Kategorien
Allgemein Gesundheit Philosophie selbstbestimmung Selbstliebe Träume

Überrollt

Es passiert mir in letzter Zeit öfters, dass ich in einer bestimmten Handlung innehalte, mir eine Erinnerung in den Kopf schießt und ich einen Stich ins Herz bekomme. Dann überrollt mich der Schmerz lawinenartig und ich kann nicht mehr atmen. Von einer Sekunde auf die andere fühle ich mich wie in einem Albtraum gefangen, eine Welt, in der es dich nicht mehr gibt.

Du besuchst mich regelmäßig in meinen Träumen und das sind die einzigen Treffen, die ich mit dir habe. Die einzige Möglichkeit, dich zu sehen. Der Nebel der letzten 2 ½ Monate löst sich schön langsam auf und auch die Erinnerungen der letzten fast 2 Jahre, die du trotz deiner Krankheit gut gemeistert hast, treten in den Hintergrund.

Immer öfter sehe ich dich gesund und lächelnd vor mir stehen.

Ich höre deine fröhliche Stimme, als wir telefoniert haben und du dich über meinen Anruf gefreut hast.

Ich spüre deine herzliche und warme Umarmung, die ich zur Begrüßung immer erhalten habe.

Ich fühle mich unbeholfen und kann mit der Situation nicht umgehen. Als ich im Nebel stand und nur wie ein Roboter funktioniert habe, ging mir alles leichter von der Hand. An vielen Tagen versuche ich mich abzulenken und ertappe mich dabei, dass ich es für kurze Zeit vergesse. Dann rollt die Welle an. Ich entscheide, dann je nach Gefühl, ob ich sie zulasse oder die Erinnerungen versuche wegzuschieben.

Was mir bleibt sind die positiven Erinnerungen an dich und mir hilft es, die Momente der Trauer zuzulassen und an dich zu denken. Ich weiß tief im Inneren, dass es dir jetzt besser geht und du nicht mehr leiden musst. Es mag wie eine Floskel klingen, aber das Leben, das du zuletzt gelebt hast, hast du erduldet, aber du warst sehr traurig und um deine Unabhängigkeit komplett beschnitten.

Danke, dass du immer ein Vorbild warst und ich durch dich zu einem besseren Menschen geworden bin. Vieles verstehe ich erst jetzt und es hilft mir, dir auf diese Weise zu danken.

Kategorien
Allgemein Gesundheit poesie Träume

Einmal noch

Wenn es passiert, ist es immer plötzlich, es fühlt sich immer surreal an und du fühlst dich wie vom Leben überfallen. Dafür bist du nie bereit! Niemand drückt für dich auf Pause, dreht gar die Zeit zurück oder hilft dir sie nach vorne zu drehen. Fakt ist, du musst da durch und niemand fragt dich, ob und wann du bereit bist, Abschied zu nehmen. Selbst, wenn ich gefragt worden wäre, hätte ich mich immer vor einer Antwort gedrückt.

Wie sehr es schmerzt, deine Stärke entweichen zu sehen und dir in deine Augen zu sehen, die längst kein Leuchten mehr in sich tragen und sich langsam vom Leben verabschieden.

Wie sehr es schmerzt, dich so abhängig zu sehen, wo dein tiefster Wunsch immer war, unabhängig zu sein und für dich selbst sorgen zu können.

Wie sehr es schmerzt, dich so leiden zu sehen, ohne das Geringste an deiner Lage ändern zu können. Du hättest immer alles für uns getan und nun stehe ich an deiner Seite, blicke auf dich herab und fühle mich wie gelähmt. Die Kehle zugeschnürt und nicht im Stande einen klaren Gedanken zu fassen. Tränen zu vergießen, hilft mir aktuell meinem Schmerz Ausdruck zu verleihen, da es keine passenden Worte dafür gibt, wie ich mich fühle.

Wie sehr es schmerzt, zu akzeptieren, dass ich dein Lachen, deinen Zuspruch, deine Ratschläge & deine Geborgenheit und Liebe nie wieder fühlen werden. Beim Gedanken daran, deine Stimme einmal zu vergessen, kullern mir Tränen über meine Wangen.

Immer werde ich dich als die starke, lebensfrohe, herzliche, humorvolle Frau in Erinnerung haben, die grenzenlose Liebe für uns empfunden hat und uns in guten wie in schlechten Zeiten immer zur Seite stand. Du hättest alles für uns gegeben und wir für dich.

