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Und es schließt sich die Tür

Und es schließt sich die Tür und diesmal hab ichs im Gespür. 

Dolch ins Herz, sag mir spürst du ihn, den Abschiedsschmerz?

Veränderung, Abschied, Loslassen oder wie auch immer du es nennen magst, kein Wort wird dem unwohlen Gefühl des Verlusts gerecht. 

Es ist einerseits Erleichterung, die du spürst, wenn etwas Schlechtes dein Leben verlässt, andererseits macht sich ein Ohnmachtsgefühl breit, das dich von innen vergiftet, wenn etwas Schönes plötzlich vorbei sein soll. 

In einem Moment, in dem wir wieder einmal alles zu viel wird, schließe ich meine Augen und stelle mir vor, Ich stehe in einem großen, weitläufigen Raum, von dem aus ich Zugang zu einer Handvoll Türen erhalte. Jede Tür steht für eine meiner lieb gewonnenen Gewohnheiten. Hinter den Türen, die den Raum hell erstrahlen lassen, verstecken sich Menschen, die mir Glück bereiten, Laufrunden in der Natur, die mir den Kopf durchpusten und mich gleichzeitig therapieren, Wanderungen mit Freunden und endlose Stunden voller Glück mit den Menschen, die ich liebe. Ich spüre das pure Glück aus meinem Herz emporsteigen und fühle mich beflügelt, gleichzeitig füllt sich mein Energietank.

Mein  Blick schweift von links nach rechts, alle Türen sind einen Spalt geöffnet, sodass man hindurch spazieren könnte, bis eine von ihnen lautstark ins Schloss fällt! Ich bin fassungslos, verstehe nicht, was geschieht.

Und es schließt sich die Tür und diesmal hab ichs im Gespür. 

Dolch ins Herz, sag mir spürst du ihn den Abschiedsschmerz?

Ich rüttle an der Tür, versuche sie zu öffnen, doch versage kläglich. Erinnerungen durchströmen mich augenblicklich und ich realisiere, welche Tür sich geschlossen hatte. 

Das war es nun also? Jahrelang hatten wir uns Erinnerungen aufgebaut, die nun alles waren, wovon wir für den Rest unseres Lebens zehren konnten? Nie wieder würde ich sie sehen? Mit ihr sprechen? Ihren Zuspruch und ihre Geborgenheit um mich spüren? Warum hatte man kein Erbarmen mit mir gehabt oder mich in irgendeiner Art und Weise vorgewarnt. Wie kam man darauf, dass ich bereit war für dieses einschneidende Erlebnis?  Ich fühle mich vom Leben nicht gut genug darauf vorbereitet. 

Ich merke, wie ich nach Luft ringe und in die Schnappatmung übergehe. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Es will nicht in meinen Kopf, dass schöne Gewohnheiten, die zu meinem Leben gehören, nun einfach vorbei sein sollen. Dass plötzlich Menschen aus meinem Leben treten, weil deren Zeit gekommen war, will ich nach wie vor nicht realisieren. 

Ist das das Leben? Der Schmerz, den ich spüre?

Und es schließt sich die Tür und diesmal hab ichs im Gespür. 

Dolch ins Herz, sag mir spürst du ihn den Abschiedsschmerz?

Bis bald.

Eure Rox

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Let it go

Bei meinem heutigen Morgenlauf bin ich bei einem Waggon vorbeigelaufen, sofort stach mir die traurige Gestalt im gestreiften Pullover ins Auge. Ich fühlte mich angesprochen und plötzlich machten sich meine Gedanken selbstständig.

Sind wir nicht alle manchmal traurig und suchen wir nicht alle ständig nach dem Sinn des Lebens? Ich hatte keine Antwort auf das Graffiti gesucht, aber plötzlich kam mir das Wort „Loslassen“ in den Kopf.

Lass sie los, die negativen Gedanken.

Lass negative Menschen los, die dir nicht gut tun und nimm deine Hand aus derem festen Griff.

Lass die Zweifel los, die dich immer kleiner reden, als du bist. Du bist einzigartig und keiner kann dich ersetzen.

Lass den Gedanken los, alles müsse weiterlaufen, wie es ist. Fange an Eigenverantwortung für dein Leben zu übernehmen.

Lass sie los die Vergangenheit und gib deinen Wunden Zeit zu heilen, ohne sie andauernd wieder aufzureißen.

Lass sie los die Verpflichtungsgefühle, die du ständig für andere empfindest. Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich.

