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Fließen vs. Frieren

Er ist charmant, ein Gewinnertyp, sein Lächeln und seine Ausstrahlung sind phänomenal, fast wie nicht von dieser Welt. Jeder ist gerne in seiner Nähe. Du hast ihn bestimmt auch schon einmal getroffen …

Den Flow: ein Zustand, in dem Gedanken, Taten, Glückshormone und Gefühle einfach fließen, und zwar fast wie von Geisterhand. Das Enttäuschende daran – Nichts kann diesen Zustand erzwingen oder gar künstlich hervorrufen.

Wie trifft man ihn an?

Authentizität und dich als Person zu kennen, mit all deinen Ecken und Kanten und zu dir stehen ist mit Sicherheit eine wichtige Voraussetzung. Du solltest wissen, was dir Spaß bereitet und bei welchen Tätigkeiten, du die Welt um dich rum vergisst und du keinen Gedanken an Später oder Morgen verschwendest.

Und ihn hast du mit Sicherheit auch schon einmal getroffen:

Meistens, wenn es dir komplett ungelegen kommt, taucht er auf – er ist arrogant, unhöflich und unsympathisch und er bringt dich komplett aus der Fassung. Dein Herz beginnt zu rasen, du wirst hektisch, kannst keinen klaren Gedanken fassen und beginnst Fehler zu machen.

Es fließt nicht mehr. Du steckst fest. Der Freeze Zustand: du fühlst dich wie versteinert, unwohl, verloren, der Weg ist holprig, du empfindest keine Freude und beginnst mechanisch Aufgaben abzuarbeiten. Du fühlst nichts und hörst auch nicht in dich hinein. Verzweiflung, Enttäuschung, Wut, Resignation, viele Emotionen können aufkommen, denn wir haben gelernt einfach zu funktionieren, es zu erledigen ohne es überhaupt näher zu bewerten.

Der Flow Zustand ist keiner, der sich einstellt, wenn du ihn auf Knien anflehst. Lediglich die Voraussetzungen müssten von uns erfüllt werden. Er hat viel zu bieten. Er erhellt unseren Geist, lässt uns aufblühen und uns innerlich umarmen.

In diesem Sinne: Let it flow 🙂

Alles Liebe, Rox

Foto Credit: Pixabay: Zazu70

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Mehr Meer sehen

Es ist ein heißer Tag auf der Insel, die Sonne strahlt und begrüßt uns mit einem hellen Guten Morgen – ich stehe auf, ein Blick auf die Uhr ist nicht notwendig. Heute steht nichts an, außer glücklich sein und in den Tag hineinleben. Der Alltag ist deaktiviert und Freude und Flexibilität sind dabei, unsere kleine Welt zu erobern. Mein Plan für den Vormittag? Gemütlich frühstücken, die Insel erkunden und mit einer Wanderung den Nachmittag abschließen. Der Abschluss des Tages? Ein schickes Restaurant fürs Abendessen aufsuchen und in die laue Sommernacht bei einem Abendspaziergang eintauchen. Es fehlt uns an nichts und uns gehts gut.

Wehmütig denke ich an dieses „Urlaubsgefühl“ zurück und frage mich, warum es uns so schwer fällt, unseren Alltag mit einer Prise dieser Einstellung zu würzen? 

Mir kommt gerade eine Begegnung vor ca. einem Monat mit einer Zugbegleiterin in den Sinn. Besonders beim Zug Fahren, merke ich mir positive und angenehme Begegnungen, denn zumeist wird man am Morgen nicht mit allzu großer Freundlichkeit beschenkt. Sie öffnete das Abteil, blieb stehen, blickte aus dem Fenster und sprach zu uns vier Damen: „Sehen Sie sich dieses Bild an, der Sonnenaufgang – ist das nicht ein wahnsinnig schöner Anblick? Als wäre das Meer in der Ferne bereits wage zu erkennen.“ Sie blieb stehen, genoss den Moment und ließ uns gemeinsam mit ihr in die Welt der Fantasie abtauchen. Noch lange nachdem Sie das Abteil verließ, lächelte ich und fand die Vorstellung schön, im Hier und Jetzt das Meer zu erblicken. 

Wir sind es gewohnt, dass unser Berufsleben uns alles abverlangt. Mindestens 40 Stunden die Woche wird geschuftet, Erwartungen werden erfüllt und der Stress wird  aufgesogen … Wann ist endlich Freitag?

Der Feierabend wird auch nicht für uns genutzt, da es genügend Rollen gibt, die wir außerhalb der Arbeit inne haben: Wir sind Mütter, Partnerinnen, Freundinnen, Kinder – und in viele dieser Rollen schlüpfen wir und meistens bereits innerhalb eines Abends.

Uns bleiben oft nur 3-5 Stunden des Tages, um uns um Alltägliches zu kümmern, aber auch um den Abend ausklingen zu lassen und es uns gut gehen zu lassen. Wobei – wenn wir ehrlich sind – letzteres ist für viele unter uns gleichzusetzen mit: Wir lassen uns völlig erledigt und gestresst auf die Couch fallen und starren teilnahmslos in den Fernseher, bis uns die Augen signalisieren, dass es Zeit wird, für unsere tägliche Schlafdosis. Ist das gesund? Definitiv nicht.

Wir haben gelernt mit Stress umzugehen und zu funktionieren und zwar auf höchstem Niveau und unter Hochdruck. Nach einem anstrengenden Arbeitstag gibt es kein Ausrasten und Runterfahren – das können wir uns nicht leisten, bzw. gelingt die Vollbremsung oft nicht mehr.

Wo hin mit all dem Stress? Stress ist Gift für unseren Körper, der ihn non-stop in Alarmbereitschaft versetzt und wir müssen Wege finden, um ihn aus unserem angreifbaren System zu leiten.

Eventuell bilde ich es mir mittlerweile ein, aber wenn ich einen stressigen Tag habe, dann schreit mein Körper förmlich nach Bewegung. Ich bekomme Kopfweh, bin gereizt und unruhig und meine Füße beginnen zu kribbeln. „Los, raus mit dir.“

Wie sehen unsere Wochenenden aus? Tja, ich persönlich habe mir angewöhnt, viele Tätigkeiten aufs Wochenende zu schieben, denn da hab ich ja Zeit dafür. Diese Verhaltensweise hinterfrage ich aktuell. Alles mit Maß und Ziel sollte die Devise sein – klar, wird vieles am Wochenende erledigt, aber es sollte zumindest Zeitfenster geben, die wir nur uns und unseren Interessen widmen. Kopf ausschalten und einfach nur sein.

Lange Zeit war es auch für mich so – ich habe auf den nächsten Kurztrip oder die nächste Reise ungeduldig hingefiebert. Nun hat uns Corona seit fast einem Jahr fest im Griff und ich beginne dieses Konzept zu hinterfragen. Plötzlich gibt es ganz VIEL von MIR und UNS. Wie möchten wir unsere Tage verbringen? Was macht uns Spaß und womit vertreiben wir uns am liebsten die freie Zeit?

Es wird Zeit, dass wir unsere Leben und unseren Alltag neu genießen lernen. Wozu immer auf den nächsten Urlaub warten? Machen wir das nächste Meer für uns sichtbar 🙂

Alles Liebe, eure Rox