Kategorien
Gesundheit heimat Laufen Natur poesie selbstbestimmung Selbstliebe selbstoptimierung

Stell dich schon ein Heimatgefühl

Wir drehen bereits die fünfte Runde und mein Blick schweift immer wieder ab, ich kann mich auf die einzelnen Dekogegenstände und Möbel kaum mehr konzentrieren, alles wimmelt nur so von grinsenden, zufrieden aussehenden Buddha Figuren in allen möglichen Varianten, überall glitzert es und eine breite Palette an Farben prasselt auf uns nieder. Ich gehe immer wieder die Einkaufsliste durch und mir ist bereits jetzt die Lust vergangen krampfhaft nach Gegenständen zu suchen, die unser neues Heimat verschönern sollten und uns helfen, der fremden Wohnungen unseren Stempel aufzudrücken.

Nach etlichen Stunden sind wir daheim angekommen und ich bin schon dabei die neuen Errungenschaften perfekt in Szene zu setzen. Zögernd trete ich ein paar Schritte zurück und lasse die neuen Möbelstücke auf mich wirken. Wir verbringen weitere Stunden damit alles so zu drapieren, dass wir uns wiederfinden. Intuitiv gefällt mir dann so manches doch an einem anderen Ort besser, als ich es mir in meinem Kopf ausgemalt hatte.

Warum aber verbringen wir Stunden über Stunden damit, uns die Wohnung so zu schmücken und mit Gegenständen zu versehen, dass sie uns ein Gefühl von Heimat und ein „Das-bin-Ich“ vermitteln? Ich sinke geschafft auf die Couch und stelle mir bewusst die Frage nach dem Warum? Wäre es nicht für uns beide entspannter gewesen, wir hätten den Stress sein lassen und hätten gemeinsam gekocht und einen der ersten gemeinsamen Abende zwar in einer kahlen Wohnung, aber dafür zufrieden und entspannt verbracht?

Ich denke an meine letzte Wohnung und es überkommt mich doch ein wenig Wehmut, viele Erinnerungen und fast zwei Jahrzehnte meines Lebens hatte ich an diesem Ort und in der Wohnung verbracht. Es trudeln nach und nach Erinnerungen bei mir ein, ich erkenne bekannte Gesichter, Menschen, die ich liebe, mit denen ich wunderbare Momente erlebt habe, ob es die ersten Parties waren oder gemeinsame Abende, die von guten Gesprächen geprägt waren. Ich erinnere mich aber auch an Momente, die ich für mich hatte, in denen ich mich rundum glücklich und wohl fühlte. Ich beende den Tagtraum und verspreche mir in Gedanken Besserung 🙂

Bereits am nächsten Tag stoppe ich es und nehme mir selbst den Druck. Ich möchte nun, alles bis zu einem gewissen Grad „geschehen“ lassen. Ich ziehe meine Laufschuhe an und rücke damit dem Heimatgefühl bereits ein großes Stück näher.

Bis bald,

Eure Rox

Kategorien
Allgemein Laufen Natur Sport

Dankesrede ans Laufen

Im Winter finden ja bekannterweise immer die Golden Globes und auch die Oscar Verleihung statt, bei meiner letzten Laufrunde am Wochenende kam mir der Gedanke, wie sehr ich dem Laufen dankbar bin und in Gedanken begann ich bereits eine Rede zu formulieren:

Vor 3 Jahren haben wir uns getroffen, davor war ich es satt, mich gestresst und träge zu fühlen. Ich wusste, ich brauchte ein Hobby, eines bei dem ich dem Körper Kondition beibrachte, bzw begann sie aufzubauen. Unser Techtelmechtel startete langsam, anfangs trafen wir uns nur 30 Minuten, danach war ich meistens fix und fertig, bis wir schlussendlich 3 Stunden miteinander verbrachten. Nach diesen intensiven Stunden war ich den restlichen Tag verzaubert von der Leistung, die wir gemeinsam – im wahrsten Sinne – auf die Strecke gebracht haben.