Lass los. Werde frei und lebe dein Leben.

Bis bald

Eure Rox

 

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My island of well-being

Bis vor einigen Wochen hab auch ich vieles für selbstverständlich gesehen, ich hatte meine Routinen entwickelt, hab zum Teil in den Tag hinein gelebt und viel zu selten Momente, die es im Nachhinein wert gewesen wären, richtig ausgekostet. Tja und dann kam Corona und Ausgangsbeschränkungen und plötzlich waren wir in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, durften unsere Liebsten nicht mehr sehen und unser soziales Leben wurde digital. Meine Abende sehen derzeit so aus, dass ich wie belämmert in mein Smartphone hineinlache um mich so mit meinen Freunden und meiner Familie auszutauschen.

Was ich für mich feststelle, ist, ich merke, was mir gut tut, mich bei klarem Verstand bleiben lässt und mich sowohl geistig als auch körperlich fit hält:

  • Die Ruhe der Natur: Ich liebe es am meisten neue Routen zu entdecken und Wälder laufend zu durchforsten
  • Das Laufen und auch die Weiterentwicklung in meinem Lieblingssport. Viele Turniere wurden storniert und das hat mir zum Teil den Ansporn oder kurzzeitig auch die Motivation genommen. Doch es dauerte nicht lange und der Schalter war wie umgedreht, ich möchte nun weitertrainieren und mich so konditionell weiterentwickeln als stünde der nächste Halbmarathon vor der Tür
  • Zeit für mich und für meine Gedanken: Yoga hilft mir abzuschalten und meinen Körper spüren zu lernen. Ich stelle aktuell noch fest, dass ich neue Routinen kreieren sollte, um eine gewisse Leichtigkeit in die Aktivität reinzubringen. Man sollte nicht das Gefühl haben, man müsste es heute machen sondern es ins eigene Leben integrieren
  • Auch das Lesen hilft mir in der jetzigen Zeit. Meine Amazon „Reading List“ wurde schon aufgestockt: um Biographien, Thriller oder auch Ratgeber – ich liebe es meinen Horizont zu erweitern, meine Fantasie mit den Geschichten aufleben zu lassen oder auch Neues zu lernen und mich weiterhin selbst zu „optimieren“

Ich bin der Meinung, dass die Macht der positiven Gedanken sehr unterschätzt wird, oft wird sie abgetan als „zu spirituell“ oder auch einfach nicht ernst genommen und belächelt. Die Situation, in der wir uns aktuell befinden, erleichtern wir uns wesentlich, indem wir eine positive Einstellung bewahren und großteils positive Gedanken hegen.

Ich hoffe, auch ihr entdeckt eure Insel der Glückseligkeit – achtet auf eure mentale Gesundheit.

Bis bald.

Eure Rox

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Erzwungene Pause

Wir müssen ständig funktionieren und erreichbar sein, befinden uns kaum im Hier und Jetzt, sondern stecken gedanklich bereits im nächsten Termin oder im Erfüllen der nächsten Aufgabe. Wäre es ein Videospiel, stelle ich mir einen Pacman vor, der Aufgaben frisst – also eine Art „Task Achiever“ der beim Maul Aufreißen, die Aufgabe auf der Liste abhakt und somit erledigt. Am Ende hast du gewonnen, beziehungsweise du kannst dem Pacman zusehen, wie er ins Burnout läuft.

Ich sitze auf der Couch, bei einer Tasse Tee und guter Musik – meine Gedanken sind klar und ich versuche zu ergründen, warum es mich diesmal erwischt hat und ich buchstäblich an die Couch gefesselt bin. Natürlich hab ich mir plausible Antworten dafür gegeben, die sich auch logisch anhörten und sicher auch dazu beigetragen hatten, aber ganz ehrlich war ich wohl doch nicht gewesen.

  • Habe ich zuletzt immer NEIN gesagt, wenn ich eigentlich wollte?
  • Habe ich genügend Erholungen in den Alltag integriert und auf mein Bauchgefühl geachtet?

Ich kann es mit einem klaren „Ich bin mir nicht sicher“ beantworten und gerade, wenn wir Zweifel daran haben, ist meist etwas Wahres dran.

Auch Gedanken können uns schleichend vergiften, haben wir Zukunftsängste oder kreisen unsere Gedanken auch in unserer Freizeit immer um dasselbe Thema ist das auf Dauer energieraubend und kräftezehrend.

Wie geht es mir jetzt?

