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Blumiger Duft sagt Hallo

Kennst du das Gefühl, langsam kriecht dir ein betörender, frischer und blumiger Duft in die Nase, der sich vertraut anfühlt und dir ein gutes Gefühl vermittelt? Die letzten Wochen habe ich ihn immer mal wieder wahrgenommen, doch so schnell er da war, entwich er mir auch wieder.

Bereits im Frühling und im Sommer letzten Jahres begann ich sensibel auf den Duft zu werden. Ich wusste nicht, wie ich ihn einordnen soll, nicht was er zu bedeuten hatte, noch wie ich angemessen darauf reagieren konnte. Wurde ich aufgefordert zu handeln? Als ich mich langsam an den Geruch gewöhnte, entschwand er mir wieder.

10 Tage ist es nun her, dass er permanent an mir klebt, ich rieche gut und mein Umfeld stellt dies ebenso fest. „Du wirkst verändert und glücklich“ Ja das bin ich und ich bin froh, dass ich das auch ausstrahle.

Der Duft der Veränderung hatte mich besucht, kroch durch die Nase in mein Innerstes und begann dort die Chemie wirken zu lassen. Wie ein Zauber wirkt er und sortiert vieles in uns neu.

Wann hast du diesen Duft zuletzt aktiv wahrgenommen? Hast du ihn ernst genommen und an dir gehalten oder ihn wieder verloren?

Alles Liebe, eure Rox ❤

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Follow the sun

Dieses Bild verbinde ich mit einer sehr starken Erinnerung aus dem letzten Jahr. Es war Juni und ich fühlte mich ausgelaugt, traurig, schwach und leer. Ich wollte einfach weg, raus aus dem Chaos, abschalten und zu mir finden.

Diese Erinnerung verbinde ich mit einer sehr nährenden Emotion, die ich auch jetzt noch fühle, wenn ich das Bild betrachte.

Folge der Sonne:

  • Es ist ok zu fallen, wenn du wieder gestärkt aufstehst
  • Es ist der Lauf des Lebens, verspüre Dankbarkeit für all die positiven Erinnerungen, die du mit dir trägst
  • Das Leben ist zu schön und kostbar, um es nicht zu genießen und wertzuschätzen
  • Bleib stark, kopiere niemanden, sei du selbst und verfolge deinen Weg

Ich lauschte dem Meeresrauschen, schloss meine Augen und spürte die Wärme der Sonne, die mein Gesicht umgab. Ich spürte Zuversicht für all das, was noch kommen mochte. Mit einer großen Portion Mut möchte ich positiv in die Zukunft schreiten.

Bis dann, alles Liebe

Eure Rox

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Wie wir uns wehren abzustumpfen

Je älter wir werden, desto dicker wird die Haut, manch einer hat begonnen sich Stacheln wachsen zu lassen, die sich ab und an zeigen und meistens dann auch jene Menschen verletzen, die oft nur Gutes im Sinn hatten. Je mehr wir enttäuscht werden und Ungerechtes am eigenen Leib erfahren oder um uns herum wahrnehmen, desto abgebrühter werden wir. Unlängst habe ich mich gefragt, ob ich das möchte? Mache ich mir damit selbst einen Gefallen, anderen zu misstrauen und permanent ans Schlechte und Negative im Menschen zu denken?

Mit der Masse oder gegen den Strom?

Ich habe die Antwort auf die Frage für mich gefunden und sie ist – so wie vieles im Leben – eher ein Mittelding zwischen „Ich bin vorsichtig“ und „ich verteufle nicht gleich alles und jeden“. Eine Situation kann nicht immer 1:1 mit einer anderen verglichen werden und muss oft auch erst analysiert werden um angepasst darauf reagieren zu können. Gerade das Leben in der Großstadt lässt einen irgendwann anders werden, man wird zum Großstadtmenschen – eine Spezies, die eher ablehnend und ignorant durchs Leben geht. Menschen, die lächelnd in der U-Bahn stehen, werden als verrückt abgestempelt und gemieden – ja nicht Blickkontakt wechseln und um Himmels Willen schon gar kein Gespräch beginnen.