Der Anruf kam um 1:15 und ich hab ihn wie in Trance angenommen, der Satz verfolgt mich auch jetzt noch jeden Tag. Das soll es nun gewesen sein? Ich kann es noch immer nicht fassen, dass du nun weg bist. Wir waren zwar darauf vorbereitet und zuzusehen, wie die letzten Wochen das Leben langsam aus dir wich, war schmerzhaft und hat mir mein Herz gebrochen, aber nichtsdestotrotz warst du noch hier. Nun bist du weg und der einzige Trost, den ich habe, ist, dass ich meine tiefsten Gefühle mit dir vor deinem Tod teilen konnte. Meine Schwester und ich haben dich auf deinem letzten Weg begleitet und das fühlt sich gut an. Wir waren stark für dich, das haben wir von dir gelernt.

Nie konnte ich mir ein Leben ohne dich vorstellen, bin dem Gedanken daran davon gelaufen und habe ihn jahrelang verdrängt. Nun stehe ich fassungslos da, fühle mich emotional ausgesaugt und leer. Erinnerungen zu haben, scheint mir ein sehr schwacher Trost, da sie verblassen werden. Irgendwann werde ich mich an deine Stimme nicht mehr erinnern können und nie wieder werde ich die Gelegenheit haben, mit dir über Gott und die Welt zu sprechen, dich um Rat zu fragen oder dich zu umarmen.

Mit dir geht ein Teil meiner Kindheit und auch ein Teil von mir. Es heißt zwar, die Zeit heilt alle Wunden, aber die Leere, die du hinterlässt, wird niemand füllen können.

Ich umarme dich in Gedanken, ich liebe dich!

Kategorien
Allgemein Gesundheit heimat Philosophie poesie selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung Träume

Mein Blumenstrauß an die „Freundschaft“

Als wir Teenager waren, wählten wir unsere Freunde aufgrund einiger weniger Faktoren aus: welche Musik man hörte, wer einem zuhörte, wenn einen die Eltern mal wieder nervten und mit wem man so richtig Spaß haben konnte. Unser Charakter war zwar grundlegend geformt, doch ging es auch meistens darum, jemanden zu finden, mit dem man sich gemeinsam selbst finden konnte.

Je älter wir werden, desto mehr Freunde verlieren wir, jene, die uns nicht gut tun, in unserer Entwicklung hemmen oder ganz andere Wege einschlagen. Plötzlich gibt es keinen Gesprächsstoff mehr, keine gemeinsamen Lebensziele, andere Prioritäten und Weltanschauungen. Man wird sich fremd und die Zeit gemeinsam fühlt sich fehl am Platz an. Es ist kein schönes Gefühl und man spürt meistens, wann es Zeit ist, sich zu lösen und den weiteren Weg ohne einander zu bestreiten.

Dann gibt es jene, die uns gut tun, die wir uns aus unserem Leben nicht mehr wegdenken können, unsere leuchtenden Laternen am Weg, ohne die wir im Dunkeln tappen und verängstigt und unsicher einen Schritt vor den anderen setzen würden.

Im Laufe der Jahre steht ihr euch in vielen Lebenssituationen bei und stärkt euch gegenseitig. Ihr träumt miteinander, lacht, trauert, feiert, philosophiert bis in die Nacht hinein und am aller wichtigsten ihr begleitet eure Leben.

Auch wenn ihr verschieden seid, ist es umso spannender, von einander zu lernen. Gemeinsam werdet ihr reifer, klüger, selbstbewusster und mutiger. Oft muss man sich zusammenraufen, man verliert sich für kurze Momente am dunklen Weg, muss die  Taschenlampe als Überbrückung einsetzen, aber man findet trotz allem wieder zu einander.

Ich finde es fast ein wenig schade, dass wir nicht einen offiziellen Tag der Freundschaft ernennen, der dazu dient, uns bei all unseren Laternen, zu bedanken, die uns den Weg ausleuchten und zwar bei Wind und Wetter.

Am heutigen Valentinstag denke ich an alle jene Frauen, die mich in meinem Leben mit ihrem Wesen, ihrer Liebe und ihrer Offenheit beeinflusst haben. Danke, dass es euch gibt.

