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Sind wir gelassen genug für Veränderungen?

Worte, die wir immer lesen, die uns auch immer gepredigt werden: „Veränderung gehört zum Leben dazu“ – „klar, das versteht sich dich von selbst“, war auch immer meine erste, vorschnelle Reaktion auf diesen Satz. Doch irgendwann, wenn es einen wirklich trifft und zwar hart trifft, wenn es um eine einschneidende Veränderung im Leben geht, dann wünscht man sich oftmals die Leichtigkeit des Kindseins zurück. Zurücksinken in Mamas Schoß, kein Zahlen von Rechnungen, keine Kredite, keine Jobwechsel, schlicht weg kein Grübeln über Zukunft und Vergangenheit.

Akzeptieren, dass gewisse Abschnitte im Leben vorbei sind und für Neues weichen ist schwer, aber warum genau und was können wir tun, um stärker und gelassener zu werden?

Wenn Grundpfeiler unseres Lebens zu schwanken beginnen und gar einbrechen, dann trifft es uns meistens wie ein Schlag ins Gesicht, ob das nun ein Ortswechsel ist, ein Partnerwechsel, ein Jobwechsel oder gar eine geliebte Person, von der wir uns verabschieden müssen. Der Boden unter unseren Füßen wird uns entrissen und wir landen am Boden, es kann Tage, Monate oder länger dauern, bis wir uns entschieden haben, wieder aufzustehen oder aber auch fort an das Minimalste liegend zu erledigen. Dieses Jahr ist nicht mein Jahr, das hat sich auch in den letzten Wochen stark herauskristallisiert, aber was genau soll man dagegen tun? Sich schmollend in die Ecke stellen, seines Lebens nicht mehr froh sein und warten bis das Jahr vorüber ist? Nein, das kann auf alle Fälle keine Lösung sein, obwohl es oftmals, rein aus unserem Bauchgefühl heraus, der einfachste Weg wäre.

Die Frage, die ich mir stelle: Warum fällt mir momentan alles so schwer? Eigentlich dachte ich, ich wäre stark und mutig genug. Lange habe ich darüber nachgedacht, bis ich erkannt habe, dass es nichts mit Stärke zu tun hat. Wenn wir tief in uns hineinhören, dann gibt es vieles, was passieren kann, was uns treffen würde und auf alle Fälle auch ins Wanken bringt. Das ist menschlich, wir lieben, wir haben ein Herz, wir sind aus Fleisch und Blut. Der Mensch braucht aber auch seine Gewohnheiten, da sie uns Sicherheit geben: da wären die Laufstrecken, die wir gerne laufen, um den Stress des Tages los zu werden, das obligatorische Kaffeetrinken mit der Oma, die abendliche Kuschelroutine mit dem Partner oder die fixen Freitage mit unseren Freundinnen. Das sind alles schöne Dinge, an die wir gewöhnt sind und die wir auch irgendwann für selbstverständlich ansehen. Doch unser Leben und auch das der anderen steht nicht still, alles dreht sich weiter, der Kreislauf des Lebens macht nicht halt. Das Kind ins uns möchte es jedoch nicht wahrhaben, bis zuletzt nicht.

Was kann ich tun, um mich dagegen zu wehren?

Ich wünschte, ich hätte einen Rat, sozusagen ein Geheimrezept, aber die Antwort ist schlichtweg: Nichts. Immer wieder wird das Leben seinen eigenen Kopf haben, immer wieder wird uns die Kontrolle abhanden kommen aber vielleicht haben wir irgendwann gelernt, schneller aufzustehen und vielleicht gelingt es uns auch irgendwann alle schönen Momente bis in die letzte Sekunde aufzusaugen und länger davon zu zehren.

Eure Rox

 

 

 

 

 

4 Antworten auf „Sind wir gelassen genug für Veränderungen?“

Manchmal denke ich, auch wenn das sicher zynisch klingt, dass es gut ist, nicht so eine tolle Kindheit gehabt zu haben. Immerhin sehnt man sich dann nicht nach einer heilen Welt zurück. Aber egal, wie es war, Veränderungen sind ja nicht nur negativ. Ich habe oft rückblickend riesengroße Bauklötze gestaunt, wie ein vermeintlich schlimmes Ereignis das Beste war, was mir passieren konnte. Oder: Auch in den beschissensten Zeiten gibt es Momente mit großem Zauber. Und, wie Alexander von Humboldt in Südamerika erstaunt feststellte: Kein Boden auf dieser Erde ist fest. Nur weil er in Europa geboren war, hatte er noch nie etwas von Erdbeben gehört – oder zumindest keine miterlebt. Sein erstes Erdbeben hat ihm die Augen geöffnet. In jeder Hinsicht: Nichts auf diesem Planeten ist stabil. Aber auch: Alles ist mit allem verbunden. Letzteres ist vielleicht kein Geheimrezept, aber eine gute Idee, mit Veränderungen umzugehen.

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Hallo, Stephanie, danke für deinen Kommentar, immer wieder schön auch Zuspruch von Menschen zu erhalten, die einem ihre Geschichte oder Sichtweise erzählen. Wie du so schön schreibst, oft sind auch gute Dinge durch Veränderungen passiert. „Nichts auf diesem Planeten ist stabil“ gefällt mir, dass alles mit Allem verbunden ist, ist eine schöne Idee, hilft sicher im einen oder anderen Moment. Danke!! 🙂

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