Seit ich zumindest 5 Tage die Woche in der Großstadt lebe und mir dieses abgebrühte Verhalten eher widerstrebt, kämpfe ich gegen meine schleichende Verwandlung an. Nein, ich möchte nicht schnaubend in der U-Bahn stehen und um mich herum alle mit schneidenden Blicken töten – Nein, das widerstrebt mir und entspricht nicht meinem Wesen. Stattdessen wundere ich mich, warum es komisch oder eigenartig eingestuft wird, wenn man zum Beispiel einer Wildfremden sagt, dass sie eine hübsche Tasche trägt oder ihr die Frisur optimal stehe. Schade, dass sich diese positiven Züge nicht durchgesetzt haben, denn es sind wie immer im Leben die kleinen Dinge, die doppelt geschätzt werden. Ich starte meinen Tag wesentlich fröhlicher und ausgeglichener, wenn ich mir 45 Minuten für einen Pre-Work-Lauf genommen habe oder ich eine humorvolle Unterhaltung in der U-Bahn mitbekommen habe und ich grinsend Blickkontakt wechsle, der dann auch noch in positiver Weise erwidert wird.

Sich über kleine Dinge im Leben freuen zu können, bedarf eigentlich nicht viel aber doch zumindest der Auseinandersetzung mit sehr mächtigen Begriffen (Vergangenheit, Glück, Wer bin ich), der man sich erst einmal stellen muss. Ich selbst habe meine „Schatzkiste“ sozusagen auch erst dann ausgegraben, als ich begonnen habe mehr Bewegung zu machen und mich intensiv mit meinen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen.

Wie lernst du dich über ein Herz in einer Walnuss zu freuen? 🙂 

  • Lerne für den Moment aufgeschlossen zu sein und verweile nicht zu oft in den Negativ-Spiralen, die sich in deinem Kopf abspielen.
  • Lerne mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, vermeide den Tunnelblick
  • Sei aufgeschlossen, tausche dich mit anderen aus und versuche von anderen zu lernen
  • Sei mutig und entwickle dich stetig weiter; bleibt nicht immer in deiner Komfortzone
  • Sei gut zu dir und pflege die Beziehung zu dir selbst. Tu dir Gutes und achte darauf, dass du glücklich bleibst

Die Liste könnte ich glaube ich ewig weiterführen, dieses Thema liegt mir sehr am Herzen, denn am Ende sind es immer die kleinen Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder uns mit dem Moment verschmelzen lassen.

Bis bald.

Eure Rox

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Die Prophezeiung des Glückskeks

„Na mach ihn schon auf“ – die Augen meiner Freundin taxieren meine Finger wie ich vorsichtig den Glückskeks öffne, sie ist wohl genau so neugierig wie ich, was das neue Jahr für mich denn laut dem Glückskeks so alles bereithält. Ich lese den Satz, halte inne, grinse und lese ihn anschließend nochmals laut vor. Innerlich wische ich mir den Schweiß von der Stirn und bin erleichtert, dass die Prophezeiung so neutral ausfiel. „Genießen Sie eine Woche auf Wolke sieben“ lautete mein Satz für 2018. Im Nachhinein betrachtet, muss ich mir eingestehen, dass der Mensch eigenartig ist, warum interessiert uns denn was ein industriell hergestellter Glückskeks mit zufällig vorgedruckten Sätzen uns zu sagen hat? Theoretisch nichts, aber wenn der Satz gut ausfällt, sind wir zufriedener.

Warum benötigen wir einen Glückskeks der uns vorhersagt, wie das kommende Jahr wird?