Ich jammere, weil ich wieder gesund werden möchte und wieder meinen Alltag genießen möchte. Die Zeit der „Nutzlosigkeit“ möchte ich beenden, meine jetzige Situation könnte man mit einem Snackautomaten vergleichen, an dem ein Schild mit „Out of Order“ angebracht ist.

Nein, ganz im Ernst, ich habe aufgehört mich selbst zu bemitleiden – es gibt wahrlich keinen Grund dazu – und begonnen die Pause auszukosten, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, mein Netflix Abo voll zu nutzen und meinem Körper und Geist die Erholung zu gönnen.

Ich möchte zwar zukünftig selbst das „Out of Order“ Schild aushängen, aber wenn es zu meinem Besten ist, lass ich es auch einfach geschehen.

Bis bald, eure Rox.

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Mein Blumenstrauß an die „Freundschaft“

Als wir Teenager waren, wählten wir unsere Freunde aufgrund einiger weniger Faktoren aus: welche Musik man hörte, wer einem zuhörte, wenn einen die Eltern mal wieder nervten und mit wem man so richtig Spaß haben konnte. Unser Charakter war zwar grundlegend geformt, doch ging es auch meistens darum, jemanden zu finden, mit dem man sich gemeinsam selbst finden konnte.

Je älter wir werden, desto mehr Freunde verlieren wir, jene, die uns nicht gut tun, in unserer Entwicklung hemmen oder ganz andere Wege einschlagen. Plötzlich gibt es keinen Gesprächsstoff mehr, keine gemeinsamen Lebensziele, andere Prioritäten und Weltanschauungen. Man wird sich fremd und die Zeit gemeinsam fühlt sich fehl am Platz an. Es ist kein schönes Gefühl und man spürt meistens, wann es Zeit ist, sich zu lösen und den weiteren Weg ohne einander zu bestreiten.

Dann gibt es jene, die uns gut tun, die wir uns aus unserem Leben nicht mehr wegdenken können, unsere leuchtenden Laternen am Weg, ohne die wir im Dunkeln tappen und verängstigt und unsicher einen Schritt vor den anderen setzen würden.

Im Laufe der Jahre steht ihr euch in vielen Lebenssituationen bei und stärkt euch gegenseitig. Ihr träumt miteinander, lacht, trauert, feiert, philosophiert bis in die Nacht hinein und am aller wichtigsten ihr begleitet eure Leben.

Auch wenn ihr verschieden seid, ist es umso spannender, von einander zu lernen. Gemeinsam werdet ihr reifer, klüger, selbstbewusster und mutiger. Oft muss man sich zusammenraufen, man verliert sich für kurze Momente am dunklen Weg, muss die  Taschenlampe als Überbrückung einsetzen, aber man findet trotz allem wieder zu einander.

Ich finde es fast ein wenig schade, dass wir nicht einen offiziellen Tag der Freundschaft ernennen, der dazu dient, uns bei all unseren Laternen, zu bedanken, die uns den Weg ausleuchten und zwar bei Wind und Wetter.

Am heutigen Valentinstag denke ich an alle jene Frauen, die mich in meinem Leben mit ihrem Wesen, ihrer Liebe und ihrer Offenheit beeinflusst haben. Danke, dass es euch gibt.

Eure Rox

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Wenn Kapitel leise enden…

In letzter Zeit denke ich öfters über das Älterwerden nach und wie sich unsere Leben ab und an leise und heimlich ändern. Manches Mal passiert das schleichend, ein anderes Mal von heute auf morgen.

In vielen Momenten der Vergangenheit hätte ich gerne zuvor gewusst, dass dies das letzte Mal war, dass ich diesen Moment so erlebt hatte. Eine kurze Durchsage wie am Zugbahnsteig hätte gereicht, um mich kurz zu informieren und auf eine neue Ära vorzubereiten.

Was hätte sich dadurch geändert?

  • Ich hätte den Moment mit Haut und Haaren genossen, voll ausgekostet und an nichts anderes gedacht
  • Alle meine Sinne hätte ich aktiviert, um die Situation als lebendige Erinnerung abzuspeichern, die ich immer wieder aufrufen konnte

Ein wenig wehmütig stelle ich fest, dass beispielsweise die Zeit, vor genau 10 Jahren, die damalige Lebenssituation, die Unbeschwertheit und die Tatsache, dass man all seine Lieben noch beisammen hatte, vorbei war und nie wieder zurückkehrte. Früher floss all unsere Energie in unsere Trotzphasen, in diese oder jene Eifersuchtsattacke oder aber auch in unsere Selbstfindungsphase, die so schnell nicht enden würde. Man besuchte beispielsweise seine Großeltern, doch genoss die Zeit nicht in vollen Zügen, zu verlockend war es, Freunde zu treffen und auszugehen.

