch noch an eure letzte Veränderung erinnern und wann ihr sie bemerkt habt?

Alles Liebe, eure Rox

Foto Credit: webandi/Pixabay

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Die variable Endstation

Die Fahrkarte kaufen, es geht rasch und unkompliziert. Anschließend fällt es mir schwer einen Tag zu wählen. Hektisch blättere ich meine Kalender durch, um einen Tag zu wählen. 2019 oder 2018 oder gar noch einige Jahre zurück? Für welchen Monat soll ich mich entscheiden?

Es erscheint mir wie eine einmalige Gelegenheit. Ein Zug, der für mich in die Vergangenheit fährt.  Ein Zug, der mich in eine Zeit katapultiert, in der meine Welt noch heil und unschuldig ist. 

Vieles würde ich anders machen, wenn ich die Möglichkeit erhalten würde:

  • Schöne Momente mehr genießen und Ablenkungen meiden
  • Mehr meinem Bauchgefühl trauen
  • Im Hier und Jetzt die Zeit leben, ohne zu viel an Später und Morgen zu denken.
  • Meine Wünsche und Bedürfnisse nicht zu ignorieren und so zu handeln, wie es sich für mich richtig anfühlt.

Nach wie vor unentschlossen, wähle ich das Jahr 2018. Einen Tag im Mai – es war ein Samstag. So richtig weiß ich nicht, was mich erwarten wird. Ich hole mir Bilder in meinen Kopf, von Momenten und Personen, mit denen ich gerne einen Tag verbringen würde. Eventuell kann ich damit den Verlauf des Tages beeinflussen.

Ich stehe am Bahnsteig, warte auf den Zug und steige ein. Ich spüre mein Herz wie wild klopfen ich bin so voller Vorfreude und kann es kaum glauben, dass es wahr wird. 

Wird die Fahrt länger dauern? Sind es 30 Minuten, 2 Stunden oder ist es gar ein Tag? Ich weiß nicht so recht, wie ich mich mit der Ungewissheit anfreunden kann. Mit dabei: Etwas zu lesen und Musik – so wird die Zeit schon vergehen und wie heißt es so schön: Vorfreude ist die schönste Art der Freude. Ich sichere mir einen Fensterplatz und sehe mich um, wie sehen die Personen aus, die sich mit mir im Zug befinden? Haben sie auch den selben Tag im Mai 2018 gewählt oder steigen sie vor oder nach mir aus? Was möchten sie erleben? Haben sie gar etwas gut zu machen? Ein Teil in mir möchte mit einigen Personen ins Gespräch kommen, der andere Teil in mir, möchte die Zeit alleine auskosten und sich gebührend auf den Tag einstellen.

Irgendwann bemerke ich im Halbschlaf, dass die Frau gegenüber von mir, mir zuwinkt und mir etwas mitteilen oder eine Konversation beginnen möchte, bin mir noch nicht ganz sicher. Ich komme langsam wieder zu mir und lächle sie an. „Möchtest du auch deinem Alltag entfliehen und an einem schönen vergangen Tag deine Energiereserven wieder anfüllen?“ Ich denke über ihre Frage nach und bin mir nicht sicher. Ist es Nostalgie oder gar Melancholie oder der Wunsch wieder das Gefühl eines sicheren Hafens spüren zu wollen, an dem es keine Probleme, keinen Alltag und keine Pandemie gibt. Ich möchte einfach sein ohne mir weiter Gedanken machen zu müssen.

Ich nicke ihr zu und gib ihr auch zu verstehen, dass mich natürlich auch ein wenig die Neugier gelockt hat. Ich bin keine Tagträumerin, doch hab ich diese Chance unbedingt nutzen wollen.

Wie viel Zeit vergeht, kann ich nicht genau beziffern, nicht in Minuten oder Stunden messen. Es beginnt zu rumpeln und irgendwann nehme ich wahr, dass sich in meinem Waggon nur mehr 5 Personen mit mir befinden. Der Zug hält und ich habe das Gefühl, dass ich an der Reihe bin, auszusteigen, wie mechanisch stehe ich auf, wandere zum Ausgang und öffne die Tür.

Es wird ganz hell, blendet mich, ich schließe die Augen und öffne sie erst wieder als ich einen vertrauten Geruch wahrnehme. Es riecht nach gutem Essen, ich höre vertraute Stimmen lachen, als hätte jemand einen Witz erzählt und alle beginnen wie auf Kommando zu lachen. Ich nähere mich dem – allzu bekannten Wohnzimmer – ich sehe mir vertraute Gesichter und mein Blick bleibt auf dem Gesicht meiner Oma hängen. Sie sitzt bei uns, beginnt zu lachen und blickt mich währenddessen voller Liebe an. Es fühlt sich an, als wäre ich nur kurz auf der Toilette gewesen, keiner stellt mir Fragen. Ich fühle sie, die Geborgenheit und die Verbundenheit. Ich beobachte lange, sitze, lächle und versuche den wunderbaren Moment in all seiner Fülle aufzusaugen und in meinem Inneren prominent abzuspeichern. Wer weiß, wann ich ihn wieder betrete, den „Nostalgie Zug“.

Habt ihr einen Moment im Kopf? Wofür würdet ihr euch entscheiden?

Alles Liebe, eure Rox