Meiner Meinung nach, benötigen wir etwas zum Festhalten, am besten eine Bestätigung. Im Idealfall natürlich nicht in der Form eines Glückskeks. Die Vorsätze werden oft zu vorschnell wieder verworfen. Das Bild in der Gesellschaft ist auch sehr negativ geprägt, es hat oft den Anschein, als dürfte man seine Vorsätze nicht halten.

Wir sollten bereits in den letzten Monaten des Vorjahres in uns gehen und gedanklich an den Vorsätzen fürs nächste Jahr arbeiten. Bei mir gab es immer wieder 2-3 Themen, die sich wiederholten. Sie störten mich innerlich und ich weiß, dass ich sie für meinen Seelenfrieden ändern muss bzw. lernen muss, sie zu kontrollieren.

Wie gelangen wir zu unseren Zielen und wie erreichen wir sie?

Ich möchte es mir am ehesten mit einem Bild verinnerlichen. Die Ziellinie in Rot stellt das Ende des Jahres 2018 dar und wir stehen aktuell im Startbereich, rücken unsere Kleidung zurecht, schnüren die Laufschuhe fester und bereiten uns mental auf den Start vor. Laufen wir am Beginn zu schnell weg, geht uns bereits nach 40 Minuten die Puste aus, das würde bedeuten, wir verlieren ab der Hälfte des Laufs an Tempo. Starten wir gemächlich, so wie es uns gut tut und wir auch noch die Umgebung und die Natur genießen können,  haben wir bei der Mitte immer noch die Möglichkeit einen Zahn zuzulegen.

Mir hat es geholfen, mir klar zu werden, was mir in Themen wie: Arbeit, Sport, Ernährung, Beziehungen, Freizeit, etc. wichtig ist und mir jeweils kleine, messbare Ziele zu definieren – aber es soll ja nicht ausarten und basiert natürlich auch alles auf Freiwilligkeit 😉 – es gibt kein Richtig oder Falsch. Nach ein paar Wochen sollten wir mal reflektieren, ob wir uns noch am richtigen Weg zu unseren neu gesetzten Zielen befinden. Vielleicht sind wir aber auch so frei, den RESET Knopf im Februar zu drücken und wir definieren neue Ziele, weil wir im alten Jahr nicht klar dachten und zu viel Sekt intus hatten 😉

Mal sehen, was uns das neue Jahr bringt.

Wünsche euch allen alles Gute im Jahr 2018.

Eure Rox

 

 

 

 

 

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Loslassen geht vielleicht doch einfacher, als gedacht?

Ich möchte eine Geschichte mit dir teilen. Ich suche und lese gerade sehr viele Geschichten und Bücher zum Thema „geduldig sein“, „akzeptieren“, „zufrieden sein, mit dem was man hat“. Dabei bin ich auf diese wunderschöne Geschichte gestoßen, die bei mir ein kleines Aha-Erlebnis ausgelöst und mich daduch ein ganzes Stück weitergebracht hat auf meinem Weg. Vielleicht schafft sie es ja bei dir auch, ich denke schon 🙂 PS: Es zahlt sich aus bis zum Ende zu lesen 🙂

Aus dem Buch „Der Elefant, der das Glück vergaß“ (sehr empfehlenswert kann ich euch sagen!) von Ajahn Brahm (Lotos Verlag, 17. Auflage). Die Geschichte „Alte Mönche lügen nicht“ S 40-47:

***

Ein alter Wandermönch klopfte an die Tür der Kate eines armen Bauern. Da dieser ein gläubiger Buddhist war, bot er dem alten Mönch etwas zu essen und ein Obdach in der Nähe an, obwohl er und seine Familie selbst so gut wie nichts besaßen.

„Ich kann Euch auf einer ruhigen Wiese am Fluss eine einfache Hütte bauen, Ehrenwerter Herr, und meine Frau wird glücklich sein, Euch mit Nahrung versorgen zu dürfen. Alles, was wir dafür erbitten, ist, dass Sie uns lehren und hin und wieder bei der Meditation anleiten.“

Der alte Mönch war einverstanden. Im Laufe der folgenden drei Monate gewannen der Bauer, seine Frau und sogar die Kinder diesen weisen, freundlichen Mann lieb. So sehr, dass die ganze Familie zu weinen begann und ihn zum Bleiben drängte, als der alte Mönch mitteilte, er müsse nun wieder aufbrechen.

