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Wie sich in 2.000 m Höhe alles relativiert

Ihr kennt das doch sicher alle – die Woche war anstrengend, die Tage sind verflogen und man hat wie des Öfteren zu wenig Zeit für einen selbst, zB für Hobbies oder ganz einfach mal etwas Neues auszuprobieren. Am Freitag wird die Woche revue passiert – meistens auf der Couch oder beim Cocktail oder Bier mit Freunden. Gedanken wie: „Ach egal jetzt ist Freitag“ oder „Schwamm drüber“ schießen einem in den Kopf. Doch mir reicht es mittlerweile nicht mehr – ich frage mich wann es bei mir begonnen hat, die Flucht in die Natur, um die Tanks wieder vollzuladen.

Ist es der Ausgleich zum herausfordernden Bürojob? Oder ist es doch das Älter und Reifer Werden, dass man mehr sucht, als ein Cocktail zum Feierabend?

Ich habe die Fragen für mich versucht zu beantworten – es ist meiner Meinung nach weder Schwarz noch Weiß – es ist eine Mischung aus verschiedensten Faktoren. Hätte mich im Teenageralter jemand fürs Wandern gewinnen wollen, wären mir 1.000 Ausreden eingefallen, warum das kein guter Vorschlag ist. Doch je älter man wird, desto anspruchsvoller 🙂

Aber was genau bringt es, sich stundenlang abzumühen und den Berg zu erklimmen? Immerhin ist man nass geschwitzt, das Ende ist oft lang nicht in Sicht und man hat viel zu viel Zeit um über sein Leben nachzudenken. Die Liste ist sicher nicht vollständig, aber das wären gute Gründe, die mir auf die Schnelle einfallen:

  • Es ist ruhig und wenn du die Stille unterbrechen willst, dann kannst du dich selbst dafür entscheiden
  • Keine What’s App Nachrichten, die dich vorwurfsvoll anblicken, da sie auf Beantwortung warten
  • Das Essen schmeckt in einer bestimmten Höhe einfach viel besser
  • Probleme, die man davor hatte, werden bereits gedanklich gelöst bzw. erweisen sich oftmals nicht mal mehr als Probleme sondern „kleine“ Herausforderungen
  • Im Prinzip fügen sich einzelne Puzzleteile zusammen zu einem fertigen Bild – dies passiert aber meistens nur, wenn wir genug Stille zulassen. Vieles relativiert sich. Im Alltagstrott haben wir oftmals keinen Überblick mehr und die Probleme häufen sich übereinander, da wir keine Zeit haben, darüber nachzudenken oder sie zu lösen.

Ich bin froh, dass ich das Wandern in den letzten Jahren für mich entdeckt habe. Ob es nun ein 500 m hohes Hügelchen ist oder ein Berg von über 1.800 m Höhe, probiert es einfach mal aus und konzentriert euch auf eure Gedanken. Falls es euch nichts bringt, dann ist es womöglich einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt 😉

Viel Spaß wünsche ich euch

Eure Roxy

 

 

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Der Urlaub in der Ferne als Retter in der Not

Ich blättere meinen Kalender durch und zähle die Woche bis zu unserem Strandurlaub. Drei Wochen sind es noch und die Tage können mir nicht schnell genug vergehen. Ich sehne mich nach In-den-Tag-hineinleben, schick essen, Sonne tanken, Cocktail schlürfen und vielem mehr. Ich rede mir ein, dass mich diese Woche von all meinem Stress befreit und zur selben Zeit auf die kommenden Monate entsprechend vorbereitet.

Kommt euch diese Schilderung bekannt vor? Tun wir das nicht alle ab und zu? Wir leben fürs Wochenende und für den nächsten Urlaub, aber was bedeutet das für die Tage dazwischen? Sind sie sinnlos? Können wir sie überspringen wie eine langweilige Sequenz in einer TV Serie? Schon vor langem habe ich mir diese Frage gestellt und für mich eine Antwort gefunden: Es ist falsch.

Warum?