Viele im Freundes- und Bekanntenkreis starten ihre eigenen Familien zu gründen und wieder steht die nächste Veränderung vor der Tür. Adieu spontane Treffen, adieu „Wir tun, was uns gefällt und wann wir es möchten“ Attitüde und adieu Kurzurlaube im Süden, bei denen wir ausgelassen mit dem Cocktail am Strand saßen.

Ich werde älter und viele Kapitel gehen zu ende, die Kunst ist es, in jedem Abschnitt authentisch und glücklich zu leben. Ab und zu mit einem lächelnden Auge daran zurück zu denken oder gar melancholisch zu werden, ist denke ich in Ordnung 😉 Leben ist Veränderung und kein Stillstand. Wir sollten uns auch von dem Gedanken verabschieden, dass wir volle Kontrolle über unsere Leben haben. All jenes, das nicht von uns beeinflusst werden kann, sollten wir lernen zu akzeptieren und alles andere haben wir zum Großteil selbst in der Hand: Was wir denken, wie wir handeln und was wir dabei fühlen.

Bis bald.

Eure Rox

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Power of the Pack – die Macht des Frauenrudels

Es ist ein Klischee und dieses bewahrheitet sich leider viel zu oft. Eine Gruppe von Frauen, die die Köpfe zusammenstecken und mit schneidenden Blicken ihr Opfer begutachten und es regelrecht in Gedanken zerfleischen. „Seht euch die an, die denkt doch sie wäre etwas Besseres“, das sind nur wenige der Sätze, die wir oberflächlich vor uns hin denken oder gar oft aussprechen. Warum müssen wir uns immer vergleichen und mit anderen messen? Warum müssen wir immer den Wettbewerbsgedanken mit uns tragen?

Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass wir Frauen uns etwas Gutes tun, wenn wir uns gegenseitig ermutigen, Komplimente machen, zuhören und auch die jeweiligen Schwächen annehmen. Doch das war nicht immer so, vor etlichen Jahren hatte ich beruflich mit einer Frau zu tun, die nichts als Neid und Missgunst empfand und bei jeder Gelegenheit versuchte, mich schlecht dastehen zu lassen, wurde ich gelobt oder befördert, fand sie dafür nur abwertende Worte oder versuchte mich bei meinem damaligen Chef schlecht zu machen. Dieses Verhalten hat lange an mir genagt und mich unsicher werden lassen. Die Situation war neu für mich, da ich mich mit meinen Arbeitskollegen gut verstand und bei unterschiedlichen Meinungen immer meine diplomatischen Fähigkeiten anwandt. Ich verstand nicht, was sie gegen mich hatte und noch weniger verstand ich, warum sie nicht damit aufhörte mich fertig zu machen. Irgendwann ging mir ein Licht auf und ich realisierte, dass sie nur mit sich selbst unzufrieden war und unsicher, da war etwas an mir oder in meinem Leben, das sie gerne hätte und so äußerte sie ihren Unmut. Als ich damals gekündigt hatte, habe ich lange mit dem Gedanken gespielt, mit ihr das Gespräch zu suchen und ihr meine Sicht der Dinge darzulegen, aber so schnell der Gedanke aufkam, so rasant war er auch wieder abgebogen – es hätte ja doch nichts gebracht, sie hätte es nicht verstanden und noch weniger zugegeben, dass ich Recht mit meiner Annahme hatte. Sie lief weiter mit ihrer Fassade durch die Gegend und das würde sie sicher nicht wegen eines Gesprächs mit mir aufgeben.

Heute sehe ich, wie ich mich fühle, wenn ich Lob oder konstruktives Feedback von Kolleginnen erhalte, an dem ich wachsen kann. Ich wiederum versuche es auch gleich zu tun. Auch im Privatleben sollten wir danach streben, die Schwester und die besten Freundinnen dicht bei uns zu halten. Lasst uns von einander lernen und lasst uns gemeinsam besser werden. Es ist doch viel schöner unsere Energie auf schöne Dinge zu richten 🙂

Bis bald.

Eure Rox.