„Ich kann nicht länger bleiben“, sagte der alte Mönch. „Weil ich euch aber alle so gut um mich gekümmert habt, würde ich mich gerne revanchieren. Vor ein paar Tagen habe ich in tiefer Meditation einen riesengroßen Schatz gesehen. Den könnt ihr euch holen. Bitte hört mir jetzt gut zu. Wenn ihr euch genau an meine Anweisung haltet, werdet ihr nie mehr arm sein.“

Alle hörten auf zu weinen und lauschten, was der Mönch zu sagen hatte. Sie glaubten ihm, denn alte Mönche lügen nicht.

„Stellt euch bei Morgengrauen mit Bogen und einem einzigen Pfeil auf die Schweille eurer kleinen Kate. Richtet den Bogen auf die aufgehende Sonne aus und lasst den Pfeil in dem Moment los, in dem sie am Horizont auftaucht. Wo er hinfällt, dort werdet ihr den Schatz finden.“

Noch am selben Abend brach der Mönch auf. Am nächsten Morgen war die ganze Familie so aufgeregt, dass alle schon weit vor Tagesanbruch aufstanden. Mit seinem Bogen und einem einzigen Pfeil stellte sich der Bauer auf die Schwelle des kleinen Kate, seine Frau nahm den Sparten zur Hand. An diesem Morgen schien die Sonne eine Ewigkeit zu brauchen, bis sie über dem Horizont aufging. Als es dann aber endlich so weit war, schoss der Bauer den Pfeil in ebendiese Richtung und alle rannten ihm nach. Als sie die Stelle erreicht hatten, an dem er auf den Boden gefallen war, forderte der Bauer seine Frau auf, ein Loch zu graben. Tiefer und immer tiefer buddelte sie. Worauf sie stieß? Auf gar nichts. Nur auf Ärger. Der Pfeil war nämlich auf dem Acker eines reichen Mannes gelandet, der sie prompt dort erwischte.

„Du kannst doch nicht einfach ein Loch auf einem Grundstück graben, das dir nicht gehört“, brüllte der Reiche die arme Frau an. „Ich werde dich verklagen! Im Gefängnis wirst du landen.“

„Er ist schuld“, verteidigte sich die Frau und deutete auf ihren Mann. „Er hat gesagt, ich soll hier graben.“ „Der alte Mönch ist schuld“, entgegnete der Mann. „Er hat uns versprochen, dass wir hier einen Schatz finden.“ „Ein alter Mönch?“ Die Neugier des Reichen war geweckt. „Nun, alte Mönche lügen nicht. Was genau hat er gesagt?“

„Stellt euch bei Morgengrauen mit dem Bogen und einem einzigen Pfeil auf die Schwelle eurer kleinen Kate. Richtet den Bogen auf die aufgehende Sonne aus und lasst den Pfeil in dem Moment los, in dem sie am Horizont auftaucht. Wo er hinfällt, dort werdet ihr den Schatz finden.“

Nachdem er die Anweisung des alten Mönchs vernommen hatte, rief der Reiche aus: „Ah, jetzt weiß ich, was da schiefgegangen ist. Schau dich doch an, Bauer. So schlecht genährt, wie du bist, hast du doch gar nicht genug Kraft, um einen Pfeil so abzuschießen, wie es sich gehört. Ich mache dir einen Vorschlag: Morgen früh komme ich zu eurer Kate, lasse den Pfeil fliegen, und wenn wir den Schatz finden, machen wir halbe-halbe.“

Dem Bauern blieb nichts anderes übrig als zuzustimmen. Also stand der Reiche am nächsten Morgen mit Pfeil und Bogen auf der Schwelle der kleinen Kate, um auf den Sonnenaufgang zu warten. Der Bauer hielt den Sparten bereit (an diesem Tag zu graben war sein Karma, schließlich hatte er am gestrigen seine Frau buddeln lassen). Als die Sonne über dem horizont erschien, schoss der Reiche den Pfeil ab. Diesmal flog er viel weiter. Alle zusammen rannten sie ihm nach und an der Stelle, an der er gelandet war, grub der Bauer ein tiefes Loch.