  • Es ist der Zwang nach dem perfekten Urlaub, so wie ihn andere erleben. Bestes Beispiel dafür: Social Media. Bekannte und Freunde grinsen uns von den unzähligen Fotos entgegen und lassen uns glauben sie hätten die „Time of their lives“. In Wahrheit wird krampfhaft versucht das beste Foto zu schießen, das Instagram und Facebook-tauglich ist und dies soll dann dazu dienen, dass alle anderen sehen wie legendär denn der Urlaub ist. Sie suchen nach Anerkennung & Bewunderung. Das führt aber meistens beim Social-Media Konsumenten zu: Frust & Neid.
  • Weil die kleinen schönen Dinge im Leben vergessen werden und nur mehr verschwommen sichtbar sind. Das erste Mal auf den 2.000er Berg, den man schon seit Monaten bezwingen möchte, ein witziger Abend mit den Freundinnen, das Konzert der Lieblingsband nach dem man heiser ist oder einfach nur die gewöhnliche Sportdosis nach einem anstrengenden Arbeitstag – das sind alles Beispiele für schöne „kleine“ Momente im Leben.

Wenn wir wirklich in uns hinein hören und wir ehrlich zu uns selbst sind, dann ist der Urlaub das Sahnehäubchen auf der Torte aber sollte nicht Monate aufholen, die zu wenig gelebt wurden.

Ich freu mich übrigens wieder auf meine morgige Yoga Stunde und ihr?

Eure

Rox

 

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Ich bin dann mal … offline (oder so)

Voller Tatendrang packe ich am Mittwoch im Büro meine Tasche, schon mit den Gedanken beim verlängerten Wochenende. Ich habe zwei Tage mehr Zeit als gewohnt, davon erhoffe ich mir: Wochenende hoch 2 – sprich doppelte Entspannung. Ich schwanke zwischen vollbepacktem Kalender, immerhin möchte man ja was erleben, und gähnender Leere, was mir endlich Zeit für Spontanität verschaffen würde. Immerhin habe ich auch noch eine leere Leinwand rumstehen, die nur darauf wartet, meine Kreativität kennenzulernen.

Im Auto wird die neue CD eingelegt, mit neuen Songs & Geschichten fahren sich die 70 Minuten normalerweise in gefühlten 50 Minuten. Doch diesmal ist es anders, kurz vorm Feiertag bin ich natürlich nicht die einzige Person, die die Natur und das Landleben sucht. Das bedeutet im Klartext, dass ich knappe 120 Minuten im Auto hocke und ich innerlich schon mit dem Kopf an die Hupe knalle und wild aus dem Autofenster brülle. So habe ich mich zumindest  in diesem Moment im tiefsten Innersten gefühlt.

Zu Hause angekommen, wird das Smartphone zur Hand genommen und ein kurzer Blick auf die ungelesenen What’s App Nachrichten lässt Stress aufkommen. Die Pflicht ruft, Fragen beantworten, Termine ausmachen und Status zu verschiedenen Dingen absenden. Doch will ich das? Möchte ich das jetzt tun? Immerhin verbringen wir wahrscheinlich täglich viel zu viel Zeit mit dem Beantworten von Nachrichten anstatt zu telefonieren, zu lachen oder einfach nur Zeit mit unseren Lieben zu verbringen.

Wie wäre es das Handy auf Flugmodus zu schalten und dies 24h lang auszuhalten? Wäre es ein kalter Entzug? Würde ich zu zittern beginnen und mir der Speichel aus dem Mund laufen? 😉 Zu neugierig ist man auf zukünftige Nachrichten, die kommen könnten, auf Facebook Posts, die man verpassen könnte und Instagram Bilder, über die man natürlich auch mitreden möchte. Doch ist es das? Unser Leben? Sich ständig anzusehen, was andere erleben, Neid verspüren oder sich gar unter Druck gesetzt zu fühlen, nicht am selben Tag zu antworten?

Ich deaktiviere die mobilen Daten bei meinem Handy (ja ich weiß, für Flugmodus reicht meine Verrücktheit nicht) – möchte mir selbst etwas beweisen und am nächsten Morgen eine Wanderung auf meinen Hausberg antreten. Das Smartphone soll weiterhin offline sein und keine ach so dringenden Nachrichten empfangen. Vielleicht lernen die Leute dann auch mal wieder anzurufen oder SMS zu senden. Da ich gerne fotografiere, fällt es mir leider zu schwer, ganz ohne Kamera, das Haus zu verlassen, so muss die Digitalkamera herhalten, die ich in den Rucksack packe.