Ich danke dir – dem Laufen für:

  • Das Schärfen meines Bewusstseins für die Themen Ernährung und Bewegung, denn was wir essen ist der Treibstoff, den wir in uns tanken
  • Eine überdurchschnittliche Kondition, die mich selbst in der Arbeit zum Liftverweigerer macht
  • Eine bessere Körperhaltung und definiertere Muskeln (überwiegend im Beinbereich ;-))
  • Eine gesteigerte Konzentration, sowohl während als auch nach dem Laufen, währenddessen löse ich oft die ein oder anderen inneren Konflikte.
  • Mehr Selbstbewusstsein – dieses Hobby in Verbindung mit der Natur und persönlichen Zielen macht uns zu stärkeren Menschen
  • Stressabbau – du hilfst mir den aufgestauten Stress in regelmäßigen Abständen abzuschütteln
  • Eine psychische Gesundheit, die ein oder andere Laufrunde war für mich sehr stark therapeutischer Natur, vor allem in Verbindung mit meiner Freundin
  • Mehr Disziplin – ich trete mir öfter in den Allerwertesten und zwar, weil ich unrund werde, sobald ich keine Bewegung mache.

Um es zusammenzufassen: Danke, dass du aus mir eine bessere Version geschaffen hast. Auf weitere fitte Lebensjahre 🙂

Alles Liebe

Eure Rox

Kategorien
Allgemein Gesundheit Natur Philosophie Selbstliebe Sport

Als ob der Frühling um uns buhlt

Du öffnest die Augen und die Sonne strahlt dir ins Gesicht. Du entscheidest dich spontan, noch zehn Minuten länger im Bett zu bleiben und die Sonnenstrahlen zu genießen. Nach einer Tasse Kaffee und einem kleinen Frühstück gehts ab nach Draußen, du brauchst die Kilometer, das Auspowern, die frische Luft und die Natur. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das ist genau das Futter, das meine Seele aktuell braucht. Ich bin in meinen Gedanken, halte für einen kurzen Moment inne und kann der Natur beim Aufwachen zusehen.

Der Winter hat seine Spuren hinterlassen

Dankend verabschiede ich mich vom Winter, ich werde ihm wohl keine Träne nachweinen und bin froh, dass das Intermezzo vorüber ist. Viel zu lange klebte er an meiner Seite und hat an meinen Nerven gezehrt. Unüberbrückbare Differenzen haben uns auseinandergebracht und ich bin froh darüber. Vieles, das vor dem Winter Spaß gemacht hatte, konnte mir in den letzten Monaten keine Freude mehr verschaffen. Ich war nie jemand, dem der Winter aufs Gemüt schlägt, doch dieses Jahr ist es auch bei mir passiert.

So richtig klar, dass der Bann gebrochen ist, ist es mir erst vor einer Woche geworden. Ich bin die Route gelaufen, die mir im Sommer und im Frühling, wenn die Tage länger waren, immer schon viel Spaß gemacht hat. Ich betrachtete die Blumen, Wiesen und Bäume und wie schön und mächtig sie alle blühten. Plötzlich wurde ich von einem unbeschreiblichen Glücksgefühl übermannt, das Laufen machte Spaß, die Sonne scheinte, mein Körper fühlte sich fit an und meine Gedanken waren positiv.

Ich hatte das Gefühl, dass ich zurück bin, noch nicht mit der kompletten Stärke, aber nah dran und es ist ja erst April 🙂

Bis bald.

Eure Rox

Kategorien
Allgemein Natur Sport

Entscheidungen, die sich lohnen

Ihr wisst bereits, dass ich seit einigen Wochen mit mir haderte, einerseits wollte ich mir selbst beweisen, dass ich einen Halbmarathon bereits Anfang April bestreiten kann, andererseits wollte ich nicht teilnehmen ohne mich fit und bereit dafür zu fühlen. Immerhin sollte es ja doch ein klein wenig Spaß machen 😉 Ich wusste nicht warum, aber die Entscheidung mit zu laufen oder nicht, bereitete mir unheimliche Schwierigkeiten, es fühlte sich an, als würde ich mich selbst enttäuschen, als wäre ich zu faul um mein selbst gesetztes Ziel zu erreichen.