Eure Rox

Kategorien
Allgemein Gesundheit Philosophie poesie selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung Träume

Wenn Kapitel leise enden…

In letzter Zeit denke ich öfters über das Älterwerden nach und wie sich unsere Leben ab und an leise und heimlich ändern. Manches Mal passiert das schleichend, ein anderes Mal von heute auf morgen.

In vielen Momenten der Vergangenheit hätte ich gerne zuvor gewusst, dass dies das letzte Mal war, dass ich diesen Moment so erlebt hatte. Eine kurze Durchsage wie am Zugbahnsteig hätte gereicht, um mich kurz zu informieren und auf eine neue Ära vorzubereiten.

Was hätte sich dadurch geändert?

  • Ich hätte den Moment mit Haut und Haaren genossen, voll ausgekostet und an nichts anderes gedacht
  • Alle meine Sinne hätte ich aktiviert, um die Situation als lebendige Erinnerung abzuspeichern, die ich immer wieder aufrufen konnte

Ein wenig wehmütig stelle ich fest, dass beispielsweise die Zeit, vor genau 10 Jahren, die damalige Lebenssituation, die Unbeschwertheit und die Tatsache, dass man all seine Lieben noch beisammen hatte, vorbei war und nie wieder zurückkehrte. Früher floss all unsere Energie in unsere Trotzphasen, in diese oder jene Eifersuchtsattacke oder aber auch in unsere Selbstfindungsphase, die so schnell nicht enden würde. Man besuchte beispielsweise seine Großeltern, doch genoss die Zeit nicht in vollen Zügen, zu verlockend war es, Freunde zu treffen und auszugehen.

Viele im Freundes- und Bekanntenkreis starten ihre eigenen Familien zu gründen und wieder steht die nächste Veränderung vor der Tür. Adieu spontane Treffen, adieu „Wir tun, was uns gefällt und wann wir es möchten“ Attitüde und adieu Kurzurlaube im Süden, bei denen wir ausgelassen mit dem Cocktail am Strand saßen.

Ich werde älter und viele Kapitel gehen zu ende, die Kunst ist es, in jedem Abschnitt authentisch und glücklich zu leben. Ab und zu mit einem lächelnden Auge daran zurück zu denken oder gar melancholisch zu werden, ist denke ich in Ordnung 😉 Leben ist Veränderung und kein Stillstand. Wir sollten uns auch von dem Gedanken verabschieden, dass wir volle Kontrolle über unsere Leben haben. All jenes, das nicht von uns beeinflusst werden kann, sollten wir lernen zu akzeptieren und alles andere haben wir zum Großteil selbst in der Hand: Was wir denken, wie wir handeln und was wir dabei fühlen.

Bis bald.

Eure Rox

Kategorien
Allgemein

Weil in der Natur nichts das ganze Jahr über blüht …

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr auf der Suche seid, nach einer Beschreibung für euer aktuelles Seelenleben bzw. nach aufmunternden Worten in einer beschwerlichen Situation und ihr plötzlich genau die Sätze lest, die euch aus der Seele sprechen? Tja, dieses Gefühl hatte ich vergangene Woche als ich dieses Zitat auf Pinterest gefunden habe oder besser gesagt, die passenden Worte meinen Weg gekreuzt haben.

Hätte mich vor einem Jahr jemand zu meinem Befinden befragt, hätte ich gestrahlt und wohl nicht viel mehr erwidern müssen, meine leuchtenden Augen hätten den Rest mitgeteilt. Vor genau 365 Tagen schien mir die Sonne in Thailand ins Gesicht und wir lebten in den Tag hinein, ganz ohne auf die Uhr zu sehen oder irgendwelchen lästigen Verpflichtungen nachzukommen. Wir genossen eine wunderbare Zeit und exakt 365 Tage später dann die Bewährungsprobe, so als würde sich jemand ganz oberflächlich die Frage stellen „Wir wissen sie kann entspannen, doch wie geht sie mit schwierigen Situationen um?“

Und nun steh ich hier und wünschte mir, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Aktuell fühle ich mich wie ein Baum Anfang Oktober, der im stürmischen Wind all seine Blätter verliert. Doch weil in der Natur nichts das ganze Jahr über blüht, wird meine Zeit bestimmt wieder kommen, in der die leuchtenden Farben meiner Blüten andere blenden.

Bis bald.

Eure Rox.