Ich erklimme den Berg, lasse die Stille auf mich wirken und dort angekommen, setze ich mich in die kleine Kapelle. Es ist Samstag, 10 Uhr 30 und ich bin alleine. Ich öffne das Gästebuch und mir stechen die wunderschönen Zeichnungen und Zitate, der ein und derselben Frau ins Auge. In regelmäßigen Abständen findet sie ihren Weg auf den Berg und teilt mit den Wanderern ihre Weisheiten und Kunst. Vielleicht ist es das – das moderne Facebook? Leute kommentieren mit Sternchen ihre Einträge und sie wiederum bedankt sich und antwortet, wenn sie das nächste Mal das Buch in den Händen hält. Ich bin erstaunt und zugleich inspiriert von der Konstanz und Kreativität dieser Person. Und irgendwie erblicke ich dieses eine Zitat, das wie die Faust aufs Auge auf meine gegenwärtige Situation passt:

„Nichts besitzen, keine Menschen, keine Dinge. Und auch nicht besessen werden. Von den Dingen, von den Menschen, sondern Menschen nur begegnen, ihnen Bruder, Schwester, Freund, Gefährte sein, ihnen zugetan, ja sie zu lieben, aber nicht besitzen.“ (Hanna Miriam Cavin)

Und schon versuche ich mir folgende Fragen zu beantworten:

  • Besitzt mich Facebook?
  • Bin ich von What’s App besessen?
  • Kontrolliere ich Personen in meinem Umfeld?
  • Gebe ich ohne im Gegenzug etwas dafür zu verlangen?

Versucht diese Fragen für euch zu beantworten, ich bin ehrlich gesagt auch noch nicht ganz durch 🙂

Ich habe durch diese spontane Wanderung gelernt, dass es so viel Schönes gibt, wenn wir uns nur nach Draußen begeben, auf uns hören und uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren.

Eventuell bin ich beim nächsten Mal auch so mutig, dass das Smartphone – mein treuer Begleiter – 24h lang im Flugmodus verweilt und ich mich auch noch daran erfreue – man darf ja noch hoffen 🙂

Eure Roxy

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Warum sich selbst Blumen schenken? Sei gut zu dir

Wir erwachen aus dem Winterschlaf, wir spüren uns als Individuen, wir riechen den Frühling, wir sehen wie die Natur langsam aufblüht und oft hat man selbst das Gefühl, als ob man nach 5-6 Monaten schlafen und essen aus seiner Höhle krabbelt. Viele voller Tatendrang, die anderen hinkend und fluchend, da die Bewegung schmerzt und das Licht doch viel zu grell erscheint.

Ich weiß nicht, wer von euch sich in diesen Zeilen wieder findet? Zugegeben, ein wenig überzeichnet dargestellt, aber zumindest ich, hatte diesen Winter das Gefühl, er nähme kein Ende und ich tat mir dieses Mal enorm schwer, den Sprung von der Kälte und Trägheit in das helle Licht und die Agilität zu wagen.

So wie YIN das YANG braucht, braucht auch der Mensch Bewegung im Alltag, Aktivität auf der einen Seite, aber auch Ruhe und Achtsamkeit auf der anderen Seite. Ruhe genießen macht vielen nur dann Spaß, wenn sie sich zuvor ausgepowert haben und an ihre Grenzen gegangen sind. Doch was genau fällt uns daran oft am schwersten? GENAU – die Ausgeglichenheit. An vielen Tagen, hetzt man von Termin zu Termin und lebt nur noch vor sich hin, bzw. schafft es gerade mal den Kalender für den nächsten Tag zu checken, an anderen Tagen, wenn ein Wochenende etwas ruhiger ist, stellt sich augenblicklich das Gefühl ein, man mache ja nichts und führe ein langweiliges Leben. Social Media, Facebook, Instagram und wie sie alle heißen, machen uns das Leben auch nicht gerade einfacher, ständig wird das eigene Leben mit denen der sogenannten „Freunde“ verglichen, fahren die einen übers lange Wochenende weg, müssen wir es ihnen gleich tun, ansonsten ist unser Leben nur „halb so cool“ und actionreich wie das, der Bekannten.