Vor zwei Wochen, während eines Trainingslaufs, dann die Entscheidung: Ich laufe mit, reduziere aber die Kilometer der Strecke, das erschien mir als ein gangbarer Weg, bzw.  ein „laufbarer“ Weg für mich in meiner jetzigen körperlichen Verfassung, immerhin habe ich erst vor einigen Wochen wieder begonnen, die Strecken auszudehnen und auch mal 10km plus zu laufen.

Auch der Satz „Es soll ja doch Spaß machen“ hat mich letzten Endes dazu bewegt, meine Meinung zu ändern. Mir zu beweisen, dass ich es schaffe und dabei aber völlig abgekämpft nach über zwei Stunden ins Ziel zu wanken und wochen- oder monatelang mit Muskelbeschwerden zu kämpfen, erschien mir nicht angemessen.

Heute fand der Frühlingslauf in meinem Heimatort statt, wir hatten Sonne, ein paar Wolken und ab und zu Wind – alles in allem aber ein perfektes Wetter für Anfang April. Der Startschuss fiel und die Wettkampfsituation ließ mich das Adrenalin spüren und schon betätigte ich mein innerliches Gaspedal. Ich wollte mein Bestes geben und immerhin meine Zeit vom Vorjahr verbessern. Hier war er wieder, mein lieber Freund der „selbst gemachte Druck“. Vielleicht sollte ich zukünftig einen Weg finden ihn ruhig zu stellen.

Streckenweise genoss ich den Lauf und dann gab es wieder Phasen, in denen ich kämpfte, mir gut zuredete und mich mit positiven Gedanken versorgte. Kurz vorm Ziel noch einmal alles geben, die letzten Meter komplett auspowern und bestehende Energien ausschöpfen, völlig beflügelt überhole ich kurz vor dem Ende der Distanz noch einen der Läufer. Im Zielbereich angelangt muss ich erst einmal ein paar Minuten durchschnaufen, Glücksgefühle machen sich breit. Überrascht stelle ich fest, dass meine Zeit für einen 3. Platz in der Kategorie W30 gereicht hat. Irgendwie fühlt es sich an, als wäre der Pokal eine Belohnung für die getroffene Entscheidung. Ich habe auf mein inneres Ich und meinen Körper gehört, dafür aber kurzzeitig mein Ego verärgert. Tja, ich muss sagen, ich kann damit leben 😉

Wie sieht es mit euren sportlichen Zielen aus, habt ihr euch welche gesetzt?

Bis bald.

Eure Rox

 

Kategorien
Allgemein

Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft (Emil Zatopek)

21,1 km – eine Distanz, die mich vor ca. 2 Jahren in eine Schockstarre versetzt hat.  „Niemals, vergiss es, da können wir ja ewig trainieren“, das ist ein Auszug meiner damaligen Reaktion. Doch langsam haben sich meine Freundin und ich mit der Distanz angefreundet. Zu Beginn war es ein zaghaftes Händeschütteln, danach eine heftige Umarmung gefolgt von Momenten, die wir mit Jubelschreien schmückten.

Durch den ersten Halbmarathon lernt man auf alle Fälle seine Grenzen kennen und es gibt vieles, das man auf die gedankliche To-Do-Liste für den nächsten Anlauf setzt. Wir haben uns gegenseitig motiviert und uns auch mal in den Allerwertesten getreten, wenn es anders nicht ging. Das Laufen hat mich selbstbewusster gemacht und dadurch dass der Kopf oftmals „frei“ gelaufen wird, auch geholfen die ein oder anderen Entscheidungen schneller zu treffen. Doch als es mir die letzten Monate psychisch ein wenig schlechter ging, fehlte mir auch die Motivation genau das zu tun, was mir bisher immer Freude bereitete und ein gutes Gefühl gab.

Warum fällt die Motivation oft so schwer?

Ich denke es hat viel mit Überwindung und Energie zu tun. Gerade die letzten sehr grauen und kalten Winterwochen, wenn die Motivation am absoluten Tiefpunkt liegt, trugen nicht dazu bei, den Schweindehund zu überwinden und bei Minusgraden das Haus zu verlassen, geschweige denn Sport zu treiben. Der Mensch verzieht sich in sein Schneckenhaus.