Worauf er stieß? Auf gar nichts. Nur auf noch größeren Ärger. Der Pfeil war nämlich auf einem Grundstück gelandet, das einem General gehörte, und der erwischte sie.

„Ihr könnt doch mein Land nicht zerstören“, brüllte der General. „Ich lasse meine Soldaten kommen, die köpfen euch!“

„Er ist schuld“, verteidigte sich der Bauer und deutete auf den Reichen. „Er hat gesagt, ich solle hier graben.“

„Der alte Mönch ist schuld“, hielt der der Reiche dagegen. „Er hat versprochen, dass wir hier einen Schatz finden würden.“

„Ein alter Mönch?“ Die Neugier des Generals war geweckt. „Nun, alte Mönche lügen nicht. Was genau hat er denn gesagt?“

„Stellt euch bei Morgengrauen mit dem Bogen und einem einzigen Pfeil auf die Schwelle eurer kleinen Kate. Richtet den Bogen auf die aufgehende Sonne aus und lasst den Pfeil in dem Moment los, in dem sie am Horizont auftaucht. Wo er hinfällt, dort werdet ihr den Schatz finden.“

Nachdem er die Anweisungen des alten Mönchs vernommen hatte, erklärte der General: „Oh, mir ist klar, was da falsch gelaufen ist. Was wisst ihr Zivilisten schon von Pfeil und Bogen? Damit kannnur ein ausgebildeter Kämpfer wie ich richtig umgehen. Ich mache euch einen Vorschlag. Morgen früh schieße ich den Pfeil von der Kate aus ab, und wenn wir den Schatz finden, teilen wir gerecht durch drei.“

Also stand der General am nächsten Morgen mit Pfeil und Bogen auf der Schwelle und wartete auf den Sonnenaufgang. Der Reiche hielt den Spaten bereit. An diesem Tag zu graben war sein Karma. Sobald die Sonne am Horizont erschien, schoss der General fachmännisch den Pfeil ab. Er flog sehr, sehr weit. Alle rannten ihm nach und an der Stelle, an der er gelandet war, musste der Reiche ein großes tiefes Loch graben.

Worauf er stieß? Auf gar nichts. Nur auf noch weit größeren Ärger. Der Pfeil war nämlich im Garten des Königspalastes gelandet und die königlichen Wachen nahmen alle fest. Kurz darauf wurden sie in Ketten gelegt und zum König gebracht.

„Die Zerstörung der königlichen Gartenanlagen ist ein schweres Verbrechen“, sagte der König. „Was hat es damit auf sich?“

„Er ist schuld, Majestät“, sagte der General und deutete auf den Reichen.

„Er ist schuld“, verteidigte sich der Reiche und deutete auf den Bauern.

„Dieser alte Mönch ist schuld, Eure Hoheit“, entgegnete der Bauer. „Er hat uns einen Schatz versprochen, den wir hier finden sollten.“

„Ein alter Mönch?“ Die Neugier des Königs war geweckt. „Nun, alte Mönche lügen nicht. Was genau hat er gesagt?“

„Stellt euch bei Morgengrauen mit dem Bogen und einem einzigen Pfeil auf die Schwelle eurer Kate. Richtet den Bogen auf die aufgehende Sonne aus und lasst den Pfeil in dem Moment los, in dem sie am Horizont auftaucht. Wo er hinfällt, dort werdet ihr den Schatz finden.“

Nachdem der König die Anweisungen des alten Mönchs vernommen hatte, konnte er sich keinen Reim darauf machen. Also schickte er seine Soldaten aus, um den alten Mönch zu finden und ihn in den Palast zu bringen. Es dauerte nicht lange und der alte Mönch stand vor dem König.