Was möchte ich nun mit der Headline ausdrücken? „Sich selbst Blumen schenken“ – viel zu selten, entscheiden wir uns für Wege, die uns gut tun, die sich tief im Inneren richtig anfühlen, viel zu selten, antworten wir mit einem „NEIN“ – auch wenn es die innere Stimme schon seit langem tut. Was passiert dann? Wir brennen irgendwann aus, wir haben nicht mehr das Gefühl uns selbst treu zu sein, wir entfernen uns letztendlich von uns selbst. Sei gut zu dir.

Gönne dir kostbare Zeit mit dir selbst, schalte dein Smartphone ab, tanze wild zu deinem Lieblingssong in deinen eigenen Vier Wänden, besteige einen Berg, den du schon seit einem Jahr nicht besucht hast oder mach etwas Verrücktes und plane einmal ein komplettes Wochenende gar nichts – geplante Spontanität sozusagen 😉

Und das Wichtigste bei all dem ist, dass du dabei kein schlechtes Gewissen verspürst. Wir sind immer für unsere Freunde und unsere Familie da, dass wir vergessen, dass es auch eine Beziehung zu uns selbst gibt.

Schenk dir selbst Blumen, regelmäßig, in welcher Form darf jeder für sich selbst entscheiden.

Viel Spaß dabei

Eure Roxy

 

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Vom Halbmarathon auf die Couch

Es startet mit einer zündenden Idee. „Lass uns doch einen Halbmarathon gemeinsam laufen“. Zuerst starrt dich deine Freundin unglaubwürdig an, du kannst es selbst kaum glauben, dass dieses ehrfürchtige Wort „Halbmarathon“ über deine Lippen kam. Nach dem kurzen Schockmoment findet man die Vorstellung immer besser, mit der Freundin auf deiner Seite bekommt es dann schön langsam Hand und Fuss. Wir brauchen ein Ziel!

Zweifel kommen auf: Können wir das? Wir sind doch keine Hardcore-Wind & Wetter Läufer und außerdem ist es auf der Couch nach der Arbeit doch auch oft so verlockend 🙂 Der Berg ruft bei vielen oder sagen wir realistischerweise eher bei wenigeren 😉 bei den meisten ruft oder besser gesagt schreit sich die Couch heiser.

Außerdem kommt ja noch dazu, dass es dann ernst wird, es gibt dann sowas wie Trainingspläne und irgendwie hinterlässt es einen bitteren Nachgeschmack.

Wie gehts dann weiter? Man motiviert sich gegenseitig, schwitzt, mal flucht man selbst, mal sieht man die Freundin verzweifeln, eines kann mit Sicherheit gesagt werden, die Freundschaft erreicht ein neues Level.

Endlich kommt der Tag der Wahrheit. Wir verbinden den Tag des Halbmarathons meistens mit einem Mädelswochenende, das gibt dem Ganzen zusätzlich noch einen netten Touch. Am Vortag wird Sightseeing light gemacht oder gar die Therme besucht und am Tag darauf geht’s dann los, das Adrenalin und die Vorfreude steigen ins Unermessliche.

Während der 21 km kämpfst du mit dir selbst, lachst du in dich hinein und manches Mal therapierst du dich im Schnelldurchlauf. Das Gefühl ist unglaublich, das Ziehen in den Beinen dann meistens auch 😉

Die Endorphine sprühen aus dir raus und du fühlst dich sonderbar ausgelaugt danach, aber du spürst dich definitiv. Das Gute daran: Hast du dich richtig verausgabt, macht das Faulenzen und Essen erst doppelt so viel Spaß. Unsere Festmahle danach sind fast schon legendär.

Der Punkt ist: Entschleunigung ist gut und muss passieren. Doch auch das Auspowern, sich spüren und ab und an ein persönliches Ziel zu verfolgen ist wichtig. Beweis dir, dass du es kannst. Sei zugleich dein wachsamster Kritiker und dein bester Freund.

Viel Spaß. Eure Roxy

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