Hoch gesteckte Ziele, die zum Verhängnis werden

Doch was, wenn man sich voll motiviert Ende des Sommers Ziele fürs neue Jahr steckt?  Tja, ich versuche gerade Worte für meine Situation zu finden, ich bin sozusagen in der Zwickmühle, einerseits möchte ich mir beweisen, dass ich es am 7.4. schaffe einen Halbmarathon trotz mangelden Trainings zu absolvieren, andererseits möchte ich mich nicht zwingen müssen und nicht mit Druck an die Sache rangehen. Doch was ist der richtige Weg? Wo hört der Arschtritt in den eigenen Allerwertesten auf und wo beginnt die Akzeptanz und das Loslassen?

Was nun?

  • Ich laufe längere Strecken, packe meistens gute Musik ein
  • Ich bereite mich gedanklich darauf vor (Strecke begutachten zB)
  • Ich bleibe positiv & selbstbewusst
  • Ich entdecke wieder die Freude am Laufen

Ich halte euch auf alle Fälle am Laufenden, wie meine Entscheidung letztendlich ausfällt.

Eure Rox

Kategorien
Allgemein

Atme tief durch und stell dir eine Blumenwiese vor

Ich brauche ein Mantra, etwas woran ich mich klammern kann. Es sollte leicht zu merken sein und im besten Fall natürlich auch helfen. Das Leben stellt mich seit Ende letzten Jahres auf eine Probe und macht auch vorm Jahre 2018 nicht Halt. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, wie ich mich gefühlt habe, als ich die Nachricht erfahren habe, meine Finger begannen zu kribbeln und ich wollte in diesem Moment aus dem Albtraum erwachen. Genau an diesem Punkt stelle ich mir eine Blumenwiese vor, jegliche Arten von Blumen in verschiedensten Farben sind darauf zu finden, der Himmel ist blau und die Sonne blendet, sodass ich meine Augen schließen muss.

Es ist oft ein Leichtes für andere stark zu sein, die richtigen Worte zu finden und Ratschläge zu erteilen, die rein objektiv betrachtet am meisten Sinn ergeben. Sich jedoch plötzlich in der anderen Situation wieder zu finden, nämlich als die Person, die verzweifelt ist und Hilfe braucht, ist schwer und muss auch oftmals erst gelernt werden. In meinen schwächeren Momenten frage ich um Rat, aber immer nur Vertrauenspersonen, das versteht sich von selbst und in meinen starken Momenten, versuche ich alles irgendwie zu schaffen und nur Schritt für Schritt zu denken. Nur nicht schwach werden oder zu weinen beginnen, denn dann könnte die Fassade bröckeln und es wäre schwer, sie wieder so hinzubekommen.

Tod und Krankheit sind Buhwörter, keiner will darüber reden, geschweige denn sich damit beschäftigen. Bis das Leben dir irgendwann keine Möglichkeit mehr lässt und du ohne Wenn und Aber da durch musst. Ich bin gerade mittendrin und ich zähle jeden Tag und hoffe es möge der Tag kommen, an dem Hoffnung aufkommt und alles besser wird. Es muss keine Blumenwiese sein, ich gebe mich auch mit einer lauen Sommernacht, guten Gesprächen und Cocktails zufrieden. Irgendwann wird das Leben wieder schön sein und Spaß machen.

Was mache ich bis dahin? Viel reden, viel Sport und die kleinen, schönen Dinge des Lebens genießen und wenn es dazwischen nicht mehr geht, dann tief durchatmen und auf die gedankliche Blumenwiese zulaufen.

Bis bald.

Eure Rox

 

Kategorien
Allgemein

Die Zeit nach Weihnachten geprägt von Stille & Bewegung

Wie jedes Jahr plane ich am 24.12. am Vormittag eine Laufrunde durch meinen Heimatort ein. Die obligatorische „Weihnachtsrunde“ hat viele Gründe, zum einen kann ich mit reinerem Gewissen über 7 Stunden hinweg schlemmen und es schmeckt besser, zum anderen tut es gut den Tag in Ruhe mit eigenen Gedanken zu starten. Begleitet werde ich von meiner besten Freundin. Es ist unser Ritual und wir sind stolz darauf, dass wir es jedes Jahr irgendwie doch gemeinsam bewerkstelligen.