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Wie wir uns wehren abzustumpfen

Je älter wir werden, desto dicker wird die Haut, manch einer hat begonnen sich Stacheln wachsen zu lassen, die sich ab und an zeigen und meistens dann auch jene Menschen verletzen, die oft nur Gutes im Sinn hatten. Je mehr wir enttäuscht werden und Ungerechtes am eigenen Leib erfahren oder um uns herum wahrnehmen, desto abgebrühter werden wir. Unlängst habe ich mich gefragt, ob ich das möchte? Mache ich mir damit selbst einen Gefallen, anderen zu misstrauen und permanent ans Schlechte und Negative im Menschen zu denken?

Mit der Masse oder gegen den Strom?

Ich habe die Antwort auf die Frage für mich gefunden und sie ist – so wie vieles im Leben – eher ein Mittelding zwischen „Ich bin vorsichtig“ und „ich verteufle nicht gleich alles und jeden“. Eine Situation kann nicht immer 1:1 mit einer anderen verglichen werden und muss oft auch erst analysiert werden um angepasst darauf reagieren zu können. Gerade das Leben in der Großstadt lässt einen irgendwann anders werden, man wird zum Großstadtmenschen – eine Spezies, die eher ablehnend und ignorant durchs Leben geht. Menschen, die lächelnd in der U-Bahn stehen, werden als verrückt abgestempelt und gemieden – ja nicht Blickkontakt wechseln und um Himmels Willen schon gar kein Gespräch beginnen.

Seit ich zumindest 5 Tage die Woche in der Großstadt lebe und mir dieses abgebrühte Verhalten eher widerstrebt, kämpfe ich gegen meine schleichende Verwandlung an. Nein, ich möchte nicht schnaubend in der U-Bahn stehen und um mich herum alle mit schneidenden Blicken töten – Nein, das widerstrebt mir und entspricht nicht meinem Wesen. Stattdessen wundere ich mich, warum es komisch oder eigenartig eingestuft wird, wenn man zum Beispiel einer Wildfremden sagt, dass sie eine hübsche Tasche trägt oder ihr die Frisur optimal stehe. Schade, dass sich diese positiven Züge nicht durchgesetzt haben, denn es sind wie immer im Leben die kleinen Dinge, die doppelt geschätzt werden. Ich starte meinen Tag wesentlich fröhlicher und ausgeglichener, wenn ich mir 45 Minuten für einen Pre-Work-Lauf genommen habe oder ich eine humorvolle Unterhaltung in der U-Bahn mitbekommen habe und ich grinsend Blickkontakt wechsle, der dann auch noch in positiver Weise erwidert wird.

Sich über kleine Dinge im Leben freuen zu können, bedarf eigentlich nicht viel aber doch zumindest der Auseinandersetzung mit sehr mächtigen Begriffen (Vergangenheit, Glück, Wer bin ich), der man sich erst einmal stellen muss. Ich selbst habe meine „Schatzkiste“ sozusagen auch erst dann ausgegraben, als ich begonnen habe mehr Bewegung zu machen und mich intensiv mit meinen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen.

Wie lernst du dich über ein Herz in einer Walnuss zu freuen? 🙂 

  • Lerne für den Moment aufgeschlossen zu sein und verweile nicht zu oft in den Negativ-Spiralen, die sich in deinem Kopf abspielen.
  • Lerne mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, vermeide den Tunnelblick
  • Sei aufgeschlossen, tausche dich mit anderen aus und versuche von anderen zu lernen
  • Sei mutig und entwickle dich stetig weiter; bleibt nicht immer in deiner Komfortzone
  • Sei gut zu dir und pflege die Beziehung zu dir selbst. Tu dir Gutes und achte darauf, dass du glücklich bleibst

Die Liste könnte ich glaube ich ewig weiterführen, dieses Thema liegt mir sehr am Herzen, denn am Ende sind es immer die kleinen Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder uns mit dem Moment verschmelzen lassen.

Bis bald.

Eure Rox

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Abhaken und gut fühlen

Es ist Freitag 15 Uhr, das letzte Häkchen auf der To Do Liste wurde gemacht, du fühlst dich gut, das Wochenende hast du dir verdient. Kurzer Blick auf deinen privaten Kalender, mal gucken was so ansteht die nächsten 48 Stunden Freiheit.

Du hetzt dich zum Weihnachtsshopping, kramst nach der Liste auf der sich alle Wünsche befinden und hakst sie gedanklich nach und nach ab. Anschließend erledigst du den Einkauf damit du die nächsten 48 Stunden keine Gedanken an lästige Pflichten wie Lebensmitteleinkäufe verschwenden musst.