„Alter Mönch“, sagte der König respektvoll. „Mit diesem Märchen von dem vergrabenen Schatz habt ihr all diese Leute in große Schwierigkeiten gebracht. Was habt ihr zu eurer Rechtfertigung vorzubringen?“

„Eurer Majestät, das war kein Märchen. Alte Mönche lügen nämlich nicht“, erklärte der alte Mönch. „Sie haben den Schatz nur deshalb nicht gefunden, weil sie nicht richtig zugehört haben.“

„Welchem Teil der Anweisungen sind sie denn nicht gefolgt?, fragte der König, dessen Neugier groß war.

„Eure Hoheit, warum kommen morgen früh nicht alle zur Kate des armen Bauern? Dann zeige ich Euch, dass keiner meiner Anweisungen Folge geleistet hat. Und ich garantiere Euch, dass ihr den Schatz finden werdet. Aber ich bitte darum, dass er zu gleichen Teilen zwischen Eurer Majestät, dem General, dem Reichen und dem Bauern geteilt wird.“

Der König willigte ein. So kam es, dass sich der Bauer nebst Familie, der Reiche, der General, der alte Mönch und der König am frühen Morgen des folgenden Tages alle in der Kate versammelten. Der alte Mönch wiederholte seine Anweisungen.

„Stellt euch bei Morgengrauen mit dem Bogen und einem einzigen Pfeil auf die Schwelle eurer kleinen Kate. Richtet den Bogen auf die aufgehende Sonne aus und lasst den Pfeil in dem Moment los, in dem sie am Horizont auftaucht. Wo er hinfällt, dort werdet ihr den Schatz finden.“

Als der König kurz vor Sonnenaufgang auf die Schwelle der kleinen Kate trat, wandte er sich fragend zu dem alten Mönch um.

„Richtig, Euer Majestät“, bestätigt der alte Mönch.

Der König griff zum Bogen und nahm den Pfeil aus dem Köcher.

„Richtig, Eure Majestät.“

Der König richtete den Bogen auf die aufgehende Sonne hin aus.

„Auch richtig, Eure Majestät.“

Als die Sonne am Horizont erschien, setzte der König gerade zum Schuss an, als der alte Mönch „Halt!“ rief. „Falsch, Eure Majestät.“

Der König hielt inne und starrte den alten Mönch verwirrt an.

„Hört genau zu, Eure Majestät: „Lasst den Pfeil los.“

Der König überlegte eine Weile. Dann endlich begriff er und musste lächeln.

Der König ließ den Pfeil los – und er landete unmittelbar zwischen seinen Füßen, ganau an der Stelle, an der er stand.

Es musst nur ein flaches Loch gegraben werden und zum Vorschein kam ein Schatz, der so gewaltig war, dass ein Viertel davon genügte, um den König zufriedenzustellen, ganz zu schweigen vom General und dem Reichen. Aber wie zufrieden machte der Schatz erst den armen Bauern und seine Familie!

Wenn man dem Ziel, das Glück zu finden, den „Pfeil des Verlangens“ abschießt, erklärte der alte Mönch, findet man gewöhnlich gar nichts, höchstens Ärger. Sobald man den Pfeil des Wollens aber loslässt, landet er genau da, wo man gerade ist, im Hier und Jetzt. An dieser Stelle stößt man dann auf den Schatz der Zufriedenheit, und der ist so gewaltig, dass er sogar einem König Genüge tut. Das kann ich nur bestätigen, denn schließlich bin ich ein alter Mönch, und alte Mönche lügen bekanntlich nicht!

***

Wunderschönes Aha-Erlebnis, oder?

Deine Keks