Bereits nach vier Stunden, die wir sitzen und essen, während immer wieder ein neues Teller mit neuen Inhalten auf den Tisch gestellt wird, fühle ich mich kugelrund und zum aus der Haut Fahren. Mir gefällt die Zeit mit der Familie und auch das Schenken hat seine Berechtigung, wenn es nicht zu übertrieben praktiziert wird. Unterm Jahr sind wir oft zu gestresst, um die Menschen, die wir lieben einfach so mit kleinen Aufmerksamkeiten zu überraschen. Doch an den Weihnachtsfeiertagen wollen wir alles wettmachen und aufholen, was wir die letzten Monate im Jahr nicht geschafft oder gemacht haben. Das führt dazu, dass zumindest ich meistens am 25.12. komplett überladen bin mit Eindrücken, Essen, Geschenken, geschmückten Bäumen und Gesprächen.

Da die meisten Familien nicht an einem Ort und Tisch zusammenkommen, kommt man auch in den Genuss nach Stunden der Völlerei den Ort des Geschehens zu wechseln. So war es auch bei mir am 24.12. – Nach fünf Stunden ziehen wir uns an und brechen zum nächsten Schauplatz auf, an dem gegessen, getrunken und geschenkt wird. Ich tu mal so, als wäre mein Magen nicht schon gefüllt und bereits übersättigt.

Was genau brauche ich jetzt die Tage danach?

Zeit für mich, für meine Hobbies und für meine Gedanken. Es ist schön viel Zeit mit der Familie zu verbringen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es auch wertvoll und wichtig ist uns Zeit mit uns selbst zu schenken. Wie immer im Leben geht es um den Ausgleich. Mir gefällt es die letzten Tage zu lesen und Sport zu treiben und viel zu schlafen. Wie erholt ihr euch von den stressigen Feiertagen?

Bis bald,

Eure Rox

 

Kategorien
Allgemein

Wo ist denn der Knopf für die innere Motivation?

Einmal die Woche ist es mir passiert, ER hat wieder zugeschlagen, der Schweinehund. In letzter Zeit sehe ich ihn öfters, manchmal huscht er an mir vorbei manches Mal macht er sich neben mir breit und weicht nicht von meiner Seite. Ich denke auch er spürt es, wenn jemand besonders empfänglich für ihn ist, reibt sich die „Pfoten“ und freut sich, auf ein gefundenes Fressen. Ich war doch so motiviert am Vorabend. Die Vorstellung vor dem Arbeitstag laufen zu gehen, fand ich schön. Ich dachte an einen sonnigen, zugegeben sehr kühlen Mittwoch Morgen, freute mich aber darauf. Am besten noch neue Musik mit auf die Route nehmen und der Tag kann eigentlich nur gut werden oder?

Als am Mittwoch um 6 Uhr 40 mein Wecker klingelte und ich die Augen öffnete, war nichts von der Motivation vom Vorabend mehr vorhanden. Es war finster und nass draußen und unter meiner Bettdecke war es warm und gemütlich. Ich haderte mit mir, stellte den Wecker 15 Minuter weiter, nur um, als er erneut klingelte, festzustellen, dass sich an meiner Lustlosigkeit nicht viel verändert hatte. Ja, ich gebe es zu, ich hab weiter geschlafen und es auf den nächsten Tag verschoben, da wäre dann auch sicher das Wetter besser. Dicht an mich gekuschelt, der Schweinehund mit einem Grinsen im Gesicht. Er hatte es geschafft, ich war bei ihm geblieben.

Ich versuchte es so hinzunehmen, Donnerstag ist ja auch noch ein Tag. Den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ wollte ich nur ungern imitieren, daher lief es am Donnerstag Morgen besser als am Tag davor. Die Sonne empfing mich und ich begann mich langsam umzuziehen und mich gedanklich auf die Laufrunde vorzubereiten, sozusagen einzustimmen. Als ich aus dem Schlafzimmer ging, erhielt ich einen vorwurfsvollen Blick vom Schweinehund. Ich denke, er ist kurz davor, die Beziehung zu beenden, zutiefst enttäuscht ist er von meinem Entschluss.