Nach 2 Stunden kommst du kaputt zu Hause an wo die Haushalts-To-Do Liste auf dich wartet. Genau hier ist der Punkt wo ich mich frage ob es überhaupt ein Leben ohne diese lästigen Aufgabenlisten gibt. Mir scheint wir finden sie in jedem Bereich wieder und wir sind gewohnt sie abzuarbeiten wie wir es auch als anständige Angestellte gelernt haben. Ich hab ein wenig gemischte Gefühle, einerseits brauche ich diese Ordnung und Struktur so habe ich das Gefühl ich behalte die Kontrolle und andererseits fühle ich mich gefangen und ständig getrieben. Wo bleibt die Flexibilität und Spontanität? Wo bleibt das im Hier und Jetzt Leben, wenn alles immer geplant ist und sogar oft mit Dauer versehen weil man sonst zum nächsten Termin zu spät erscheinen würde?

Wäre ein Leben ohne To Do Listen Anarchie oder fahrlässig oder gar chaotisch und kopflos? Vielleicht macht es uns auch glücklicher? Ich spiele mit dem Gedanken es mal wieder für ein Wochenende auszuprobieren so ganz ohne Pläne und Verpflichtungen.

Es ist Arbeit und gar nicht so einfach sich nicht von der erlebnissüchtigen und leistungsgetriebenen Gesellschaft mitreißen zu lassen. Sich zu beugen ist jedoch für mich auch keine passable Alternative, man brennt auf kurz oder lange aus. Wir müssen nichts was wir nicht möchten und sich nicht richtig anfühlt. „It’s ok to not do it all“

Eure Rox

Foto: Stacie Swift (instagram @stacieswift)

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„Be a good person but don’t waste time to prove it“ (Manas Disoriya)

Haben wir es nicht alle schon mal erlebt? Wir blicken in enttäuschte Gesichter, wir werden mit Distanz bestraft oder mit schnippischen Aussagen beworfen? Instinktiv kommen bei uns Selbstzweifel auf, wir haben das Gefühl etwas Falsches getan zu haben. Daraus wird oft schlussgefolgert: „Ich bin kein guter Mensch.“ Manch einer reflektiert, andere wiederum haben wohl bei der Geburt ein bisschen zu viel Selbstvertrauen in die Wiege gelegt bekommen und stellen nicht einmal annähernd das eigene Verhalten in Frage. Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt, ist: Wollen wir uns selbst als eine gute Person betrachten oder dass unsere Mitmenschen uns für eine halten?

Der Mensch sehnt sich nach Bestätigung und Wertschätzung. Ist uns jemand wohlgesonnen, könnte es im weitesten Sinne bedeuten, dass wir als guter Mensch gesehen werden. Sätze wie: Ich bin okay, ich bin ein guter Mensch“ fühlen sich für uns gut an und für viele Menschen ist es das Non-Plus-Ultra ein guter Mensch zu sein und sich am Ende des Tages im Spiegel betrachten zu können und sich nicht zu wünschen jemand anders zu sein.

  • Warum reicht uns oftmals nicht unsere eigene Beurteilung aus, um uns innerlich zu loben oder uns im geistigen Auge einen Orden zu verleihen für eine spezielle Handlung?
  • Warum ist es nicht „gut“ und nicht gern gesehen, natürlichen Egoismus anzuwenden und sich bewusst Zeit für sich selbst zu gönnen und andere hinten anzustellen?
  • Warum fühlt es sich für uns oft nicht „gut“ an Entscheidungen zu treffen, die unserem seelischen Gleichgewicht gut tun? Warum wird dieses Verhalten oft als egoistisch und schlecht dargestellt? Für mich wird die Zeit mit mir selbst immer knapper und gleichzeitig immer wertvoller.

Die Antwort auf meine Fragen ist eigentlich ganz simpel: Weil wir der Bestätigung von Außen mehr Gewicht geben, wir harmoniebedürftig sind, nicht anecken wollen und als „gut“ betrachtet werden wollen, koste es was es wolle, selbst, wenn wir uns selbst hinten anstellen und unsere seelische Balance gefährden.

Je älter ich werde, desto mehr beschäftige ich mich mit dem Thema ‚Selbstreflexion‘, dabei stelle ich auch immer wieder fest, dass diejenigen, die es bitter notwendig hätten ihr Verhalten zu hinterfragen, meist die Menschen sind, die mit Scheuklappen herumlaufen und sich wundern, warum die Welt voller Idioten ist.

Bis bald,

Eure Rox.