Ich startete meine Runde und fror mir buchstäblich den Hintern ab. Doch die Sonne begann zu scheinen und mit jedem Meter mehr den ich lief, begann ich innerlich breiter zu lächeln. Langsam wurde mir wärmer und ich konnte auch nicht widerstehen, Fotos zu machen, als hätte ich die Sonne seit Monaten nicht mehr gesehen. Zuhause angekommen, zog ich meine Laufschuhe aus und fühlte mich gut, ich war stolz, mich überwunden zu haben und die Bewegung tat mir gut.

Warum schaffen wir es an manchen Tagen uns zu überwinden und uns stückweit auszutricksen und an manchen wollen wir nicht mal einen Zeh aus dem Bett strecken? Ich denke jeder Mensch hat seine eigenen Motivatoren – meiner war an diesem Morgen die Sonne, ich wollte sie unbedingt wiedersehen und das wars mir wert 🙂

Eure Rox.

Kategorien
Allgemein

Und wöchentlich grüßt der Schweinehund

Es ist ein bisschen wie nach einem schlechten Date, also nach so einem Date, das man unter keinen Umständen wiederholen möchte. Keine Verabredung von der Sorte: „Ich halte ihn mir warm“. Doch dann meldet er sich wieder … Der Schweinehund. Ich dachte, die Antisympathie hätte in dem Fall auf Gegenseitigkeit beruht, dem war wohl nicht so. Es ist mir nicht gelungen ihn zu vertreiben, ich war wohl wieder einmal unwiderstehlich 😉 Scherz beiseite, aber ich hatte einen guten Lauf, ich fühlte mich fit und wohl in meiner Haut. Nichts könnte sich dazwischen stellen oder mich von meinem Weg abbringen. Doch was ist dann passiert?

„You gotta have Faith“ – es dröhnt die Stimme von George Michael aus den Boxen und wie Recht er nicht hat. Es wäre wohl zu einfach gewesen, der Schweinehund ist einmal besiegt und er meldet sich nicht mehr wieder. Dann hätten wir wohl alle 90-60-90 Maße, es sei denn wir wollen das überhaupt? Der Punkt ist oder das Wichtige daran ist, immer wieder seinen Rhythmus zu finden, auch wenn äußere Umstände sich ändern, unser Rad muss immer wieder angepasst werden, sodass es sich weiter drehen kann. Wir müssen daran glauben, daran glauben, dass wir es schaffen.

Ich hatte meinen Rhythmus gefunden, nachdem ich mit Yoga begonnen hatte, musste er leicht angepasst werden, aber es brachte mich noch nicht ins Wanken. Doch dann? Überstunden, danach Unzufriedenheit im Job, gefolgt von Auseinandersetzungen und zunehmenden Stressituationen im privaten Bereich. Immer öfter verspürte ich ein Gefühl von Stress: Stress beim Aufrufen der What’s App Nachrichten, Stress beim in den Kalender-Schauen und alles unter einen Hut bringen zu wollen und Stress beim Zeit Finden für meine regelmäßigen Sporteinheiten. Mein Rad kam ins Wanken – es lief nicht mehr einwandfrei und begann immer öfter zu streiken. Das nahm mir verständlicherweise die Lust an all den Dingen, die mir früher Spaß gemacht haben: ein Morgenlauf durch meinen Lieblingswald, die Yoga Session mit all den Gleichgesinnten oder das Entdecken einer neuen Laufroute.

Fast hatte er mich so weit – der Schweinehund und ich, wir hatten uns dann doch einige Male getroffen und irgendwie war er doch nicht so übel wie anfangs angenommen. Trotzdem musste ich mir treu bleiben und mir eingestehen, dass er nicht der Richtige war 😉 Ich habe mir Zeit gelassen, wieder ins Laufen gefunden und keinen Druck aufgebaut. Doch beim Laufen trifft es leider wirklich zu – man muss sich oft dazu überreden, um im Nachhinein dann festzustellen, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.

Ich hoffe ich höre jetzt länger nichts vom Schweinehund, dieses Mal muss es aber richtig angekommen sein – hoffe ich zumindest 😉

Bis bald!

Roxy